Bring Your Own Device (BYOD) — Taugt das als Geschäfts­kon­zept?

Tag für Tag haben wir span­nen­de Anfra­gen zum The­ma Mobi­le Device Manage­ment (MDM), die uns immer neu mit inter­es­san­ten Ide­en und Kon­zep­ten kon­fron­tie­ren. Heu­te hat­te ich ein län­ge­res Gespräch mit einem Inter­es­sen­ten für datomo Mobi­le Device Manage­ment, der mir ein inter­es­san­tes Kon­zept vor­stell­te, was er mit datomo MDM umset­zen will oder bes­ser gesagt woll­te.

Ihm schweb­te vor, einen Ser­vice per Web­site anzu­bie­ten, der Eltern und ande­ren inter­es­sier­ten die Mög­lich­keit gibt, die Smart­pho­nes Ihrer Kin­der und von Drit­ten sicher zu mana­gen. Im Kern kei­ne schlech­te Idee, wenn man wenig von Mobi­li­ty und den ver­schie­de­nen Gerä­te­wel­ten ver­steht. Ich erklär­te ihm dann aller­dings detail­liert, war­um dies mei­nes Erach­tens kei­ne wirk­lich erfolgs­träch­ti­ge Idee ist.

Zunächst wies ich ihn dar­auf hin, dass der­zeit kein Her­stel­ler der Welt eine kom­plet­te Abde­ckung aller Andro­id-Gerä­te lie­fern kann — auch wir nicht. An die­ser Stel­le war er noch opti­mis­tisch, wir könn­ten dann ja bei Bedarf unse­re Soft­ware an Gerä­te anpas­sen, die wir nicht erken­nen. Prin­zi­pi­ell eine gute Idee, aber nicht umsetz­bar für klei­ne und kleins­te Stück­zah­len von End­ge­rä­ten.

Die nächs­te Ent­täu­schung muss­te ich ihm ver­mit­teln, als ich ihn dar­auf hin­wies, dass Win­dows Pho­ne 7 und 7.5 nur sehr begrenzt mana­ge­bar sind und er sei­ne Dienst­leis­tung somit für Nokia Lumia & Co nicht anbie­ten kann. Völ­li­ges Erstau­nen, das sei ihm von ande­ren ganz anders erzählt wor­den und das kön­ne doch nicht sein. Doch, es ist lei­der so.

Die tota­le Ernüch­te­rung trat dann ein, als ich ihm mit­teil­te, dass Apple die Auf­fas­sung ver­tritt, dass der Anwen­der immer die letz­te Hoheit über das Gerät behält — also auch immer das MDM-Pro­fil end­gül­tig löschen darf — zumin­dest, wenn der MDM-Her­stel­ler sich an die Apple-Vor­schrif­ten hält. Dies erzeugt ja im nor­ma­len Unter­neh­mens­be­trieb auch kei­ner­lei Pro­ble­me, da mit dem Löschen des MDM-Pro­files auch sämt­li­che Unter­neh­mens­in­hal­te gelöscht wer­den. Mein Gesprächs­part­ner war zunächst auch hier noch fröh­lich — da man das Löschen ja ange­zeigt bekommt, könn­te man den Auf­trag­ge­ber ja infor­mie­ren. Es dau­er­te ein wenig bis ich ihm erklärt hat­te, dass genau dies von Eltern ja wohl nicht gewünscht sei — man gibt Geld aus und am Ende kann der Spross dann doch machen was er will, wenn er nur das Pro­fil löscht!

Das The­ma Jail­b­reak und Roo­ting war dann das größ­te Pro­blem für das Kon­zept? War­um? Weil vie­le Jugend­li­che nicht gejail­b­re­ak­te oder ger­oo­te­te Gerä­te so cool wie ein Par­tei­tag fin­den. Unser Gespräch rief ihm ins Gedächt­nis, dass auch sein Juni­or zu die­ser Grup­pe gehört und sich gegen ein von Papa gema­nag­tes Gerät wohl stark weh­ren wür­de.

Die ent­täusch­te Fra­ge nach all dem war: „War­um sind Sie der Ers­te, der mir all dies erzählt?” Mei­ne ehr­li­che Ant­wort war: „Weil wir Ihnen nicht auf Teu­fel komm raus etwas ver­kau­fen wol­len. Und weil wir etwas von Mobi­li­ty ver­ste­hen, was bei vie­len MDM-Ver­käu­fern nicht der Fall ist.”

Für den Leser ist es an die­ser Stel­le ver­mut­lich kei­ne gro­ße Trans­fer­leis­tung zu erken­nen, dass genau die­se Pro­ble­me jedes BYOD-Sze­na­rio im Unter­neh­mens­be­reich obso­let machen, denn die Pro­ble­me sind exakt die­sel­ben. Wenn Sie mehr zum The­ma BYOD nach­le­sen möch­ten, nut­zen Sie bit­te die Lasche in der Navi­ga­ti­on oben ‘Alles zu BYOD’.

Wenn Sie ande­re Fra­gen zu mobi­len The­men haben, fra­gen Sie uns bit­te. Wir haben die Ant­wort — Garan­tiert! Wenn Sie mei­nen, dass auch ande­re vor BYOD als Geschäfts­kon­zept gewarnt wer­den soll­ten, emp­feh­len Sie die­sen Bei­trag bit­te wei­ter — die But­tons für Face­book, Goog­le oder Twit­ter war­ten nur dar­auf!


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