Dri­ver­s­log Fahr­ten­buch — Seri­ös geht anders!

Im Jahr 2008 hat­te ich ein­mal die Idee mit der Soft­ware Dri­ver­s­log von der Fir­ma pro­ba­sys Soft­ware GmbH mein Fahr­ten­buch zu füh­ren. Auf der Web­sei­te von Dri­ver­s­log und der von Pro­ba­sys wird schließ­lich bis heu­te noch irre­füh­rend ausgeführt:

Die auf­ge­zeich­ne­ten Infor­ma­tio­nen wer­den mani­pu­la­ti­ons­si­cher gespei­chert und vom Mobil­funk­ge­rät an einen Host (Inter­net) oder an ein unter­neh­mens­in­ter­nes ERP-Sys­tem über­tra­gen. Je nach Imple­men­tie­rung sind die Daten über das ERP-Sys­tem oder über das Inter­net abruf­bar. Die auf­ge­zeich­ne­ten Infor­ma­tio­nen kön­nen zu jeder Zeit aus­ge­druckt werden. …

Dri­ver­s­Log erfüllt alle vom Gesetz­ge­ber gestell­ten Anfor­de­run­gen an ein Fahrtenbuch.

Kur­ze Zeit spä­ter sprach ich — glück­li­cher­wei­se — mit mei­nem Steu­er­be­ra­ter über die­sen Sach­ver­halt. Die­ser konn­te sich vor Lachen nicht ein­krie­gen als ich ihm die Wer­bung für Dri­ver­s­log vor­las. Er frag­te nur tro­cken, ob irgend­wo ste­he, dass der Her­stel­ler die Aner­ken­nung durch das Finanz­amt garan­tie­re, was ich ver­nein­te. Der trau­ri­ge ‘Trick’ an der Sache ist, dass es im Ermes­sen des Finanz­am­tes liegt, die Fahr­ten­buch­füh­rung mit Dri­ver­s­log anzu­er­ken­nen oder abzu­leh­nen. Und das für mich zustän­di­ge Finanz­amt lehnt laut mei­nem Steu­er­be­ra­ter elek­tro­nisch geführ­te Fahr­ten­bü­cher ab — eben weil die­se nicht revi­si­ons­si­cher sind.

Dies ist plau­si­bel, denn bei­spiels­wei­se eine Spei­che­rung der Daten im ERP-Sys­tem ist in vie­len Fäl­len nicht revisionssicher.

So weit, so gut. Vor die­sem Hin­ter­grund hät­te ich eigent­lich sofort das bezahl­te Geld, 49,98 € für ein Jahr, zurück­for­dern müs­sen. Doch ich ver­gass dies und zahl­te auch noch 2009 und 2010 für ein für mich nicht nutz­ba­res Pro­dukt. 2011 fiel mir dann auf, dass erneut abge­bucht wur­de. Dies­mal gab ich die Last­schrift zurück und erklär­te auch den Grund. Nach eini­gem Mail-Ping­pong reich­te es mir und ich schrieb der Firma:

… Ich emp­fin­de es als nun­mehr unver­schämt ein nutz­lo­ses und wert­lo­ses Pro­dukt auf inak­zep­ta­ble Art berech­nen zu wollen!

Neh­men Sie bit­te zur Kennt­nis, dass ich für Kos­ten eines Mahn­ver­fah­rens nicht auf­kom­men wer­de, da ich zah­lungs­un­wil­lig bin.

Es steht Ihnen frei, mich zu ver­kla­gen. Ich wer­de dann Steu­er­be­ra­ter und Finanz­amt als Zeu­gen benen­nen und den gan­zen Sach­ver­halt pro­mi­nent im Inter­net kommunizieren.

Mir reicht es mittlerweile.

Danach war Ruhe.

