HTC Desi­re HD erhält ent­ge­gen Zusa­ge kein Android 4.0 — Kein Sys­tem für’s Business

Gera­de lese ich auf hei​se​.de ‘HTC streicht Android 4.0 für Desi­re HD’! Wie bit­te? Geht’s noch HTC? Wir reden hier nicht über ein Ein­stei­ger­mo­dell, wir reden über eines der Flagg­schif­fe von HTC, für das HTC das Update auf Android 4.0 ver­spro­chen hat­te. Vie­le Anwen­der haben dies sicher bei ihrer Kauf­ent­schei­dung berück­sich­tigt und sind jetzt nicht nur ent­täuscht son­dern im End­ef­fekt betro­gen. Diver­se Soft­ware läuft nur auf Android 4.0, die vor weni­gen Tagen von uns bespro­che­ne Lösung SRT App­Guard ist nur eines von vie­len Beispielen.

Hei­se erklärt mei­nes Erach­tens im oben ver­link­ten Bei­trag recht gut, war­um die­ses Desas­ter ein­ge­tre­ten ist, dies will ich hier nicht noch ein­mal auf­neh­men. Die­ser Vor­fall macht auf ein ganz ande­res Pro­blem auf­merk­sam, wel­ches für Unter­neh­men von ganz erheb­li­cher Bedeu­tung ist, da die Ent­schei­dung für ein mobi­les Betriebs­sys­tem in vie­len Unter­neh­men eine stra­te­gi­sche Ent­schei­dung ist. Stra­te­gi­sche Ent­schei­dun­gen für ein Sys­tem basie­ren unter ande­rem maß­geb­lich auf der Ver­läß­lich­keit eines Sys­tems und des /​der betei­lig­ten Her­stel­ler. Und genau dar­an man­gelt es beim Sys­tem Android.

War­um?

Android hat im Kern einen Rie­sen­vor­teil — es ist Open Source, jeder­mann kann die Soft­ware ohne Lizenz­zah­lun­gen nut­zen, Erwei­te­run­gen ent­wi­ckeln und hier­durch zur Ent­wick­lung bei­tra­gen. Open Source wider­spricht aber im Kern den Inter­es­sen von Hard­ware-Her­stel­lern. Die­se wol­len sich vom Wett­be­werb unter­schei­den und Allein­stel­lungs­merk­ma­le ihrer Pro­duk­te, was im Kern dem Open-Source-Prin­zip wider­spricht. Die­ser Wider­spruch ist im Kern nicht auf­lös­bar und ist die Basis vie­ler Pro­ble­me von Android. Fast jeder Her­stel­ler biegt Android mitt­ler­wei­le zu einem eigen­stän­di­gen Deri­vat um, was nicht nur dem Open-Source-Gedan­ken wider­spricht son­dern auch häu­fig Stan­dards und Inter­ope­ra­bi­li­tät ausschliesst.

Ein wei­te­res nicht auf­lös­ba­res Pro­blem ist, dass die Ent­wick­lung des Betriebs­sys­te­mes und die Ent­wick­lung der Hard­ware ent­kop­pelt sind. Goog­le trägt die Ver­ant­wor­tung für Android, die Hard­ware-Her­stel­ler ver­ant­wor­ten die Gerä­te. Und genau hier liegt der Kern des Pro­blems. Die Ent­wick­lung eines Smart­pho­nes oder Tablets ist eine ganz­heit­li­che Auf­ga­be, bei der Soft- und Hard­ware-Ent­wick­lung eng inein­an­der grei­fen müs­sen. Die­se Ver­zah­nung erfolgt bis heu­te nicht oder maxi­mal unzu­rei­chend für Android-Geräte.

Und genau des­halb stößt die Hard­ware jetzt beim Upgrade auf Ice­cream Sand­wich 4.0 an Gren­zen — die Hard­ware-Her­stel­ler haben kei­nen wesent­li­chen Ein­fluss auf die Release-Pla­nung von Android und kön­nen daher nicht vor­aus­schau­end pla­nen. Wäh­rend ein Black­Ber­ry oder ein iPho­ne regel­mä­ßig über meh­re­re Jah­re mit neu­en Firm­wares unter­stützt wer­den und neue Funk­tio­nen durch Updates erhal­ten ist dies bei Android in vie­len Fäl­len die Aus­nah­me. Ver­gleich­ba­re Pro­ble­me wie jetzt bei HTC gab es in der Ver­gan­gen­heit auch schon bei ande­ren Her­stel­lern, bei­spiels­wei­se bei Motorola.

Sol­che Pro­ble­me sind für den Unter­neh­mens­ein­satz von Smart­pho­nes in vie­len Fir­men ein ganz kla­res Aus­schluss­kri­te­ri­um, denn die häu­fig nicht gege­be­ne Update-Fähig­keit von Android-Gerä­ten ver­grö­ßert den Sup­port­auf­wand ggf. schnell expo­nen­ti­al. Selbst bei der Beschrän­kung auf einen Her­stel­ler ver­hal­ten sich die Benut­zer­ober­flä­chen eines ein­zel­nen Her­stel­lers über die unter­schied­li­chen Firm­ware­ver­sio­nen oft völ­lig unter­schied­lich, für Sup­por­ter und Hel­pdesk ein Gräuel.

Die­se Zer­klüf­tung der Android-Welt hat auch nega­ti­ve Ein­flüs­se auf das The­ma Mobi­le Device Manage­ment von Android. Ein Sys­tem, dass es noch nicht ein­mal schafft die Ent­wick­lung von Hard- und Soft­ware zu syn­chro­ni­sie­ren ist mit der Inte­gra­ti­on ein­heit­li­cher Manage­ment-Stan­dards für MDM noch viel mehr über­for­dert — es gibt sol­che bis heu­te nicht. Teil­wei­se behin­dern die Android-Her­stel­ler die MDM-Her­stel­ler aktiv, so ist HTC auch eher dem Con­su­mer-Markt zuzu­ord­nen und hat bis heu­te nur wenig Busi­ness-Kom­pe­tenz ent­wi­ckelt. Der der­zeit ein­zi­ge Her­stel­ler, der MDM aktiv unter­stützt und mit MDM-Her­stel­lern pro­fes­sio­nell zusam­men­ar­bei­tet ist Samsung.

Was ist das Fazit?

Im Som­mer 2012 gibt es nicht einen Grund, war­um ein Unter­neh­men auf Android set­zen soll­te, da es bes­se­re Alter­na­ti­ven gibt. Für Unter­neh­men, die eine Black­Ber­ry-Infra­struk­tur betrei­ben, gibt es kein begründ­ba­res Sze­na­rio, auf Android zu wech­seln. Die stark in die Jah­re gekom­me­ne Black­Ber­ry-Lösung ist Android im Unter­neh­mens­ein­satz nach wie vor haus­hoch über­le­gen. Die rich­ti­ge Alter­na­ti­ve ist zur Zeit der Ein­satz von iOS-Gerä­ten, die ein durch­gän­gi­ges Kon­zept für Unter­neh­men bie­ten und zuneh­mend bes­se­re MDM-Inte­gra­tio­nen erlauben.

Wenn Sie ande­re Fra­gen zu Android haben, fra­gen Sie uns bit­te. Wir haben die Ant­wort — Garan­tiert! Und wenn Sie die­sen Arti­kel inter­es­sant fin­den, freu­en wir uns über die Wei­ter­ver­brei­tung über Face­book, Twit­ter und Google.


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