Black­Ber­ry — Wie­der­auf­stieg oder qual­vol­les Ende?

Ein Leser frag­te mich am Wochen­en­de, war­um ich nichts mehr über Black­Ber­ry schrei­be. Die Ant­wort ist lei­der sehr ein­fach — weil es nichts Posi­ti­ves zu schrei­ben gibt. Und stän­dig dar­auf hin­zu­wei­sen wie schlecht es um Black­Ber­ry steht ist nicht Sinn und Zweck die­ses Blogs. Aber da am Frei­tag, dem 20. Dezem­ber die neu­en Quar­tals­zah­len ver­öf­fent­licht wer­den, habe ich mir die Zeit genom­men wie­der ein­mal über Black­Ber­ry zu schrei­ben und auf­zu­zei­gen wo aus unse­rer Sicht die Ent­wick­lung hin­geht. In der Ver­gan­gen­heit haben wir mit unse­ren Ein­schät­zun­gen und Bewer­tun­gen immer rich­tig gele­gen, was regel­mä­ßi­ge Leser wis­sen.

Das Urteil der Bör­se ist eben­so ein­deu­tig wie ver­nich­tend in die­sem Jahr wie der Screen­shot zum Bei­trag zeigt. Von 11,87 USD zur Jah­res­wen­de auf aktu­ell 6,11 USD ist die Aktie abge­stürzt. Man darf nicht ver­ges­sen, dass in die­se Zeit auch der groß ange­kün­dig­te, heiss erwar­te­te und kom­plett geschei­ter­te Start der neu­en BB10-Gerä­te fiel, was der Aktie zwi­schen­zeit­lich zu einem Höchst­stand von 17,90 USD ver­half — Licht­jah­re ent­fernt vom All­zeit­hoch im Juli 2007, wo die Aktie mit 230,52 USD notier­te.

Die Abstür­ze des Kur­ses in die­sem Jahr gin­gen immer ein­her mit dem Auf­tritt einer Per­son, von der sich das Unter­neh­men lei­der viel zu spät getrennt hat. Immer, wenn Thors­tens Heins die Büh­ne erklomm, war vor­ab schon eines klar — der Kurs wird abstür­zen, man rät­sel­te nur um wie­viel. Jeder sei­ner Auf­trit­te war ein Desas­ter, egal ob bei der Haus­mes­se Black­Ber­ry Live oder den desas­trö­sen Ver­öf­fent­li­chun­gen der Quar­tals­zah­len. Heins hat mit sei­nen Auf­trit­ten und dem dazwi­schen jeweils end­los anmu­ten­den Schwei­gen dem strau­cheln­den Unter­neh­men den Todes­stoß ver­setzt, hier­an wird auch der neue CEO nichts mehr ändern kön­nen.

Und auch der neue CEO Jon S. Chen hat in der mitt­ler­wei­le aus­rei­chend lan­gen Zeit seit sei­ner Amts­über­nah­me nicht einen bemer­kens­wer­ten neu­en Akzent gesetzt, er ver­wal­tet offen­kun­dig nur das Elend und scheint mehr Abwick­ler als Gestal­ter zu sein. Hier­zu zählt unter ande­rem die Absa­ge des für Black­Ber­ry über­aus wich­ti­gen Ver­an­stal­tungs­for­ma­tes Black­Ber­ry Jam im Novem­ber:

Thanks for your ongo­ing inte­rest in our Black­Ber­ry® Jam events. We’re wri­ting today to let you know that we are taking some time to reeva­lua­te our cur­rent events stra­te­gy and it has been deter­mi­ned that we will not pro­ceed with Black­Ber­ry Jam Euro­pe in 2014. That said, we will con­ti­nue to keep you updated as new events and Black­Ber­ry activi­ties beco­me avail­ab­le. Black­Ber­ry events have always been pur­po­se-dri­ven, desi­gned to help get your hands on new pro­duc­ts, get fami­li­ar with our ser­vices, to learn about our future plans and road­maps, and to demons­tra­te the power­ful capa­bi­li­ties of Black­Ber­ry plat­forms. We will con­ti­nue to enga­ge with our deve­lo­pers in more focu­sed ways, desi­gned with a grea­ter empha­sis on the oppor­tu­nities we have to talk to our deve­lo­pers about what mat­ters most to you. We will keep you infor­med of future Black­Ber­ry deve­lo­per events. Best Regards, The Black­Ber­ry Jam Con­fe­rence Team

