Black­Ber­ry ver­schenkt das Black­Ber­ry Z10 — Was muss man dafür tun?

Sie müs­sen nur die Black­Ber­ry Live in 14 Tagen in Orlan­do besu­chen! Jeder Besu­cher erhält dort kos­ten­los ein Black­Ber­ry Z10 geschenkt! Ja, Sie hören und lesen rich­tig — Black­Ber­ry ver­schenkt sein der­zei­ti­ges Flagg­schiff an alle Besu­cher sei­ner dies­jäh­ri­gen Kun­den­ver­an­stal­tung. Das stimmt schon nach­denk­lich …

Mir ist bis­her noch nie ein Her­stel­ler erfolg­rei­cher Pro­duk­te begeg­net, der auf sei­ner Haus­mes­se mal eben so jeden Besu­cher mit sei­nem aktu­el­len Pre­mi­um­pro­dukt beschenkt. Das ist schon außer­ge­wöhn­lich und spricht lei­der nicht dafür, dass das Black­Ber­ry Z10 das Erfolgs­pro­dukt ist, als das Black­Ber­ry das Gerät hän­de­rin­gend benö­tigt. Denn ‘Ver­schen­ken’ steht für Black­Ber­ry unter kei­nem guten Stern. 2011 ver­schenk­te Black­Ber­ry, damals noch RIM, auf der frisch in ‘Black­Ber­ry World’ umbe­nann­ten Haus­mes­se das Black­Ber­ry Play­Book an alle Teil­neh­mer. Jeder weiss, dass das Play­Book der bis dato größ­te Flop von Black­Ber­ry war und ist. Schaun wir ein­mal ob sich Geschich­te wie­der­holt …

Hin­sicht­lich der Ver­an­stal­tung Black­Ber­ry Live hält der Abwärts­trend offen­kun­dig an. Man hat die Haus­mes­se ‘Black­Ber­ry World’ mit der Ent­wick­ler­kon­fe­renz ‘Black­Ber­ry Jam’ die­ses Jahr zusam­men­ge­legt, anders hät­te man ver­mut­lich gar kei­ne Chan­ce gehabt das größ­te Mar­riott-Resort der Welt (2000 Zim­mer) halb­wegs zu fül­len. Aber auch ande­re Details wei­sen dar­auf hin, dass die Kon­fe­renz nicht mehr der Selbst­läu­fer frü­he­rer Jah­re ist:

  • Zeit­gleich fin­det in Orlan­do, weni­ge Kilo­me­ter ent­fernt im Oran­ge Coun­ty Con­ven­ti­on Cen­ter, die Sap­phi­re­Now, SAP’s jähr­lich Anwen­der­kon­fe­renz statt. Anschei­nend hofft man, dass der eine oder ande­re Besu­cher von dort auch ein­mal bei Black­Ber­ry vor­bei­schaut. In der Ver­gan­gen­heit waren die Ter­mi­ne stets ent­kop­pelt.
  • Wäh­rend SAP sei­ne Ein­tritts­gel­der für die Ver­an­stal­tung auf dem bis­he­ri­gen stol­zen Niveau jen­seits der 1.500,00 USD belas­sen hat /​belas­sen konn­te, hat Black­Ber­ry die Prei­se dra­ma­tisch redu­ziert. Der Lis­ten­preis beträgt nun 599,00 USD, wobei dies nur die wenigs­ten Besu­cher tat­säch­lich zah­len wer­den, denn es ist nicht schwer Cou­pon­codes zu erlan­gen, die den Ein­tritt bis auf 99,00 USD oder sogar noch weni­ger redu­zie­ren. Auch dies deu­tet nicht dar­auf hin, dass es einen Run auf die Ver­an­stal­tung gibt.
  • Noch deut­li­cher wird der Rück­gang und aus­blei­ben­de Erfolg an der Zahl der Aus­stel­ler. Wir hat­ten auf die­ses Pro­blem schon 2012 in unse­rem Bei­trag Black­Berry World 2012 ver­liert an Bedeu­tung hin­ge­wie­sen. Die Zahl der Aus­stel­ler hat­te sich 2012 im Ver­gleich zu 2011 von über 130 Aus­stel­lern auf 68 Aus­stel­ler hal­biert. Die­se Ent­wick­lung hat wei­ter ange­hal­ten. Die Zahl der Aus­stel­ler hat sich noch­mals dra­ma­tisch redu­ziert auf nun­mehr nur noch 39 Aus­stel­ler, was bedeu­tet, dass nur noch 57 % der Aus­stel­ler-Anzahl des Vor­jah­res erreicht wird. Dies macht umso mehr nach­denk­lich, da es zeigt, dass RIM’s gro­ßes Enga­ge­ment Apps und Lösun­gen für die Platt­form zu gewin­nen kom­plett geschei­tert ist — ande­ren­falls hät­te man wenigs­tens die Aus­stel­ler­zahl hal­ten kön­nen müs­sen. SAP’s Aus­tel­ler­an­zahl ist hin­ge­gen wei­ter­hin auf sehr hohem Niveau — 239 Anbie­ter zei­gen auf der Sap­phi­re Now ihre Kon­zep­te und Ange­bo­te.
  • Das erneu­te Ein­bre­chen der Aus­stel­ler­zahl ist vor dem Hin­ter­grund inten­sivs­ter Bemü­hun­gen von Black­Ber­ry noch viel bedenk­li­cher als es die nack­ten Zah­len zei­gen. Black­Ber­ry ist es trotz mas­si­ver Rabatt­an­ge­bo­te an poten­ti­el­le Aus­stel­ler ver­bun­den mit dem Ange­bot sogar kos­ten­los Vor­trä­ge hal­ten zu dür­fen nicht gelun­gen, die Aus­stel­ler­an­zahl wenigs­tens auf Vor­jah­res­ni­veau zu sta­bi­li­sie­ren, was ange­sichts des angeb­lich enor­men Poten­ti­als von BB10 auch schon kein Erfolg gewe­sen wäre.
  • Das Pro­gramm über­zeugt lei­der auch nicht, seit Wochen bie­tet der Pro­gramm­pla­ner ledig­lich 118 Ses­si­ons an. Wenn man die 66 Ses­si­ons der Black­Ber­ry Jam außer Acht läßt, besteht die Black­Ber­ry Live aus gera­de noch ein­mal 52 Ses­si­ons — zu wenig für ein Event mit dem Anspruch welt­wei­ter Gel­tung.

Vor die­sem Hin­ter­grund glau­be ich nicht, dass die Ver­schen­kak­ti­on eine wesent­li­che zusätz­li­che Mobi­li­sie­rung für die Ver­an­stal­tung aus­löst — dafür bie­tet das Event ein­fach zu wenig, sieht man ein­mal von dem sicher sehr schö­nen Event ‘The Keep Moving Expe­ri­ence, Pro­du­ced by Ali­cia Keys’ in den Uni­ver­sal Stu­di­os Flo­ri­da® ab. Ich glau­be im Gegen­teil, dass die­se Akti­on Black­Ber­ry bewusst und unbe­wusst scha­det, denn sie nährt die The­se ‘Was nichts kos­tet, taugt nichts!’. Aber sie passt zumin­dest lücken­los in das noch nie gute Mar­ke­ting von Black­Ber­ry und ist zumin­dest in die­sem Punkt logisch und kon­se­quent.


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