Black­Ber­ry — Ist das eine kana­di­sche Fir­ma oder eine US-Fir­ma?

In der aktu­el­len Dis­kus­si­on um die inak­zep­ta­ble Spio­na­ge der USA, wir berich­te­ten hier­über zuletzt im Bei­trag Wo sit­zen die schlimms­ten Cyber-​Spio­ne auf der Welt? In Chi­na, Russ­land oder den USA?, die seit ges­tern mit der Offen­le­gung des PRISM-Pro­gramms eine neue und noch schlim­me­re Dimen­si­on erhal­ten hat, bleibt Black­Ber­ry immer wie­der — unge­recht­fer­tigt — außer­halb des Fokus.

Der Anstoß zu die­sem Arti­kel war ein Kom­men­tar unse­res Lesers Roland zu dem oben ver­link­ten Arti­kel. Roland schreibt:

Wie­so soll­te Black­Berry 10 nicht sicher genug sein?
Nur auf­grund der Tat­sa­che, dass es vom ame­ri­ka­ni­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rium zer­ti­fi­ziert wur­de?
Soweit ich weiss unter­steht Black­Berry nicht dem Patri­ot Act!?
Von den deut­schen Behör­den wur­de es ja auch zer­ti­fi­ziert.

Da sieht man wie­der ein­mal, was nord­ame­ri­ka­ni­sches Mar­ke­ting bewirkt! Die Men­schen glau­ben, dass Black­Ber­ry ein kana­di­sches Unter­neh­men ist, daher nicht dem Patri­ot Act unter­liegt und des­halb sicher ist. Das ist aber nicht so! Der Rei­he nach.

Black­Ber­ry ist eine auch in den USA ansäs­si­ge Fir­ma. Black­Ber­ry unter­hält nicht nur eine Nie­der­las­sung in den USA, Black­Ber­ry hat dort eines sei­ner drei Head­quar­ter. Ein wei­te­res neben dem Head­quar­ter in Kana­da gibt es in Groß­bri­tan­ni­en, ver­mut­lich, weil die Bri­ten lücken- und pro­blem­los mit den Ame­ri­ka­nern bei Eche­lon und ande­ren Spio­na­ge-Schwei­ne­rei­en zusam­men arbei­ten.

Black­Ber­ry ist eine — der­zeit noch unter dem Namen Rese­arch in Moti­on — in den USA regis­trier­te Fir­ma, die in den USA Steu­ern zahlt und daher unein­ge­schränkt dem Patri­ot Act unter­wor­fen ist. Black­Ber­ry Fans wer­den jetzt schnell ein­wen­den, dass es sich hier­bei um eine Dela­ware-Com­pa­ny han­delt, die nur der Steu­er­ver­mei­dung dient. Dies ist im Kern rich­tig und zeigt, dass auch Black­Ber­ry kein bes­se­res Ethos hat als Apple, Goog­le & Co, die alle ver­gleich­ba­re Steu­er­ver­mei­dungs­stra­te­gi­en anwen­den. Es ändert aber nichts an der Tat­sa­che, dass Black­Ber­ry (= Rese­arch in Moti­on) von den ame­ri­ka­ni­schen Behör­den als eine US-Fir­ma ange­se­hen wird und damit unein­ge­schränkt dem Patri­ot Act unter­liegt.

Noch deut­li­cher wird die US-Aus­rich­tung von Black­Ber­ry, wenn man sich die aktu­el­len Ent­wick­lungs­stand­or­te des Unter­neh­mens ansieht, was ein­fach mög­lich ist, wenn man die Stel­len­aus­schrei­bun­gen von Black­Ber­ry aus­wer­tet. In den USA unter­hält Black­Ber­ry aktu­ell min­des­tens 12 Stand­or­te, in Kana­da hin­ge­gen der­zeit nur 5 Stand­or­te:

USA

  • Irving, Texas
  • Bed­mins­ter, New Jer­sey
  • Cary, North Caro­li­na
  • Bel­le­vue, Washing­ton
  • Sun­ri­se, Flo­ri­da
  • Rol­ling Mea­dows, Illi­nois
  • Mon­tain View, Cali­for­nia
  • Mil­ford, Con­nec­ti­cut
  • San Die­go, Cali­for­nia
  • Ando­ver, Mas­sa­chu­setts
  • Seat­tle, Washing­ton
  • Red­wood City, Cali­for­nia