So läuft das Geschäft! Da hat man viel zu wenig brauch­ba­re nati­ve Apps für die BB10-Platt­form und sagt die Ver­an­stal­tung für die Ent­wick­ler mal eben ab. ‘Visi­on’ geht deut­lich anders! Im Mai frag­te ich im Bei­trag Black­Berry Live 2013 — Inhalts­leere mit Par­tei­tags-​Aus­strah­lung in Orlan­do: „Was mei­nen Sie? Wie lan­ge über­lebt Black­Berry unter den der­zei­ti­gen A(ni)mateuren noch?” Die Ant­wort ist für mich mitt­ler­wei­le klar, 2013 gab es die letz­te Black­Ber­ry Live. John S. Chen wand­te sich mit einem ‘offe­nen Brief an Kun­den’ am 02.12.2013 an die immer klei­ner wer­den­de Schar der Black­Ber­ry-Anwen­der und -Part­ner. Für die Leser, die den Brief nicht ken­nen zitie­ren wir ihn hier:

Ein Offe­ner Brief an Kun­den

An unse­re geschätz­ten Unter­neh­mens­kun­den und Part­ner,

in der letz­ten Zeit haben im Markt eine Men­ge Spe­ku­la­tio­nen bezüg­lich Black­Ber­ry® die Run­de gemacht. Sicher­lich wur­den auch Sie von diver­sen MDM Anbie­tern zu Webi­na­ren ein­ge­la­den, die Ihnen nahe­le­gen, sich von Ihrer BES Lösung zu ver­ab­schie­den. Höchs­te Zeit also, eini­ge Miss­ver­ständ­nis­se zum The­ma Black­Ber­ry im Unter­neh­mens­seg­ment — sowohl bei unse­ren bestehen­den Kun­den, als auch bei denen, die gera­de BYOD und MDM imple­men­tie­ren — aus dem Weg zu räu­men.

Das Wich­tigs­te vor­weg: Wir sind aus­ge­spro­chen leben­dig

Die Ankün­di­gung, dass Black­Ber­ry zum Ver­kauf steht, ist vom Tisch. Wir sind wei­ter­hin da und wer­den es auch blei­ben. Die kürz­lich von Black­Ber­ry bekannt­ge­ge­be­ne Ver­ein­ba­rung über ein stra­te­gi­sches Invest­ment von Fair­fax Finan­ci­al und ande­ren insti­tu­tio­nel­len Inves­to­ren ist ein ein­deu­ti­ges Ver­trau­ens­vo­tum für unser Unter­neh­men und unse­re Zukunft. Die Inves­ti­tio­nen, die Sie in Black­Ber­ry Infra­struk­tu­ren und Lösun­gen getä­tigt haben, sind auch in Zukunft sicher. Ich set­ze dies­be­züg­lich auf eine offe­ne Infor­ma­ti­ons­po­li­tik, wäh­rend wir mit unse­rem Unter­neh­men durch die Trans­for­ma­ti­on gehen. Wir set­zen jetzt genau dort an, wo unse­re Unter­neh­mens­kul­tur liegt: bei der Wei­ter­ent­wick­lung unter­neh­mens­spe­zi­fi­scher, mobi­ler End-To-End Lösun­gen. Dabei wer­den wir uns auf vier Berei­che kon­zen­trie­ren: Hand­sets, EMM Lösun­gen, platt­form­über­grei­fen­des Messa­ging und ein­ge­bet­te­te Sys­te­me. Und wir wer­den auch wäh­rend unse­rer Restruk­tu­rie­rung kon­se­quent in die For­schung und Ent­wick­lung siche­rer Unter­neh­mens­lö­sun­gen inves­tie­ren. Kurz gesagt: Die Mel­dun­gen über ein Ende von Black­Ber­ry sind schlicht und ein­fach aus der Luft gegrif­fen.

