Bring Your Own Device (BYOD) — Mit Sicher­heit wird zu die­sem The­ma mehr Wer­bung als Fach­wis­sen verbreitet!

Gera­de über­flie­ge ich einen News­let­ter der funk­schau, einer Zei­tung, die mir bis­her nicht durch beson­ders inter­es­san­te Bei­trä­ge zum The­ma Mobi­li­ty auf­ge­fal­len ist. Ich lese:

Lie­be Leser,

sicher ist Ihnen das Kür­zel BYOD inzwi­schen ein Begriff. Es steht für „Bring Your Own Device”, den Ein­satz pri­va­ter IT- und TK-End­ge­rä­te im Geschäfts­all­tag. Wur­de BYOD bis vor kur­zem noch als rei­nes Sicher­heits-The­ma behan­delt und die Fra­ge dis­ku­tiert, ob man bei­spiels­wei­se pri­va­te Smart­pho­nes im Unter­neh­mens­ein­satz nicht ein­fach ver­bie­ten kön­ne, zieht BYOD inzwi­schen erheb­lich wei­te­re Krei­se. Cis­co hat in einer aktu­el­len Stu­die BYOD als Trieb­fe­der für mobi­le Unter­neh­mens­an­wen­dun­gen aus­ge­macht. Künf­tig geht es nicht mehr dar­um, ob BYOD erlaubt sein soll oder nicht, son­dern dar­um, wie man aus dem The­ma eine maxi­ma­le Wert­schöp­fung gene­riert — und das nicht nur für Unter­neh­men son­dern auch für Diens­te­an­bie­ter. Die wich­tigs­ten Erkennt­nis­se und Kon­se­quen­zen aus der Stu­die gibt es bei funk­schau: „BYOD treibt Mobi­li­ty”.

Cis­co meint etwas und die Funk­schau zitiert es dann ein­fach mal. Jetzt weiss ich wenigs­tens, das BYOD nicht auf­zu­hal­ten ist! Der im News­let­ter und im oben ein­ge­füg­ten Zitat ver­link­te Bei­trag ist dann aller­dings kei­ne ernst­zu­neh­men­de Aus­ein­an­der­set­zung mit BYOD. Da wird ein­fach nur unre­flek­tiert die Sicht (das Mar­ke­ting) von Cis­co zu BYOD wie­der­ge­ge­ben, indem auf eine über­haupt nicht näher erklär­te Stu­die von Cis­co refe­ren­ziert wird und dann naht­los die tol­len Pro­dukt­ant­wor­ten von Cis­co gege­ben werden.

Schon die Über­schrif­ten des Bei­tra­ges zei­gen, dass hier nicht wirk­lich recher­chiert wur­de, son­dern Cis­co-Mate­ri­al prä­sen­tiert wird:

1. Teil: Cis­co: BYOD treibt Mobility
2. Teil: BYOD als Teil von Mobilität
3. Teil: Die Ergeb­nis­se der Stu­die auf einen Blick
4. Teil: Unter­neh­mens-Lösun­gen von Cisco
5. Teil: Cis­co-Lösun­gen für Serviceprovider

Das Ergeb­nis der „wun­der­ba­ren” Cisco-„Studie” gip­felt in fol­gen­der Erkenntnis:

… Abhän­gig von der Posi­ti­on des Mit­ar­bei­ters – so schätzt die Cis­co-IBSG – kön­nen durch die Ein­füh­rung von BYOD-Initia­ti­ven Ein­spa­run­gen von 300 bis 1.300 US-Dol­lar rea­li­siert werden. …

Man kann ja gera­de noch ertra­gen, wenn die­ser Quatsch auf der Cis­co-Web­sei­te ver­öf­fent­licht wird. Wenn solch ein Blöd­sinn aber auch noch völ­lig unre­flek­tiert durch „Fach”-Magazine ver­brei­tet wird, ist dies bedenk­lich. Kein Hin­ter­fra­gen, kei­ne Ana­ly­se, kei­ne sub­stan­ti­el­len Zah­len zur Unter­su­chung — mit Jour­na­lis­mus hat all dies wirk­lich wenig zu tun. Lei­der ist dies kein Ein­zel­fall son­dern mitt­ler­wei­le die Regel für IT-Publi­ka­tio­nen in die­sem Land. Qua­li­täts­pro­duk­te kann man schnell auf­zäh­len — die meis­ten kom­men aus Han­no­ver — und selbst bei die­sen gibt es mitt­ler­wei­le auch häu­fi­ger schlech­te Bei­trä­ge als früher.

Inso­fern gilt immer mehr für Anwen­der, die sich mit BYOD und Mobi­le Device Manage­ment beschäf­ti­gen: Glau­ben Sie nicht, was Sie lesen, glau­ben Sie nur, was Sie vor Ihrem eige­nen Erfah­rungs­hin­ter­grund als rich­tig und wich­tig wahr­neh­men. Denn all das, was Sie nun­mehr in den letz­ten 20 Jah­ren in der IT auf­ge­baut haben ist nicht durch einen in den USA erzeug­ten Hype auf ein­mal ungül­tig gewor­den. Die von den Autoren der „Stu­die” bewusst gewähl­te Unschär­fe lässt Asso­zia­tio­nen zu, die ein­deu­tig falsch sind. Beispiel:

… 95 Pro­zent der Mit­ar­bei­ter gaben an, dass ihr Unter­neh­men gestat­tet, pri­va­te Gerä­te in der einen oder ande­ren Form am Arbeits­platz zu verwenden. …

Dies gilt sicher auch in Deutsch­land — nur die wenigs­ten Unter­neh­men ver­bie­ten Ihren Mit­ar­bei­tern das Ver­wen­den ihrer pri­va­ten Gerä­te für PRIVATE Zwe­cke — da stim­men die 95 %. Im Zusam­men­hang mit BYOD soll aber die Asso­zia­ti­on erzeugt wer­den, das 95 % der Mit­ar­bei­ter ihre pri­va­ten Gerä­te für Fir­men­zwe­cke ver­wen­den dür­fen /​sol­len, was selbst in den USA nicht der Fall ist — so dumm sind auch ame­ri­ka­ni­sche Unter­neh­men nicht, selbst wenn die­se mit einem völ­lig ande­ren Sicher­heits-Kon­zept operieren.

Wenn Sie mehr zur Kri­tik an BYOD-Kon­zep­ten wis­sen wol­len, lesen Sie in die­sem Blog mehr in der Rubrik „Alles zu MDM”. Oder fra­gen Sie uns — wir haben die Ant­wort — Garantiert!


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