Black­Ber­ry stürzt ab — Rese­arch in Moti­on (RIM) in gro­ßer Not

Vor zwei Mona­ten habe ich im Arti­kel Thors­ten Heins neu­er CEO von Rese­arch in Moti­on (RIM) wie so vie­le ande­re bezwei­felt, dass er für Rese­arch in Moti­on (RIM) der rich­ti­ge Mann am rich­ti­gen Ort ist. In der ver­gan­ge­nen Nacht nun hat er die Zah­len von RIM für das letz­te Quar­tal vor­ge­stellt und hier­bei die schon nied­ri­gen Erwar­tun­gen erneut deut­lich unter­bo­ten.

Ich höre gera­de all die­je­ni­gen, die sagen wol­len: „Aber da kann er doch gar nichts dafür, er ist doch erst 2 Mona­te auf dem Stuhl!” Falsch, total falsch! Als lang­jäh­ri­ger COO hat er ganz mass­geb­lich an dem Desas­ter mit­ge­wirkt. Inso­fern trägt er auch maß­geb­lich Ver­ant­wor­tung. Gera­de in Kana­da erhält er auch viel Wohl­wol­len für den Auf­tritt in der letz­ten Nacht, Crack­ber­ry ist gera­de­zu begeis­tert. Die wohl­wol­len­den Kom­men­ta­re erfreu­en sich dar­an, dass der CEO von RIM end­lich ein­mal Klar­text gere­det hat und die desas­trö­se Lage nicht schön­ge­re­det hat. Das stimmt grund­sätz­lich, aber was ändert es? Man weiss jetzt nur noch bes­ser das Ver­sa­gen sei­ner Vor­gän­ger Laza­ri­dis und Bal­s­il­lie ein­zu­ord­nen.

Was sind die Nach­rich­ten, die Heins über­brach­te:

  • Der Umsatz unter­bot die Erwar­tun­gen von 4,6 bis 4,9 Mil­li­ar­den mit 4,2 Mil­li­ar­den deut­lich
  • Das Vor­quar­tal wur­de um 19 % unter­bo­ten, das Vor­jah­res­quar­tal um 25 %
  • Die Gerä­te­ver­käu­fe waren mit 11,1 Mil­lio­nen Gerä­ten am unte­ren Ende der Erwar­tun­gen
  • Der Gerä­te­ver­kauf wird weit über­wie­gend aus Bil­lig­ge­rä­ten (Cur­ve) gespeist
  • Die Mar­ke­ting­kam­pa­gne in den USA hat nichts bewirkt
  • Ein neu­er Mar­ke­ting­chef ist noch nicht gefun­den wor­den
  • Der Roh­ertrag über­bot die Pla­nung von 38 % leicht mit 39,8 %
  • Der Quar­tals­ver­lust betrug 125 Mil­lio­nen Dol­lar, was die Erwar­tun­gen deut­lich unter­bot.
  • RIM traut sich kon­kret kei­ne Umsatz- und Stück­zahl­pro­gno­sen und gene­rell kei­ne Pro­gno­sen in der aktu­el­len Situa­ti­on mehr zu
  • RIM ist über­zeugt, dass sowohl Gerä­te­ver­käu­fe als auch Ser­vice­um­sät­ze zuürck­ge­hen (ein­bre­chen?) wer­den
  • RIM wird mit hoher Wahr­schein­lich­keit in den nächs­ten Quar­ta­len Ver­lus­te machen
  • Das RIM-eige­ne Musik­an­ge­bot wird ein­ge­stellt
  • Heins räum­te ein, das Kon­su­men­ten die Fähig­kei­ten zu Push-Diens­ten und Sicher­heit im Kern oft egal sind und sich RIM des­we­gen wie­der auf den Enter­pri­se­markt fokus­sie­ren muss (Anmer­kung: Das habe ich seit Jah­ren gesagt!)
  • Heins räum­te ein, dass RIM in den USA von iOS und Android abge­hängt wor­den ist
  • RIM Touch-Gerä­te wer­den vom Anwen­der nicht akzep­tiert, was einen hohen Abschrei­bungs­be­darf erzeugt hat
  • Der Erfolg des Cur­ve in auf­stre­ben­den Län­dern hat den preis­ag­res­si­ven Wett­be­werb auf den Plan geru­fen, was die Situa­ti­on zusätz­lich ver­schärft
  • RIM wird in den nächs­ten Wochen neue Bil­lig­ge­rä­te mit Black­Ber­ry OS 7 auf den Markt brin­gen
  • Heins stimm­te die Inves­to­ren dar­auf ein, dass sich die Zah­len in 2012 ver­schlech­tern wer­den
  • COO und CTO wur­den ent­las­sen, Bal­s­il­lie ist zurück­ge­tre­ten
  • RIM wird (muss) sich bis zum Erschei­nen von BB 10 und attrak­ti­ver Gerä­te auf die Kun­den­ge­win­nung mit Ein­stei­ger­ge­rä­ten in den neu­en und jun­gen Märk­ten kon­zen­trie­ren, der Ver­lust in den USA und Euro­pa wird fort­schrei­ten
  • Heins schließt selbst einen Unter­neh­mens­ver­kauf nicht mehr aus