Kana­da

  • Otta­wa, ON
  • Water­loo, ON
  • Mis­si­sau­ga, ON
  • Cam­bridge, ON
  • Mont­re­al, QC

Zusätz­lich soll­te man wis­sen, dass sämt­li­che Enter­pri­se-Soft­ware in den US-Stand­or­ten von Black­Ber­ry ent­wi­ckelt wird. Black­Ber­ry war vor die­sem Hin­ter­grund noch nie sicher und wird nie­mals sicher sein. Dies wur­de 2011 sehr ein­drucks­voll deut­lich, als Mike Lazari­dis, dama­li­ger Co-CEO von RIM, ein Inter­view mit der BBC abrupt abbrach.

Den rele­van­ten Teil des Inter­views habe ich hier im Bei­trag ver­linkt. Wer das gan­ze Inter­view sehen möch­te, kann sich das Ori­gi­nal-Inter­view der BBC anse­hen.

Der wich­tigs­te Satz ist der Schluß­satz des Inter­views. Lazari­dis ant­wor­tet, vom BBC-Jour­na­lis­ten hin­sicht­lich der sei­ner­zeit ver­mu­te­ten Offen­le­gung der von Black­Ber­ry ein­ge­setz­ten Tech­no­lo­gi­en gegen­über Indi­en und ara­bi­schen Län­dern befragt, mit dem ver­rä­te­ri­schen Satz:

This is a natio­nal secu­ri­ty issue, turn that off!

Rory Cel­lan-Jones hat­te den Fin­ger in die alles ent­schei­den­de Wun­de gelegt, die schon immer für Insi­der klar erkenn­ba­re Kom­pro­mit­tie­rung der Black­Ber­ry-Tech­no­lo­gie, die ein in den USA ansäs­si­ges Unter­neh­men nie­mals umge­hen kann. Fra­gen nach der Sicher­heit der Tech­no­lo­gie sind ein ‘Natio­nal Secu­ri­ty Issue’, die typi­sche For­mu­lie­rung der NSA und ande­rer US-Behör­den.

Vor die­sem Hin­ter­grund ist der Hin­weis unse­res Lesers Roland auch sehr wich­tig und rele­vant, in dem er behaup­tet, dass die Black­Ber­ry-Tech­no­lo­gie von deut­schen Behör­den zer­ti­fi­ziert wur­de. Auch dies ist falsch und Roland ist lei­der eines der vie­len Opfer des der­zei­ti­gen unsäg­li­chen Black­Ber­ry-Mar­ke­tings gewor­den.

Rich­tig ist, dass die Kom­bi­na­ti­on von BB10-Gerä­ten mit einem Hard­ware-Kryp­to-Ele­ment einen Teil einer Aus­schrei­bung des Bun­des gewon­nen hat. Rich­tig und wich­tig ist aber auch, dass die in zwei Lose geteil­te Aus­schrei­bung im zwei­ten Teil von defi­ni­tiv siche­rer Tech­nik gewon­nen wur­de. Und rich­tig ist schließ­lich auch, dass der Zuschlag für Black­Ber­ry von vie­len Sicher­heits­ex­per­ten mehr als kri­tisch gese­hen wird. Wir berich­te­ten hier­zu sei­ner­zeit im Bei­trag Das ‘Mer­kel-​Han­dy’ — Die Fak­ten hin­ter dem Mar­ke­ting-​Ge­schrei.

Ich wet­te aller­dings, dass Black­Ber­rys nie­mals Frau Mer­kel oder ande­re wich­ti­ge Geheim­nis­trä­ger errei­chen wer­den, dies wird den Gerä­ten aus dem zwei­ten Los der o.a. Aus­schrei­bung vor­be­hal­ten sein. Die Black­Ber­rys wer­den allen­falls für öffent­lich Bediens­te­te von unter­ge­ord­ne­ter Sicher­heits­be­deu­tung Anwen­dung fin­den — aber selbst das ist falsch.

