MDM-Essen­ti­als — Kann man Mobi­le Device Manage­ment mit Mobi­le App­li­ca­ti­on Manage­ment (MAM) erset­zen?

Nein! Zumin­dest dann nicht, wenn der siche­re Betrieb der mobi­len Infra­struk­tur wich­tig ist. Und wo ist er dies nicht?

Doch der Rei­he nach. Vor zwei Tagen haben wir im Bei­trag MDM-​Es­sen­ti­als — Was hat Mobi­le Device Manage­ment mit App Wrap­ping zu tun? auf die Gren­zen und Risi­ken von App Wrap­ping hin­ge­wie­sen. Mobi­le App­li­ca­ti­on Manage­ment steht in einem oft engen Zusam­men­hang mit App Wrap­ping, die Über­gän­ge zwi­schen den Kon­zep­ten und Lösun­gen sind flie­ßend.

Kaum ein ame­ri­ka­ni­scher Her­stel­ler ver­zich­tet der­zeit dar­auf zu behaup­ten, Lösun­gen für die bei­den The­men anbie­ten zu kön­nen, wie­der ein­mal wird eine neue Sau durch’s IT-Dorf getrie­ben, die behaup­tet die Sor­gen und Nöte des lei­di­gen The­mas Bring Your Own Device (BYOD) adres­sie­ren zu kön­nen. Hier­bei wer­den — wie eigent­lich immer beim The­ma MDM und BYOD — Road­map und Fea­ture­list der jewei­li­gen Lösun­gen hem­mungs­los ver­wech­selt. Alle MAM-Lösun­gen und alle App-Wrap­ping-Lösun­gen lau­fen der­zeit noch sehr rum­pe­lig und kön­nen nur sehr bedingt ihre Pro­dukt­ver­spre­chen ein­lö­sen.

Was unter­schei­det nun App Wrap­ping und Mobi­le App­li­ca­ti­on Manage­ment? Wäh­rend bei App Wrap­ping ver­sucht wird um die App eine Schutz­hül­le zu bau­en, die sich dann mana­gen läßt, wird beim MAM-Kon­zept ein ande­rer Ansatz ver­folgt. Bei MAM stellt der MAM-Her­stel­ler ein SDK bereit, dass der App-Ent­wick­ler in sei­ne App ein­bau­en soll /​muss, damit MAM hin­ter­her funk­tio­nie­ren kann.

Das klingt deut­lich ver­nünf­ti­ger als das App-Wrap­ping-Kon­zept, das am Ent­wick­ler der App bewusst vor­bei arbei­tet und damit sehr oft und sehr schnell lizenz­recht­li­che Grau­zo­nen errei­chen kann und hier­durch im Kern das Risi­ko in sich birgt ille­gal zu sein. Beim MAM-Kon­zept gibt es die­ses Risi­ko nicht, da die MAM-Funk­tio­na­li­tät vom Ent­wick­ler selbst in die App ein­ge­bracht wird.

Doch auch hier lie­gen die Pro­ble­me wie­der im Detail. Die MAM-Funk­tio­na­li­tät muss vor dem Upload der App in die App Stores der Her­stel­ler ein­ge­bracht wer­den. Ist die App erst ein­mal im App Store, kann MAM nicht nach­träg­lich in die App ein­ge­bracht wer­den. Somit schei­det ein MAM-Kon­zept im Kern für über 99% der Apps aus und ist grund­sätz­lich nur für Eigen­ent­wick­lun­gen prak­ti­ka­bel.

Einer brei­ten Adap­ti­on der Tech­nik steht eine wei­te­re Hür­de im Weg. Es gibt diver­se MAM-Kon­zep­te von unter­schied­li­chen Anbie­tern, die alle unter­ein­an­der nicht kom­pa­ti­bel sind. Wen nimmt man dann aber? Selbst wenn ein Anbie­ter bereit ist, MAM nativ aus sei­ner App zu unter­stüt­zen, muss er sich ent­schei­den. Er kann nicht alle MAM-SDKs der ver­füg­ba­ren Anbie­ter in sei­ne Lösung hin­ein­kom­pi­lie­ren, da die­se alle­samt mit­ein­an­der nicht kom­pa­ti­bel sind und alle das­sel­be bewir­ken wol­len.

Inso­fern wird spä­tes­tens an die­ser Stel­le jedem Leser klar, dass MAM in kei­nem Fall Mobi­le Device Manage­ment ersetzt — heu­te nicht und in Zukunft natür­lich auch nicht, denn MAM kann nicht die Rah­men­be­din­gun­gen und Gren­zen der Rea­li­tät ver­schie­ben.

Ein letz­ter Hin­weis. Die Tren­nung zwi­schen MAM und App­li­ca­ti­on Wrap­ping ist flie­ßend, die Begriff­lich­kei­ten sind gera­de erst im Ent­ste­hen. So ent­hal­ten man­che MAM-Kon­zep­te Ansät­ze von App Wrap­ping und vice ver­sa. Allen Ansät­zen gemein­sam ist, dass sie in aller Regel mehr mar­ke­ting- als tech­no­lo­gie­ge­trie­ben sind. Aber genau dies ist ja im Kern nichts Neu­es bei Kon­zep­ten, die ihren Ursprung in den USA haben.

Wenn Sie ande­re Fra­gen zu Mobi­le Device Manage­ment haben, fra­gen Sie uns bit­te. Wir sind nicht nur MDM-Her­stel­ler. Wir bera­ten auch vie­le nam­haf­te Unter­neh­men hin­sicht­lich ihrer mobi­len Stra­te­gie und freu­en uns, wenn auch Sie mit uns dar­über ein­mal spre­chen wol­len. Spre­chen Sie auch mit Ihren Freun­den und Bekann­ten über die­ses The­ma, indem Sie die­sen Bei­trag via Face­book, Twit­ter oder Goog­le wei­ter­emp­feh­len. Vie­len Dank!


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