Hoc­cer — ein siche­rer Mes­sen­ger

Hoc­cer gibt es bereits seit 2009. Aller­dings wur­de der Mes­sen­ger-Dienst nur zwei Mil­lio­nen Mal her­un­ter­ge­la­den (Mans­holt, 2015). Dies führt dazu, dass der Daten­schutz-Mes­sen­ger Hoc­cer eher unter der Wahr­neh­mungs­gren­ze liegt und das, obwohl kaum ein Smart­pho­ne-Nut­zer ohne Mes­sen­ger-App aus­kommt. An ers­te Stel­le die­ser Diens­te liegt unan­ge­foch­ten Whats­App. Zur­zeit nut­zen etwa 800 Mil­lio­nen Men­schen den Mes­sen­ger-Dienst Whats­App, der 2014 von Face­book über­nom­men wur­de. Die Anzahl der User steigt ste­tig an, (Groll, 2014)und das obwohl das Unter­neh­men durch sei­ne all­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen berech­tigt wird, Medi­en der Nut­zer zu kom­mer­zi­el­len Zwe­cken zu ver­wen­den. Eben­so wur­de im Juni 2015 offen­ge­legt, dass die ame­ri­ka­ni­schen Behör­den die Mög­lich­keit besit­zen, die bei Whats­App gesam­mel­ten und gespei­cher­ten Daten der User mit­zu­hö­ren und zu lesen (Eiken­berg, 2015). Whats­App spei­chert alle gesen­de­ten Daten und kann sogar auf das Smart­pho­ne zugrei­fen und kann somit alles mit­ver­fol­gen, was auf die­sem geschieht (Whats­App Inc.)

Aus die­sem Grund gibt es immer mehr Nut­zer, die auf eine ande­re Mes­sen­ger-App zurück­grei­fen, da die­se mit Daten­schutz­recht­li­ni­en bes­ser umgeht und Pri­va­tes pri­vat bleibt. Hier kommt nun Hoc­cer ins Spiel. Hoc­cer ist ein kos­ten­lo­ser Mes­sen­ger-Dienst, der auf Smart­pho­nes und Tablet Com­pu­tern funk­tio­niert. Es wer­den die Betriebs­sys­te­me Andro­id (ab Ver­si­on 4.0) und IOS (ab Ver­si­on 7.0) unter­stützt (Hoc­cer Betriebs GmbH, 2015).

Der in Deutsch­land aus einer Grup­pe Soft­ware­ent­wick­lern aus der Desi­gnagen­tur ART+COM ent­wi­ckel­te Mes­sen­ger legt höchs­ten Wert auf das The­ma Daten­schutz. Der Dienst hat eine Ende-zu-Ende-Ver­schlüs­se­lung, bei der die gesen­de­ten Nach­rich­ten auto­ma­tisch ver­schlüs­selt und erst wie­der beim Emp­fän­ger ent­schlüs­selt wer­den. Dies hat den Vor­teil, dass die Nach­rich­ten von Nie­man­dem mit­ge­le­sen wer­den kön­nen.

Selbst die Hoc­cer-App kann die Nach­rich­ten nicht mit­le­sen, da die Daten ver­schlüs­selt auf die Ser­ver kom­men und nur beim Emp­fän­ger ent­schlüs­selt wer­den kön­nen (Hoc­cer Betriebs GmbH, 2015). Ein
wei­te­rer gro­ßer Vor­teil ist, dass man bei Hoc­cer voll­kom­men anonym bleibt, denn der Mes­sen­ger scannt kei­ne Daten der Nut­zer. Zur Anmel­dung wird weder eine Tele­fon­num­mer, noch eine E‑Mail Adres­se benö­tigt (Hoc­cer Betriebs GmbH, 2015). Man muss ledig­lich einen Account-Namen ein­ge­ben.

Eben­so greift die App nicht auto­ma­tisch auf das Adress­buch des Smart­pho­nen­ut­zers zu. Kon­tak­te und Freu­de müs­sen per SMS, E‑Mail oder OR-Code ein­ge­la­den wer­den. Dafür greift Hoc­cer jedoch dann auch auf die Kon­takt­lis­te des Smart­pho­nes zurück. Jedoch sichert die­ser Vor­gang, dass nur die Per­so­nen auf­ge­nom­men wer­den, die der Nut­zer bewusst aus­ge­wählt hat. Des Wei­te­ren muss jede Kon­takt­an­fra­ge auto­ri­siert wer­den. Sind ein­mal die Nut­zer auf­ge­nom­men, lässt Hoc­cer sich wie jede ande­re belie­bi­ge Mes­sen­ger-App nut­zen. Es ste­hen Ein­zel- und Grup­pen­chats zur Ver­fü­gung. Außer­dem der Ver­sand von Bil­dern, Vide­os, Stand­ort, Sprach­nach­rich­ten und Kon­takt­da­ten. Dies ist jedoch nicht, was Hoc­cer aus­macht und die App beson­ders macht.

