Black­Ber­ry Z10 folgt dem Play­book — Das Ver­ram­schen hat begon­nen

Ent­sin­nen Sie sich? Es ist noch gar nicht so lan­ge her, da lob­te Black­Ber­ry das Play­book in den höchs­ten Tönen. Nur kau­fen woll­ten es die Kun­den nicht. Also ver­ramsch­te man das eigent­lich gar nicht so schlech­te Gerät auf Teu­fel komm raus — Markt­an­tei­le gewann man damit nicht und mitt­ler­wei­le ver­kün­det der Abwick­ler CEO Heinz laut­stark, dass Tablets in 5 Jah­ren kei­ne Bedeu­tung mehr haben. Kein Pro­blem, es war schon immer sinn­voll den Blick auf die Welt den eige­nen Fähig­kei­ten anzu­pas­sen.

Ver­ram­schen hat bei Black­Berr­ry eine gute Tra­di­ti­on, ent­sin­nen Sie sich:

Ges­tern rief mich ein ehe­ma­li­ger Black­Ber­ry-Mit­ar­bei­ter an und mach­te mich dar­auf auf­merk­sam, dass das neue Flagg­schiff Z10 auch schon ver­ramscht wird. Ich war ungläu­big, aber er sag­te zu mir zum wie­der­hol­ten Mal: „Glaub’ es end­lich, das ist naht­los der Storm-Nach­fol­ger!”. Dann sag­te er mir ich sol­le ‘Black­Ber­ry’ und ‘Indi­en’ goo­geln. Gesagt, getan. Und ich stieß sofort auf den Arti­kel Black­Ber­ry India to allow users to tra­de in older models for dis­counts on Z10.

Mir war vor eini­gen Tagen schon auf­ge­fal­len, dass Black­Ber­ry Indi­en mit der oben abge­bil­de­ten Akti­on den Ver­kauf der Z10 ankur­beln will. Für 43.191 INR (557 €) wird das Gerät mit einem zins­lo­sen 9‑Mo­nats-Kre­dit ange­bo­ten. da dies offen­kun­dig nicht den erwünsch­ten Effekt hat­te, will man sich nun wie­der ein­mal Markt­an­tei­le kau­fen, was immer noch bes­ser ist, als die Gerä­te am Ende gar nicht zu ver­kau­fen und ent­sor­gen zu müs­sen.

Die Preis­span­ne für das Black­Ber­ry Z10 in Indi­en bewegt sich der­zeit zwi­schen 37.500 INR (484 €) und 42.490 INR (548 €). Black­Ber­ry bie­tet nun Smart­pho­ne-Besit­zern (nicht nur Black­Ber­ry-Besit­zern, was durch­aus Sinn gibt) bis zu 11.000 INR (142 €) Nach­lass, wenn sie ihr Smart­pho­ne gegen ein Black­Ber­ry Z10 tau­schen. Damit ist der rea­le Preis bei 342 € gelan­det, der Kun­de erhält für den Tausch einen Rabatt von fast 30 %! Oder anders betrach­tet bedeu­tet dies, dass sich der Preis in weni­ger als 6 Mona­ten nahe­zu hal­biert hat. So sehen Miss­erfol­ge aus!

Was sagt uns das?

  1. Wer sich einen Black­Ber­ry Z10 kau­fen möch­te soll­te war­ten — auch bei uns wer­den die Prei­se ähn­lich ein­bre­chen. Und nicht nur für den Z10.
  2. Black­Ber­ry ist ver­zwei­felt, was nach dem Desas­ter vom letz­ten Frei­tag gut nach­voll­zieh­bar ist — Black­Berry Quar­tals­zah­len — Mit Thors­ten Heins in den Abgrund?
  3. Black­Ber­ry hat kei­ne Zukunft, für Unter­neh­mens­kun­den ist es spä­tes­tens jetzt an der Zeit die Stra­te­gie der mobi­len End­ge­rä­te zu über­den­ken, wenn man noch Black­Ber­ry hat.

Ver­ste­hen tue ich den Aktio­nis­mus — in weni­gen Tagen ist Haupt­ver­samm­lung und man weiss, dass man am Abgrund steht. Dabei gäbe es eine Lösung, mit der man Fir­ma und Mar­ke zumin­dest noch ein­mal bele­ben könn­te. Die Lösung ist, Thors­ten Heins frist­los zu feu­ern, denn die­ser Mann hat noch nir­gends etwas geleis­tet. Glau­ben Sie nicht? Dann lesen Sie auf Spree­blick ein­mal den Bei­trag Sie­mens Mobi­le: Wie man eine Fir­ma in den Unter­gang führt. Auch nach 6 Jah­ren noch zeit­los aktu­ell. Dort fin­den Sie auch Heinz bewer­tet:

Am 1.4. kam dann Thors­ten Heins, dem Ver­neh­men nach mit guten Freun­den im Top-Manage­ment geseg­net. Die Höf­lich­keit gebie­tet es, über ihn kei­ne wei­te­ren Wor­te zu ver­lie­ren.

Lesen Sie den Arti­kel! Danach kön­nen Sie sich bes­ser vor­stel­len wie es jetzt ver­mut­lich bei Black­Ber­ry zugeht, denn Sie­mens Mobi­le scheint für Heinz die Blau­pau­se sei­nes Han­delns und Ver­hal­tens zu sein.

PS:

Die Aktie befin­det sich wei­ter im frei­en Fall. Ges­tern hat sie erneut fast 6 % ver­lo­ren und die psy­cho­lo­gisch wich­ti­ge 10 USD Mar­ke nach unten durch­bro­chen. Heinz hat bei rund 17 USD über­nom­men und schon ein his­to­ri­sches Tief von 6,22 USD geschafft. Wenn die Aktio­nä­re nicht auf­pas­sen, wird Heinz die ver­blie­be­nen 3 Mil­li­ar­den USD Cash mit sei­nen genia­len Manage­ment­ta­len­ten noch ver­bla­sen und Black­Ber­ry zum Pen­ny­stock machen.

Dadurch wird Mut­ti bestimmt auf ihn auf­merk­sam und macht ihn dann zum Wirt­schafts­mi­nis­ter. Eigent­lich eine gute Idee. Denn in Ber­lin wür­de er zwei­fels­frei nicht mehr nega­tiv auf­fal­len, son­dern wäre eine gleich­wer­ti­ge Ver­stär­kung des dor­ti­gen Luschen­ka­ba­retts.


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  1. […] Das oben im Bei­trag ver­linkte Bild zeigt die Rea­li­tät. Der Black­Berry Z10 wird bei Car­re­four, einer in in VAE all­ge­gen­wär­ti­gen Super­markt­kette für 1999 Dir­ham (415 Euro) ange­bo­ten. Berück­sich­tigt man noch die kos­ten­lose Hül­le ist man bei rund 395 Euro. Aber das ist noch nicht genug – man kann die Gerä­te über neun Mona­te zins­los finan­zie­ren, wie in Indi­en, wir berich­te­ten im Bei­trag Black­Berry Z10 folgt dem Play­book — Das Ver­ram­schen hat begon­nen. […]

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