Ges­tern kon­trol­lier­te ich nun mei­ne Kon­to­aus­zü­ge und fiel aus allen Wol­ken. Pro­ba­sys hat Ende Novem­ber 2012 erneut 49,98 € abge­bucht! Das muss man sich ein­mal auf der Zun­ge zer­ge­hen las­sen: Man gibt der Fir­ma vor einem Jahr die Last­schrift mit der ein­deu­ti­gen Erklä­rung zurück, dass ihre Wer­bung — vor­sich­tig for­mu­liert — irre­füh­rend ist und das für mich zustän­di­ge Finanz­amt Dri­ver­s­log nicht aner­kennt. Nach eini­gem Mail­ping­pong akzep­tier­te Pro­ba­sys dies.

Und ein Jahr spä­ter buchen sie dumm­dreist erneut wie­der ab — wis­send, dass Sie ein für mich nutz­lo­ses Pro­dukt lie­fern wol­len, dass ich nicht benut­ze und für das — in mei­nem Fall — die zuge­si­cher­te Pro­duk­t­ei­gen­schaft (Fahr­ten­buch für das Finanz­amt) nicht gege­ben ist. Fröh­lich igno­rie­rend, dass durch die Last­schrift­rück­ga­be und deren Akzep­tanz aller­spä­tes­tens eine frist­lo­se Kün­di­gung ent­stan­den ist.

Dumm­dreist ist noch ein Kom­pli­ment für sol­ches Ver­hal­ten. Des­halb — klä­ren Sie vor einem Kauf von Dri­ver­s­log, ob die Lösung von Ihrem Finanz­amt über­haupt aner­kannt wird. Wenn Sie über­haupt mit einer sol­chen Fir­ma zusam­men­ar­bei­ten wollen …

Emp­feh­len Sie die­sen Bei­trag bit­te auch auf Twit­ter, Face­book und Goog­le wei­ter, damit Ihre Freun­de und Bekann­ten nicht auch mit der­ar­ti­gen Pro­ble­men kon­fron­tiert wer­den — denn das muss ja nicht sein!

PS:

Wenn Sie eine seriö­se­re Lösung suchen, schau­en Sie sich ein­mal Dri­ver­s­log Pro von Flo­ri­an Lie­fers an. Lie­fers gibt wahr­heits­ge­mäß an:

Nach­träg­li­che Ände­run­gen an abge­schlos­se­nen Fahr­ten wer­den mit Datum und Uhr­zeit pro­to­kol­liert, sodass die Auf­zeich­nun­gen den Anfor­de­run­gen vie­ler Finanz­äm­ter genügen.

Aber auch bei die­ser Lösung gilt: Vor der Nut­zung mit dem Finanz­amt oder dem Steu­er­be­ra­ter reden!


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Ein Kommentar

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  1. Update, inzwi­schen wer­den Ände­run­gen bei Pro­ba­sys pro­to­kol­liert und es exis­tie­ren not­wen­di­ge Zeits­tem­pel. Aller­dings ist die Soft­ware für Win­dows­pho­ne extremst mit Bugs ver­se­hen, Plau­si­bi­li­täts­feh­ler sind vor­han­den (fal­sche Kilo­me­ter­stän­de) etc. Daten kön­nen nicht über­tra­gen wer­den etc. Ein Freund hat die Android Ver­si­on und ver­zwei­fel­te eben­falls an der Soft­ware. Die iPho­ne App kann Fahr­ten nicht mal auf­zei­chen. Der Sup­port bemüht sich nur augen­schein­lich. Star­ten tut man dort ger­ne mit den berühm­ten Wor­ten „Bei uns funk­tio­niert es aber” Da muß man erst mal durch… gege­be­nen­falls auch zwei mal. Genau in die­sem Moment ist der Tele­fon­an­schluß der Hot­line nicht mal erreich­bar. Die Über­schrift ist also auch nach 3 Jah­ren noch immer aktu­ell. Seri­ös geht anders. Wie man so 3 Jah­re exis­tie­ren kann ent­zieht sich mei­nem Vorstellungsvermögen.

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