Denn vor dem Hin­ter­grund der oben dar­ge­stell­ten Sach­ver­hal­te haben Black­Ber­rys nichts in der öffent­li­chen Ver­wal­tung zu suchen und natür­lich erst recht nichts in Unter­neh­men, die Wert auf den Schutz ihres geis­ti­gen Eigen­tums legen. Hier machen die Israe­lis alles rich­tig. Als Freun­de der Ame­ri­ka­ner wis­sen sie ganz genau, dass Black­Ber­ry eine maß­geb­lich in den USA ent­wi­ckel­te und der Kon­troll­wut der USA unter­lie­gen­de Tech­no­lo­gie ist. Escsei an die­ser Stel­le dar­an erin­nert, dass Ver­schlüs­se­lun­gen > 56 Bit der unein­ge­schränk­ten US-Export­kon­trol­le unter­lie­gen.

Des­halb mei­den sie die­se Tech­no­lo­gie. Nur uns dum­men Deut­schen glaubt man wie­der ein­mal einen Bären auf­bin­den zu kön­nen, der da heißt: ‘Black­Ber­ry ist sicher’!

Wenn Sie ande­re Fra­gen zu mobi­ler Sicher­heit haben, fra­gen Sie uns bit­te. Wir betreu­en vie­le Unter­neh­men und Orga­ni­sa­tio­nen auf die­sem Feld und zukünf­tig gern auch Sie. Damit Ihre Freun­de und Bekann­ten dem irre­füh­ren­den Mär­chen vom kana­di­schen Unter­neh­men nicht auf den Leim gehen hel­fen Sie ihnen. Emp­feh­len Sie die­sen Bei­trag auf Goog­le, Face­book und Twit­ter wei­ter, damit die Wahr­heit eine Chan­ce hat. Wir bedan­ken uns dafür schon jetzt!


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9 Kommentare

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  1. […] Regel­mä­ßige Leser vom Pre­tio­so-​Blog wis­sen schon lan­ge, dass wir Black­Berry spä­tes­tens seit Mike Laza­ri­dis’ ver­un­glück­tem Inter­view im Früh­jahr 2011 nicht mehr für sicher hal­ten, wir berich­te­ten hier­über unter ande­rem im Bei­trag Black­Berry — Ist das eine kana­di­sche Fir­ma oder eine US-​Fir­ma? […]

  2. […] Sie sich an den Bei­trag Black­berry – Ist das eine kana­di­sche oder US-​Fir­ma? Dort haben wir auf die Ant­wort von Mike Laza­ri­dis auf die Fra­ge nach der […]

  3. […] Black­Berry aus ame­ri­ka­ni­scher Sicht eine ame­ri­ka­ni­sche Fir­ma ist im Bei­trag Black­Berry — Ist das eine kana­di­sche Fir­ma oder eine US-​Fir­ma? aus­führ­lich bespro­chen, an die­ser Stel­le soll aus­drück­lich noch ein­mal die […]

  4. Also beim bes­ten Wil­len, die­se Glo­ri­fi­zie­rung von Andro­id ist mir gänz­lich schlei­er­haft! Ich stieß im Rah­men mei­ner Recher­che auf die­sen Blog und fand die Arti­kel zum The­ma Prism bis­lang auch auf­fal­lend und ange­nehm geschrie­ben.

    Aber zu sagen, Andro­id sei siche­rer als ande­re Platt­for­men ist nicht rich­tig. Immer­hin wird Andro­id feder­füh­rend von Goog­le ent­wi­ckelt. Vie­le Tei­le von Andro­id mögen unter Open Source Lizenz ste­hen, aber Goog­le hält auch Tei­le des Quell­codes unter Ver­schluß. Woher kön­nen Sie mit die­ser Gewiss­heit sagen, daß ein Andro­id ohne Sam­sung-Ober­flä­che sicher sei? Wie wahr­schein­lich ist es, daß Goog­le, sofern es Schnüf­fel­soft­ware ver­wen­det, die­se Tei­le nicht genau dort imple­men­tiert hat, wo kein Ent­wick­ler hin­kommt.?

    Wei­ter wür­de ich einen Teu­fel tun und irgend­wel­che Custom­Roms instal­lie­ren. Es sei denn, ich bin ein so fähi­ger Ent­wick­ler, daß ich mir eins selbst erstel­len könn­te. Aber damit könn­te ich nur das beein­flu­ßen, was mir mög­lich ist. An die Clo­dedSour­ce Tei­le von Andro­id kommt kei­ner ran. Und da die wenigs­ten Andro­id­an­wen­der wohl im Stan­de sind eige­ne Custom­Roms zu ent­wi­ckeln, wird wohl auf die Roms drit­ter zurück­ge­grif­fen. Und wie wol­len Sie hier sicher­stel­len, daß da nicht noch ganz ande­re Mal­wa­re ein­ge­baut ist? Oder unter Umstän­de Mani­pu­la­tio­nen vor­ge­nom­men wur­den, die Pre­mi­um­ruf­num­mern anru­fen oder SMS an die­se ver­sen­den? Oder das Adreß­buch auf Fremd­ser­ver laden? Die Lis­te wäre belie­big erwei­ter­bar.