Der Mes­sen­ger-Dienst legt aller­größ­ten Wert auf die Sicher­heit der Daten sei­ner Kun­den. So wer­den die Daten, die vom Nut­zer ver­sen­det wer­den, aus­schließ­lich über in Deutsch­land befind­li­che Ser­ver gelei­tet. Dadurch unter­liegt das Unter­neh­men Hoc­cer Betriebs GmbH dem deut­schen Daten­schutz­recht, das zu den strengs­ten der Welt gehört. Somit sind die ver­sen­de­ten Daten abso­lut sicher und kön­nen nicht von Behör­den oder Hoc­cer selbst mit­ge­le­sen wer­den. Eben­so wer­den die gesen­de­ten Medi­en direkt nach dem Emp­fan­gen von den Ser­vern end­gül­tig gelöscht und nicht gespei­chert wie bei ande­ren Mes­sen­ger-Diens­ten (z.B. WhatsApp).Ein wei­te­rer Sicher­heits­as­pekt ist, dass Hoc­cer mit Hil­fe der Front­ka­me­ra unau­to­ri­sier­te Nut­zer der App auf einem Smart­pho­ne per Foto fest­hal­ten kann. Dadurch wird gewähr­leis­tet, dass der Zugriff von Drit­ten auf die Mes­sen­ger-App ver­hin­dert wird. (Hoc­cer Betriebs­GmbH, 2015).
Als Fazit kann man sagen, dass Hoc­cer ein siche­rer Mes­sen­ger-Dienst ist, aber dadurch leich­te Abstri­che bei der Benut­zer­freund­lich­keit ein­bü­ßen muss. Hoc­cer lässt sich sehr gut bedie­nen. Der Mes­sen­ger ist mit einer über­sicht­li­chen Ober­flä­che gestal­tet. Die Bedie­nung ist intui­tiv und selbst­er­klä­rend. Benö­tigt man doch mal Hil­fe, ist eine aus­führ­li­che FAQ im Ein­stel­lungs­me­nü zu fin­den, die in Eng­lisch und Deutsch zur Ver­fü­gung steht. Dies ist nicht selbst­ver­ständ­lich für eine Mes­sen­ger-App.

Whats­App zum Bei­spiel bie­tet dies nur auf Eng­lisch und ist sehr kom­pli­ziert ver­fasst, sodass es zu Miss­ver­ständ­nis­sen kom­men kann. Eine auf­wands­lo­se Ein­rich­tung, wie bei Whats­App, kann Hoc­cer nicht leis­ten. Dies ist von Hoc­cer aber auch genau so gewollt. Das Unter­neh­men möch­te so weni­ge Infor­ma­tio­nen wie mög­lich von sei­nen Nut­zern und so kann das auto­ma­ti­sche Ein­rich­ten von Kon­takt­lis­ten nicht rea­li­siert wer­den. Das manu­el­le Ein­rich­ten der Adres­sen und das Auto­ri­sie­ren der Chat-Part­ner ist sozu­sa­gen ein gewoll­tes Fea­ture. Die­ses Fea­tures könn­te vor allem für Fir­men von gro­ßer Bedeu­tung sein. Fir­men haben Geheim­nis­se, zum Bei­spiel die Ent­wick­lung neu­er Gerä­te oder Kon­takt­da­ten von Kun­den. Fir­men wollen/​dür­fen sol­che Daten nicht Preis geben. Der Ver­lust sol­cher sen­si­blen Daten, kann zum einen durch Indus­trie­spio­na­sche zur Schä­di­gung des eige­nen Geschäf­tes füh­ren, zum ande­ren kann es auch ille­gal sein, sol­che Daten zu ver­öf­fent­li­chen. In Euro­pa ist es durch die Daten­schutz­be­stim­mun­gen nicht erlaubt, Daten Drit­ter ohne ihre Ein­wil­li­gung wei­ter­zu­ge­ben, was bei man­chen ande­ren, nicht siche­ren Mes­sen­gern der Fall ist (Kom­mi­si­on, 2012).

Daher könn­te der Mes­sen­ger für „mobi­les smart Busi­ness“ sehr inter­es­sant sein. Im pri­va­ten Sek­tor wird sich der Mes­sen­ger wahr­schein­lich nicht durch­setz­ten, da das Nicht-Syn­chro­ni­sie­ren des Adress­buchs als stö­rend emp­fun­den wer­den kann. Ein wei­te­rer Grund ist, dass die meis­ten Nut­zer den Mes­sen­ger-Dienst nut­zen, den auch ihre Freun­de nut­zen und das wird in der Zukunft nicht Hoc­cer sein.

Die­se Arbeit wur­de im Rah­men des BOK-​Kur­ses “Smart Busi­ness – Grund­la­gen mobi­ler Kom­mu­ni­ka­tion im beruf­li­chen Umfeld“ von Stu­die­ren­den an der Uni­ver­si­tät Frei­burg erstellt.

Lite­ra­tur­ver­zeich­nis:

Eiken­berg, R. (2015). US-Behör­den belau­schen Whats­App-Kom­mu­ni­ka­ti­on.
Groll, T. (2014). So ist die Nut­zer­zahl von Whats­App explo­diert. Zeit ONLINE.
Hoc­cer Betriebs GmbH. (2015). FAQ.
Kom­mi­si­on, E. (2012). Schutz peros­nen­be­zo­ge­ner Daten.
Mans­holt, M. (2015). Test­sie­ger Hoc­cer: Was taugt der Daten­schutz-Mes­sen­ger.
Whats­App Inc. (kein Datum). Daten­schutz & AGB.


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