Unmiss­ver­ständ­lich: Wir wer­den alle Devices mana­gen

Das beinhal­tet platt­form­über­grei­fen­des MDM und umso mehr platt­form­über­grei­fen­des EMM. Mit BES10 haben wir im letz­ten Jahr ganz bewusst eine neue Platt­form auf­ge­setzt, damit wir alle End­ge­rä­te ver­wal­ten, BYOD umset­zen und das nach­weis­lich bes­te Device Manage­ment anbie­ten kön­nen. Unse­re Wett­be­wer­ber sug­ge­rie­ren gern, dass BES ledig­lich Black­Ber­ry Gerä­te ver­wal­tet und dass wir teu­rer als ande­re MDMs sei­en. Das ist falsch. Wir ken­nen die Anfor­de­run­gen der Enter­pri­se Mobi­li­ty bes­ser als jeder ande­re und wir den­ken lang­fris­tig. Des­halb haben wir in Enter­pri­se Mobi­li­ty Manage­ment inves­tiert – für jedes End­ge­rät – und Kun­den wie Sie wis­sen das Ergeb­nis zu schät­zen. Hier eini­ge Bele­ge:

  • Der Magic Qua­drant Report von Gart­ner zeigt, dass wir weit mehr EMM Kun­den als jeder ande­re Anbie­ter haben – und unser Anteil wächst wei­ter.
  • Wir mana­gen mehr mobi­le End­ge­rä­te als jeder ande­re.
  • Wir bewe­gen mehr siche­re mobi­le Daten als jeder ande­re.
  • Wir haben erheb­li­che Bar­mit­tel und sind kein MDM Anbie­ter, der durch Ven­ture Capi­tal gestützt wird und jähr­lich zusätz­li­che Mit­tel auf­trei­ben muss.

Sicher­heit ist nicht ver­han­del­bar – egal für wel­che End­ge­rä­te

BYOD Nut­zer kön­nen jedes Gerät mit ins Unter­neh­men brin­gen. Unse­re Auf­ga­be ist es dabei sicher­zu­stel­len, dass dies kein Risi­ko nach sich zieht. Egal, ob Sie unter­neh­mens­ei­ge­ne iPads ein­set­zen oder BYOD Andro­id™ Gerä­te – Sicher­heit hat immer eine über­ra­gen­de Bedeu­tung. Black­Ber­ry hat mehr Zulas­sun­gen von Regie­rungs­stel­len als jeder ande­re Anbie­ter und wir sind der ein­zi­ge EMM Anbie­ter und Gerä­te­her­stel­ler mit einem Sicher­heits­zer­ti­fi­kat des ame­ri­ka­ni­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums. Regie­run­gen, welt­weit agie­ren­de Kon­zer­ne und Orga­ni­sa­tio­nen, die kei­ner­lei Sicher­heits­kom­pro­mis­se machen dür­fen, ent­schei­den sich für Black­Ber­ry und ver­trau­en auf uns.

BES10 wird Ihre zukünf­ti­ge Enter­pri­se Mobi­li­ty Lösung sein

Wir wis­sen, das Black­Ber­ry Smart­pho­nes nicht für Jeden gemacht sind – und das ist auch ok. Wie bereits betont, sind wir weit mehr als ein Gerä­te­her­stel­ler. Des­halb unter­stützt BES10 platt­form­über­grei­fen­des MDM, ver­wal­tet mobi­le Appli­ka­tio­nen und ermög­licht Sicher­heit auf höchs­tem Niveau. Und wir haben BES10 so unkom­pli­ziert und kos­ten­ef­fi­zi­ent wie mög­lich gestal­tet, damit Sie es ganz ein­fach tes­ten und ein­set­zen kön­nen. In den kom­men­den Wochen wer­den wir den offe­nen Dia­log mit Ihnen fort­set­zen. Behal­ten Sie also die EMM Rea­li­ty Web­cast Serie im Auge, die sich der Kern­the­men die­ses Brie­fes anneh­men wird. In der Zwi­schen­zeit wür­de ich mich über ein Feed­back von Ihnen freu­en, damit wir Ihre Anfor­de­run­gen an EMM noch bes­ser erfül­len kön­nen. Ich glau­be an Black­Ber­ry und bin von unse­rer Zukunft, unse­rer Tech­no­lo­gie und unse­rer Fähig­keit, alle neu­en Anfor­de­run­gen des Mark­tes umzu­set­zen, voll und ganz über­zeugt.