    Die Andro­id-Welt ist mei­nes Erach­tens nach so sehr von Fluk­tua­ti­on gekenn­zeich­net, daß die­ser Moloch nicht ein­zu­schät­zen ist von einem Lai­en. Die Aktua­li­sie­rungs­po­li­tik der Anro­id-Gerä­te zeigt die­se Pro­ble­ma­tik ja auch auf, unab­hän­gig vom Pro­fit­stre­ben der Her­stel­ler.

    Wirk­li­che Sicher­heit gibt es nicht im Leben. Im Hin­blick auf mobi­le Kom­mu­ni­ka­ti­on bleibt z.B. abzu­war­ten, wie sich Ubun­tu für Smart­pho­nes ent­wi­ckelt…

    Bis dahin wird man wohl mit Kom­pro­mis­sen leben müs­sen. Mail­adres­se bei einem deut­schen Anbie­ter regis­trie­ren, auf Apple-Gerä­ten iCloud und iMes­sa­ge abschal­ten, bei Win­dows Pho­ne auf Sky­drive ver­zich­ten, Adreß­bü­cher nicht mit Face­book und Co syn­chro­ni­sie­ren. Man kann nicht alles ver­hin­dern. Aber man muß es den Geheim­diens­ten nicht noch ein­fa­cher machen und die eige­nen Daten mit Kuß­hand noch über­rei­chen. Alter­na­tiv kann man sich auch ein 20 Euro Han­dy holen. Damit kann man Tele­fo­nie­ren und SMS schrei­ben. Die­se Daten blei­ben dann beim hei­mi­schen Mobil­funk­an­bie­ter 😉

    Eine klei­ne Ergän­zung noch: Bei aller Panik um Prism… wie beru­hi­gend ist es doch, wenn man zum Absen­den des Kom­men­tars hier fol­gen­de Erklä­rung abge­ben muß: „Ich erklä­re mich damit ein­ver­stan­den, dass alle ein­ge­ge­be­nen Daten und mei­ne IP-Adres­se nur zum Zweck der Spam­ver­mei­dung durch das Pro­gramm Akis­met in den USA über­prüft und gespei­chert wer­den.” 😉

    1. Hal­lo Fleisch­wolf,

      vie­len Dank für den Kom­men­tar. Und Dan­ke für den Hin­weis, dass unse­re Berich­te als Glo­ri­fi­zie­rung von Andro­id erlebt wer­den — genau dies sol­len sie natür­lich nicht sein. Denn Andro­id und Goog­le sind nicht glo­ri­fi­zie­rungs­wür­dig. Ich mei­ne hier­zu auch schon oft genug kri­tisch geschrie­ben zu haben.

      Ich tei­le auch alle Ihre Vor­schlä­ge wie man sich mit schon gerin­gem Auf­wand siche­rer im Inter­net bewe­gen kann. Wir beob­ach­ten Ubun­tu for Smart­pho­nes hier bei Pre­tio­so mit gro­ßem Inter­es­se und tei­len auch dies­be­züg­lich Ihre Auf­fas­sung.

      Und es ist auch rich­tig, dass abso­lu­te Sicher­heit selbst für unbe­schränk­ten Auf­wand nahe­zu unmög­lich ist /​erscheint.

      Aber man kann der­zeit mehr als die von Ihnen emp­foh­le­nen Mass­nah­men umset­zen und Unter­neh­men müs­sen dies auch tun. Und genau für die­se Grup­pe gilt, dass man der­zeit das höchs­te Mass an Sicher­heit mit Andro­id errei­chen kann, wobei hier­bei natür­lich ab einem bestimm­ten Level Custom ROMs grei­fen, die auch für Sim­ko 3, das neue Mer­kel-Pho­ne, ein­ge­setzt wer­den (Wir schrie­ben auch hier­über hier im Blog im Bei­trag Das ‘Mer­kel-​Han­dy’ — Die Fak­ten hin­ter dem Mar­ke­ting-​Ge­schrei ).

