Mobi­le Device Manage­ment (MDM) — Frau­en sind ver­nünf­ti­ger und brau­chen kein Bring Your Own Device (BYOD)

Wir erle­ben tag­täg­lich den Umgang mit Mobi­li­ty in den Unter­neh­men und stau­nen hier­bei auch fast jeden Tag auf’s Neue. Wir erle­ben im Kern zwei Grup­pen von Unter­neh­men und deren Umgang mit Mobi­li­ty.

Grup­pe 1 sind häu­fig die Unter­neh­men, die bis auf den heu­ti­gen Tag den Umgang mit Mobi­li­ty eng umris­sen und klar gere­gelt haben. Vie­le die­ser Unter­neh­men set­zen wei­ter­hin auf die Black­Ber­ry-Lösung und war­ten ab, was RIM am 30.01.13 prä­sen­tie­ren wird. Wir fra­gen sol­che Fir­men immer, ob die­se Stra­te­gie nicht zu Pro­ble­men mit den Mit­ar­bei­tern, im schlimms­ten Fal­le zu Fluk­tua­ti­on führt, was regel­mä­ßig zu Erstau­nen und /​oder Unver­ständ­nis führt. Das von man­chen Con­sul­tants ins Feld geführ­te Argu­ment, dass Mit­ar­bei­ter die Smart­pho­ne-Aus­stat­tung für ent­schei­dungs­re­le­vant für den Arbeit­ge­ber hal­ten, kann von die­sen Fir­men nicht bestä­tigt wer­den. Auch Fra­gen an die Mit­ar­bei­ter, ob sie die Aus­stat­tung mit Black­Ber­ry als schlecht oder hin­der­lich emp­fin­den führt in sol­chen Situa­tio­nen nie zu einem gegen­tei­li­gen Ergeb­nis. Ein­stel­lung der Mit­ar­bei­ter ist meis­tens: „Die Fir­ma nutzt Black­Ber­ry und pri­vat kann ich mir ja was Ande­res kau­fen.”

Grup­pe 2 sind regel­mä­ßig die Unter­neh­men, wo die IT nicht die Durch­set­zungs­kraft und /​oder den Durch­set­zungs­wil­len hat­te, auch in der Mobi­li­ty die Gren­zen und Regeln der fast immer bestehen­den Vor­schrif­ten und Richt­li­ni­en durch­zu­set­zen und durch­zu­hal­ten. In sol­chen Fir­men ‘muss­ten’ iPho­nes, iPads oder wel­che sons­ti­gen Gerä­te auch immer ange­schafft wer­den, weil Vor­stand oder (höhe­re) Mana­ger die­se drin­gend brauch­ten. Mir ist in nun­mehr weit über hun­dert Con­sul­ting-Sze­na­ri­en aller­dings noch nicht ein­mal plau­si­bel und ver­nünf­tig dar­ge­stellt wor­den, war­um die­se Ent­schei­dung so getrof­fen wer­den muss­te. Unter­neh­men, die ansons­ten hoch­kom­ple­xe Pro­zess-Sze­na­ri­en hän­deln, für alles und jedes Pro­zess-Beschrei­bun­gen und Geneh­mi­gungs-Work­flows eta­bliert haben, kau­fen — ohne Ein­hal­tung der sich selbst auf­er­leg­ten und bewähr­ten Abläu­fe — an allen eta­blier­ten Struk­tu­ren vor­bei für bestimm­te Ziel­grup­pen mal eben Gerä­te, die allen ver­nünf­ti­gen Regeln und Vor­schrif­ten wider­spre­chen.

Alter­na­tiv führt die Grup­pe 2 mal eben Bring Your Own Device (BYOD) ein, ‘idea­ler­wei­se’ ohne sich auch nur um das The­ma Mobi­le Device Manage­ment (MDM) oder die recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen einer BYOD-Stra­te­gie die gerings­ten Gedan­ken gemacht zu haben. Das ist prak­tisch, das spart Kos­ten! Das dies eher nicht der Fall ist kön­nen Sie im Bereich Alles zu BYOD hier im Blog nach­le­sen.

Egal ob es bei Grup­pe 2 um BYOD oder PUOCE (Pri­va­te Use of Com­pa­ny Equip­ment) geht — oft erfolgt ein regel­rech­ter Auf­schrei der Nut­zer sol­cher nicht gema­nag­ter Gerä­te, wenn MDM am Hori­zont erscheint. Da wird auf ein­mal geglaubt, dass man Restrik­tio­nen auf den Gerä­ten, die der Sicher­heit die­nen bei der Nut­zer­grup­pe nie­mals durch­set­zen kön­ne, da wird von Gewohn­heits­recht gere­det ohne die exak­te recht­li­che Bedeu­tung von Gewohn­heits­recht zu ken­nen, da wird von einem zu erwar­ten­den Nach­las­sen der Arbeits­mo­ral fabu­liert. Es wird ansatz­los — sub­til oder offen — auf Wider­stand umge­schal­tet — Besitz­stän­de sind bedroht!