Auch die Anwen­der und Part­ner glau­ben auf brei­ter Front nicht mehr an RIM, was man an vie­len Stel­len im Netz nach­le­sen kann. Hier ein­mal exem­pla­risch eini­ge Kom­men­ta­re zu dem Arti­kel über den Ergeb­nis­ein­bruch auf Telecom Han­del:

…viel­leicht soll­te Herr Heins bei sei­ner Stra­te­gie mal ganz am Anfang begin­nen, z. B. bei einem funk­tio­nie­ren­den Ser­vice­sys­tem in Deutsch­land: 10–15 WOCHEN Repa­ra­tur­dau­er im Garan­tie­fall sind näm­lich nicht nur für einen Pri­vat­kun­den untrag­bar, son­dern für einen Geschäfts­kun­den erst recht…

Zudem soll das nächs­te Betriebs­sys­tem Black­ber­ry 10 .… bis Ende des Jah­res aus­ge­lie­fert wer­den.” Also wenn alles bei denen so schnell geht, dann wer­den sie den Zug nicht mehr errei­chen, auf den sie auf­sprin­gen kön­nen.

Da RIM zwar gute Gerä­te baut, aber einen mise­ra­blen Ser­vice bie­tet, haben wir die Ver­mark­tung inzi­schen ein­ge­stellt bzw. ver­kau­fen die Pro­duk­te nur noch auf Anfra­ge. Des Wei­te­ren ist der Her­stel­ler anschei­nend nicht in der Lage, Feh­ler bei den bestehen­den OS zu besei­ti­gen, was soll dann bei OS10 fol­gen? Wir gehen nicht davon aus, dass RIM es allei­ne schafft, scha­de drum.

Ich ver­ste­he den Hype um das OS10 nicht, wenn zukünf­tig auch End­ge­rä­te mit alter­na­ti­ven Betriebs­sys­te­men (IOS od. Android)in die neue Sys­tem­platt­form zuge­las­sen wer­den, wird der Absatz der Black­ber­rys doch noch mehr ein­bre­chen, da vie­le Fir­men auf dem neu­en Sys­tem „halb­wegs zuver­läs­sig” auch Apple oder Sam­sung, HTC Gerä­te als Busi­ness­ge­rä­te ein­bin­den kön­nen, jetzt zur Risi­ko­mi­ni­mie­rung aber nur Black­ber­rys vor­zie­hen. So sehe ich das neue Betriebs­sys­tem nicht als Heils­brin­ger sodern eher der schlei­chen­de Unter­gang.

wie auch immer — Ich ver­kau­fe nur an Pri­vat­kun­den. Und außer irgend­wel­chen geschenk­ten oder e‑bay Gerä­ten, hat­te Ich noch kei­nen Kun­den mit ´nem Black­ber­ry hier im Laden. Also wie kommt man über­haupt auf die Idee, Pri­vat­kun­den gewin­nen zu wol­len ? Oder sieht das einer anders hier ?

Zusam­men­ge­fasst:

Das Desas­ter ist da und über­bie­tet in der Gesamt­schau mei­ne nega­ti­ven Erwar­tun­gen. Ich glau­be wei­ter­hin nicht, dass Heins der rich­ti­ge Mann für das vor ihm lie­gen­de Him­mel­fahrts­kom­man­do ist. Ich glau­be, dass Black­Ber­ry ein wei­te­res Bei­spiel der trau­ri­gen Geschich­te von Mana­ger-Ver­sa­gen wird. Mana­ger schaf­fen es halt sogar eine Iko­ne wie Black­Ber­ry in weni­gen Jah­ren zu zer­stö­ren. Das ist der Gegen­satz zu einem Unter­neh­mer wie Ste­ve Jobs.



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