Mit freund­li­chen Grü­ßen

John S. Chen

Exe­cu­ti­ve Chair & CEO

Sel­ten habe ich ein rea­li­täts­fer­ne­res State­ment eines Her­stel­lers gele­sen. Es ist erstaun­lich wie vie­le frag­wür­di­ge, teil­wei­se sogar fal­sche Aus­sa­gen in so weni­gen Wor­ten aus­ge­drückt wer­den kön­nen. Ich kom­men­tie­re hier nur ein­mal kurz die wirk­lich absur­den Über­schrif­ten:

  • Das Wich­tigs­te vor­weg: Wir sind aus­ge­spro­chen leben­dig. Ah ja! Nach der Mas­sen­ent­las­sung von 5.000 Mit­ar­bei­tern in 2012 und wei­te­ren Mas­sen­ent­las­sun­gen von bis zu 40 %der Mit­ar­bei­ter in 2013 ist man aus­ge­spro­chen leben­dig! Die Mas­sen­ent­las­sung von am Ende 8.000 — 10.000 Mit­ar­bei­tern in weni­ger als 2 Jah­ren wird Black­Ber­ry natür­lich nicht nen­nens­wert beein­träch­ti­gen! Wäh­rend man bis zum Janu­ar die­ses Jah­res nur ein Betriebs­sys­tem (BB7) unter­stüt­zen muss­te (was oft auch mehr schlecht als recht funk­tio­nier­te) will man nun zwei Betriebs­sys­te­me (BB7 & BB10) mit weni­ger als der Hälf­te der Mit­ar­bei­ter in den Erfolg füh­ren! Womit wie­der ein­mal ein Unter­schied zwi­schen man­chen Mana­gern und Unter­neh­mern doku­men­tiert wird — Mana­ger der Art, wie sie bei Black­Ber­ry der­zeit am Ruder sind, ret­ten sich mit Sprech­bla­sen eini­ge Zeit dahin und wer­den dann von der Rea­li­tät ein­ge­holt. Die Musik klingt fast wie sei­ner­zeit bei Nor­tel — doch dazu spä­ter mehr.
  • Unmiss­ver­ständ­lich: Wir wer­den alle Devices mana­gen. Ah ja! Aber Mr. Chen sagt wenigs­tens die Wahr­heit — wir ‘wer­den’! Zie­le darf jeder haben, auch wenn die­se unend­lich weit weg sind. Unter­neh­mens­kun­den wis­sen, wie wenig die Zusa­gen und Vor­her­sa­gen von Black­Ber­ry in der Ver­gan­gen­heit wert waren, ich erin­ne­re hier nur exem­pla­risch an das Mobi­le Voice Sys­tem (MVS) — jah­re­lang ange­kün­digt, viel zu spät gelie­fert, bis heu­te nicht ganz­heit­lich umge­setzt. Inso­fern erscheint die­se Aus­sa­ge noch unwahr­schein­li­cher und noch unglaub­wür­di­ger als so man­ches State­ment der Ver­gan­gen­heit. Mit weni­ger Men­schen (die bes­ten und guten sind mitt­ler­wei­le ver­mut­lich über­wie­gend gegan­gen) und weni­ger Res­sour­cen mehr leis­ten! Die meis­ten Anwen­der haben erkannt, was dies alles in Wirk­lich­keit ist — Durch­hal­te­pa­ro­len basie­rend auf Manage­ment by Voo­doo, fun­dier­te Aus­sa­gen sehen anders aus.
  • Sicher­heit ist nicht ver­han­del­bar – egal für wel­che End­ge­rä­te. Rich­tig, Mr. Chen, für uns auch nicht! Sie schrei­ben ja erfreu­li­cher­wei­se auch mit wem Sie die­se Sicher­heit ganz inten­siv ver­han­delt haben: „Wir sind der ein­zi­ge EMM Anbie­ter und Gerä­te­her­stel­ler mit einem Sicher­heits­zer­ti­fi­kat des ame­ri­ka­ni­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums.” Pri­ma, dass Sie expli­zit dar­auf hin­wei­sen, mit wem Black­Ber­ry ganz inten­siv ver­ban­delt ist. Viel­leicht hät­ten Sie Ihr Schrei­ben für den euro­päi­schen Markt doch etwas sen­si­bler for­mu­lie­ren sol­len? Da gab es doch einen Edward Snow­don, der offen­ge­legt hat, dass die Black­Ber­ry-Lösung kom­pro­mit­tiert ist, wir berich­te­ten im Bei­trag Black­Berry — Bes­ter Freund der NSA oder Opfer? Sicher hät­te es euro­päi­sche Anwen­der auch tief beein­druckt, wenn Sie noch vol­ler Stolz auf Ihre Zusam­men­ar­beit mit der NSA durch Ihre Toch­ter­fir­ma Cer­ti­com hin­ge­wie­sen hät­ten, wir berich­te­ten auch hier­über im ver­link­ten Bei­trag.
  • BES10 wird Ihre zukünf­ti­ge Enter­pri­se Mobi­li­ty Lösung sein. Ah ja! Das erle­ben wir anders. Immer mehr Anwen­der hin­ter­fra­gen die Sicher­heit von Black­Ber­ry — und gehen. Immer mehr Anwen­der glau­ben nicht an die Zukunft von Black­Ber­ry — und gehen. Und immer mehr Anwen­der hal­ten das EMM-Ange­bot Black­Ber­ry 10 für schlicht unge­nü­gend. Zuletzt waren (die weni­gen) Anwen­der, die die Kom­po­nen­te Uni­ver­sal Device Ser­vice (UDS) des BES 10 genann­ten Bau­kas­tens nut­zen, total glück­lich, dass sie Anwen­der aus dem Manage­ment ver­lo­ren, die ihre iOS-Gerä­te auf iOS 7 upgrade­ten. War­um? iOS 7 wur­de am 18.09.13 ver­öf­fent­licht. Black­Ber­ry offe­rier­te sei­nen ers­ten Ver­such zum Manage­ment die­ser Gerä­te Anfang Okto­ber 2013. Alle, die sofort auf iOS 7 upgrade­ten, waren nicht mehr mana­ge­bar mit dem BES 10. Soviel zu ‘aus­ge­spro­chen leben­dig’, alle Devices mana­gen’, ‘nicht ver­han­del­ba­rer Sicher­heit’ und ‘EMM-Lösung’.