Wobei PUOCE und BYOD hier­bei grund­le­gend ver­schie­den zu bewer­ten sind. Wäh­rend man bei BYOD in kei­nem Fall auf dem Eigen­tum der Mit­ar­bei­ter tun kann und tun darf, was man will, ist dies bei PUOCE völ­lig anders und ein­fa­cher gestalt­bar. Hier gehö­ren die Gerä­te dem Unter­neh­men und das Unter­neh­men legt fest, was erlaubt ist und was nicht. Punkt. Und wem das nicht gefällt oder aus­reicht dem sei gesagt, dass es in Deutsch­land nicht schwer ist in den nächst­ge­le­ge­nen Mobil­funk­la­den zu gehen und sich das Gerät sei­ner Wahl zu kau­fen!

Was ist aber der wah­re Grund für die­se oft­mals absur­den Spiel­chen?

Hier ent­steht der Bezug zur Über­schrift die­ses Bei­tra­ges. Ich habe lan­ge über vie­le Sze­na­ri­en nach­ge­dacht, wo ich mir häu­fig die Fra­ge stell­te, war­um Herr X oder Herr Y, ansons­ten blitz­ge­schei­te Män­ner, beim The­ma Smart­pho­ne dazu nei­gen Pro­ble­me zu defi­nie­ren, die es über­haupt nicht gibt. Da wird einem dann das Hand­ling von einem dienst­li­chen und einem pri­va­ten Gerät als unmög­lich dar­ge­stellt. Da wird um Mit­leid gebet­telt, man sei so viel unter­wegs, da müs­se die Fir­ma doch für Unter­hal­tung sor­gen! Zwei ver­schie­de­ne Lade­ge­rä­te zu benut­zen sei ja auch viel zu umständ­lich! Und und und … Nicht erst ein­mal habe ich gedacht: Män­ner sind nur gro­ße Jungs, manch­mal auch gro­ße Kin­der! Mitt­ler­wei­le glau­be ich, dass es bei all die­sen Spiel­chen in den Fir­men nur um die Befrie­di­gung des Egos und des Spiel­triebs geht, jeweils unter­schied­lich nuan­ciert. Mal stär­ker Ego, mal stär­ker Spiel­trieb. Aber fast nie sach­ori­en­tiert.

Frau­en sind da kom­plett anders, auch wenn es nicht so fürch­ter­lich vie­le auf Ent­schei­der­ebe­ne (in der IT) gibt. Frau­en nei­gen dazu, sich an ver­ein­bar­te Spiel­re­geln zu hal­ten. Des­halb nähern Sie sich einem The­ma wie der Mobi­li­ty nicht emo­tio­nal wie die Män­ner, für die die zahl­rei­chen Gad­gets oft mehr Spiel­zeug als Arbeits­mit­tel zu sein schei­nen. Frau­en tref­fen Ent­schei­dun­gen zu mobi­len Fra­gen regel­mä­ßig im Kon­text des auch ansons­ten gel­ten­den Regel­werks (für die IT) im Unter­neh­men. Des­halb sind Frau­en auch nicht bereit Risi­ken für Spass­ge­winn ein­zu­ge­hen. Frau­en ach­ten stär­ker auf das gro­ße Gan­ze, das Unter­neh­men, und stre­ben nach­hal­ti­ge­re und ver­nünf­ti­ge­re Ent­schei­dun­gen an. Und des­halb ist mir auch noch nie eine Frau begeg­net, die BYOD ein­füh­ren woll­te. Frau­en erken­nen Blöd­sinn oft bes­ser als Män­ner. Und auch bei der Ein­füh­rung von PUOCE ach­ten Frau­en stets dar­auf, dass die Ein­füh­rung in den Unter­neh­mens­kon­text passt.

Des­halb — mehr Frau­en in der IT kann auch eine Chan­ce sein. Auch wenn dies man­chem Mann viel­leicht nicht gefällt …

Wenn Sie ande­re Fra­gen zu mobi­len The­men haben, fra­gen Sie uns bit­te. Wir haben die Ant­wort — Garan­tiert! Wenn Sie mei­nen, dass die­ser Bei­trag auch für Ihre Freun­de und Bekann­ten inter­es­sant ist, emp­feh­len Sie ihn bit­te auf Twit­ter, Goog­le oder Face­book wei­ter. Und beant­wor­ten Sie bit­te unse­re drei Fra­gen am Ende des Bei­tra­ges. Vie­len Dank!


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