Ich glau­be es wäre bes­ser für Black­Ber­ry gewe­sen, Chen hät­te die­se absur­de Email nicht geschrie­ben. Denn sie zeigt, dass er weder Kon­zept noch Visi­on für eine Lösung hat, was man ihm nicht vor­wer­fen kann oder soll­te. Die ein­zi­ge Kri­tik, die man ihm ent­ge­gen­hal­ten kann, ist, dass es manch­mal bes­ser ist ‘Nein’ zu sagen — es gibt Jobs, wo man nur schei­tern kann und Black­Ber­ry ist ein sol­cher.

Mich erin­nert der Absturz von Black­Ber­ry frap­pant an Nor­tel, eben­falls ein Unter­neh­men mit kana­di­schen Wur­zeln, des­sen lan­ger Abstieg 2009 in der Insol­venz ende­te. Das Desas­ter, wel­ches Frank Dunn (CEO bis zur frist­lo­sen Ent­las­sung 2004) und Kon­sor­ten ange­rich­tet hat­ten, konn­te nie­mals wie­der auf­ge­fan­gen wer­den. Es ist zu hof­fen, dass die Ära Heins nur von Unfä­hig­keit und nicht von ver­gleich­ba­ren Mani­pu­la­tio­nen wie bei Nor­tel geprägt war. Ande­rer­seits ist nur schwer ver­ständ­lich, war­um vor dem Hin­ter­grund der immer wie­der berich­te­ten hohen Bar­geld­be­stän­de des Unter­neh­mens von Black­Ber­ry im Novem­ber eine Mil­li­ar­de Fremd­ka­pi­tal auf­ge­nom­men wer­den muss­te. Hier bin ich auf die wei­te­re Ent­wick­lung sehr gespannt.

Vor die­sem Hin­ter­grund ist ver­ständ­lich, war­um Unter­neh­men immer mehr Abstand vom Ein­satz von Black­Ber­ry neh­men. Es ist nicht nur die Tat­sa­che, dass seit dem NSA-Skan­dal Black­Ber­ry sei­nen Sicher­heits-Nim­bus ver­lo­ren hat. Viel schwe­rer wiegt die Tat­sa­che, dass vie­le Ver­ant­wort­li­che in Unter­neh­men Black­Ber­ry nicht mehr für nach­hal­tig hal­ten und des­halb zu ande­ren Platt­for­men wech­seln. Sie haben Recht damit und wir bestä­ti­gen sie in die­ser Ein­schät­zung.

Mei­ne Vor­her­sa­ge für die Quar­tals­zah­len am Frei­tag: Sie wer­den schlecht sein. Und die Aktie wird erneut an Wert ver­lie­ren — 4,xx USD als neu­er Kurs?


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8 Kommentare

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  1. Schät­ze der ein­zi­ge Weg mit dem BB wie­der sol­vent und „leben­dig” wer­den kann, ist ein kon­se­quen­ter und inno­va­ti­ver Weg in die Ver­schlüs­se­lungs­bran­che. „Abhör­si­che­re” Han­dys sind zwar ein ver­mut­lich nie erreich­ba­res Ide­al, den­noch kann und soll­te BB den Weg dahin gehen!

  2. Hal­lo Herr Düll,
    Ich wün­sche trotz allen Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten ihnen und ihrer Fami­lie ein fro­hes Fest und einen „Guten rutsch ” ins neue Jahr.
    Mit Freund­li­chen Grü­ßen
    Roland

  3. Hal­lo Herr Düll,
    Im bezug auf die­sen Arti­kel möch­te ich sie auf ihre Wet­te auf­merk­sam machen, „Ende die­ses Jahr wird Black­Ber­ry nicht mehr in sei­ner jet­zi­gen Form exis­tie­ren ” dazu aus ihren Arti­keln, „bis jetzt ist alles so ein­ge­trof­fen wie wir es in unse­rem Blog geschrie­ben haben (sinn­ge­mäß)”. Wenn ich mir die aktu­el­le Situa­ti­on und den der­zei­ti­gen Akti­en­kurs anschaue, sind Sie vllt zwei­mal dane­ben gele­gen.
    Mit Freund­li­chen Grü­ßen Roland

    PS: wenn ihre Arti­kel nicht so geschrie­ben wären wie sie sind, wür­de ich die­se „Daten­schutz­be­stim­mun­gen” nie akzep­tie­ren. Die­se wider­spre­chen wohl allem für das ihre Fir­ma steht.

  4. frank, ich weiss nicht, wie dei­ne „bezie­hung” zu black­ber­ry ist, dei­nen kom­men­ta­ren nach hoert es sich fuer mich so an, dass du als pri­vat­nut­zer fan die­ser gerae­te bist. mei­nem ein­druck nach hast du aber nicht beruf­lich mit einer BES5/​BES10 umge­bun­gen zu tun. ich habe das! seit vie­len jah­ren ver­ant­wort­lich fuer die BB umge­bung einer fir­ma mit 2,xk mit­ar­bei­tern. des­halb sage ich: was klaus hier schreib ist sehr wahr­schein­lich nicht weit von der rea­li­ta­et ent­fernt. BES4/​5 ist/​war ein klas­se pro­dukt. wir set­zen den BES5 nach wie vor ein. er hat gege­nu­e­ber den ande­ren „loe­sun­gen” schon immer eini­ge vor­tei­le. BES10 koen­nen wir aktu­ell nach wie vor nicht pro­duk­tiv ein­set­zen, weil wesent­li­che funk­tio­nen — im ver­gleich zu BES5 — IMMER noch feh­len. gleich­zei­tig stu­el­pt black­ber­ry sei­nen BES kun­den aber ein lizenz­mi­gra­ti­ons­mo­dell ueber, wel­ches man direkt in die ton­ne tre­ten kann (lauf­zeit bis 31.12.2013). ich habe die loe­sung von black­ber­ry bis heu­te als die bes­te unter­neh­mens­loe­sung in dem bereich gese­hen. kos­ten­guens­tig, zuver­la­es­sig und ein­fach zu admi­nis­trie­ren. ich glau­be aber nicht mehr an eine zukunft, das haben die laengst ver­geigt! denn bei der pla­nung stra­te­gie­scher unter­neh­mens­loe­sun­gen hast ein­fach nicht die zeit und die moeg­lich­keit, erst mal zwei jah­re zu war­ten, bis ein her­stel­ler (black­ber­ry) even­tu­ell mal wie­der den hin­tern hoch bekommt. da bleibt ein­fach gar nichts ande­res ueb­rig als nach ande­ren loe­sun­gen zu schau­en — selbst dann wenn sie objek­tiv „schlech­ter” schei­nen. und das black­ber­ry end­ge­rae­te bei den nut­zern noch NIE einen hypefak­tor hat­ten ist letzt­end­lich nur noch ein klei­ner bau­stein in die­sem gan­zen dra­ma.

  5. Ich habe sel­ten einen erbärm­li­chen Arti­kel über Black­Ber­ry gele­sen. Viel­leicht soll­ten Sie ein­mal im Inter­net recher­chie­ren, wie es um Black­Ber­ry wirk­lich bestellt ist.

    PSA Peu­geot Citro­en go BES10 and roll out 10,000 Black­Ber­ry 10 devices! | Crack​Ber​ry​.com http://​crack​ber​ry​.com/​p​s​a​-​p​e​u​g​e​o​t​-​c​i​t​r​o​e​n​-​g​o​-​b​e​s​1​0​-​a​n​d​-​r​o​l​l​-​o​u​t​-​1​0​0​0​0​-​b​l​a​c​k​b​e​r​r​y​-​1​0​-​d​e​v​i​ces

    SNT Group UK adopt BES10 as their mobi­le com­pu­ting plat­form of choice | Crack​Ber​ry​.com http://​crack​ber​ry​.com/​b​e​s​1​0​-​s​n​t​-​g​r​o​u​p​?​u​t​m​_​s​o​u​r​c​e​=​d​l​v​r​.​i​t​&​u​t​m​_​m​e​d​i​u​m​=​f​a​c​e​b​ook

    Enter­pri­se Custo­mers in Ger­ma­ny Migra­te to Black­Ber­ry Enter­pri­se Ser­vice 10 /​Mitsu­bi­shi Motors Deutsch­land, Gro­he AG and Süd­zu­cker AG count on Black­Ber­ry 10 http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2013–11/28596505-enterprise-customers-in-germany-migrate-to-blackberry-enterprise-service-10-mitsubishi-motors-deutschland-grohe-ag-and-suedzucker-ag-count-on-black-256.htm

    Um nur ein paar Bei­spie­le zu nen­nen!

    Fer­ner hat Black­Ber­ry jetzt eine Füh­rungs­rie­ge, die Auf­ge­ben nicht auf ihre Fah­ne geschrie­ben hat. Sie kön­nen mit die­sem erbärm­li­chen Arti­kel dar­an auch nichts ändern. Black­Ber­ry wird den Tur­naround schaf­fen.

    1. Dan­ke Herr Sied­ler für Ihren Kom­men­tar. Schaun wir mal in einem Jahr was Sie dann sagen und ob es Black­Ber­ry dann noch in der heu­ti­gen Form gibt. Hof­fent­lich geht es Ihnen dann als BB-Fan­boy nicht ganz erbärm­lich — um Ihre Wort­wahl auf­zu­neh­men. Denn BB wird den Tur­naround nicht schaf­fen.

    2. Noch ein Gegen­satz zu den Jubel­mel­dun­gen von Crack­ber­ry & Co:

      http://​www​.fool​.com/​i​n​v​e​s​t​i​n​g​/​g​e​n​e​r​a​l​/​2​0​1​3​/​1​2​/​1​8​/​t​h​e​-​l​a​s​t​-​s​t​a​n​d​-​f​o​r​-​b​l​a​c​k​b​e​r​r​y​-​l​t​d​-​a​g​a​i​n​s​t​-​a​p​p​l​e​-​a​n​.​a​spx

      Gleich und gleich gesellt sich gern — schaun wir mal wen es zuerst nicht mehr gibt — Peu­geot oder Black­Ber­ry? Inso­fern steht in den Ster­nen, ob die­se Instal­la­ti­on jemals Rea­li­tät wird — wie so vie­les, was Black­Ber­ry in den letz­ten 10 Jah­ren ankün­dig­te.

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