      Natür­lich muss man hier­bei wis­sen, was man tut und bei­spiels­wei­se nicht auf das von der NSA ent­wi­ckel­te Secu­ri­ty Enhan­ced Andro­id zurück­grei­fen. Aber genau dies wis­sen wir und des­halb mana­gen wir auch Custom ROMs, wobei der­ar­ti­ge Sze­na­ri­en immer Pro­jek­te sind, die nicht out of the box mit dem MDM-Sys­tem umge­setzt wer­den kön­nen.

      Letz­ter Punkt. Ja, wir set­zen Akis­met ein. Wir haben nichts gegen Ame­ri­ka und auch nichts gegen Ame­ri­ka­ner. Wir mei­nen nur, dass man sich vor ame­ri­ka­ni­scher Spio­na­ge schüt­zen soll­te bzw. oft sogar muss. Das Pre­tio­so Blog ist ein öffent­li­ches Blog, vie­le unse­rer Leser kom­men tag­täg­lich aus den USA und spe­zi­ell auch aus Regie­rungs­netz­wer­ken. Inso­fern ken­ne ich kei­nen Grund der gegen den Ein­satz spricht. Gene­rell neh­men wir im Blog immer die deut­sche oder euro­päi­sche Lösung, wenn es Sie gibt. Wel­che Lösung emp­feh­len Sie als Spam-Schutz?

      1. Hal­lo Herr Düll,

        mein Hin­weis auf die IP Spei­che­rung sei­tens Akis­met war ehr ein Sei­ten­hieb gegen die Daten­spei­che­rung in den USA. Und damit ist nicht gesagt, daß man etwas gegen Ame­ri­ka­ner hät­te, wobei mir Din­ge bei den Ame­ri­ka­nern ein­fie­len, gegen die ich sehr wohl was habe! Aber das ist ein ande­res Blatt. Ich hat­te selbst mal einen WP-Blog und da hat­te ich antis­pam-bee im Ein­satz. Das ist aber schon etwas her und ich kann gera­de nicht ermit­teln, inwie­weit da IPs gespei­chert wer­den.

        Ich bin in der Tat etwas über­rascht, daß Sie „Doch, ganz sicher Andro­id” als kri­ti­schen Bei­trag sehen. Aber ver­mut­lich bezog sich das dar­auf, daß Sie an ande­rer Stel­le kri­tisch über Andro­id schrie­ben.

        Unab­hän­gig zum The­ma Andro­id will ich ger­ne wie­der den Bogen zurück zu Black­ber­ry bekom­men, denn mich wun­dert es schon, daß in die­sen Unter­la­gen RIM bzw. Black­ber­ry nicht genannt wird. Hier könn­te man ver­mu­ten, daß RIM zwar koope­riert aber kei­ne direk­ten oder indi­rek­ten Schnitt­stel­len anbie­tet, son­dern auf Anfra­ge Daten her­aus­gibt. Lei­der ist das The­ma so ver­zwickt, daß man selbst mit einer Affi­ni­tät zu dem The­ma manch­mal selbst Zwei­fel bekommt.

        Ich habe auch Zwei­fel dar­an, daß man US-Tech­no­lo­gie ver­mei­den kann. Klar kann man statt einem iPho­ne ein Smart­pho­ne eines nicht US-Her­stel­lers kau­fen. Aber hier kommt wie­der die The­ma­tik des Betriebs­sys­tems hoch. Die Kat­ze beißt sich dann in den Schwanz, wenn man kein US-Gerät kauft aber mit US-Betriebs­sys­tem. Wie schaut es aus mit Nokia Asha — Gerä­ten? Euro­päi­scher Her­stel­ler immer­hin… Doch die Fra­ge ist, sobald ein Her­stel­ler am US Markt ver­kau­fen will, ob er dann nicht schon gewis­se Infor­ma­tio­nen zu und über die Gerä­te her­ge­ben muß. Mir fällt kein Her­stel­ler ein, der in Euro­pa Gerä­te ver­kauft und in den USA nicht. Viel­leicht soll­te man sich Hua­wei anschau­en. Immer­hin haben US-Behör­den gegen die­sen Her­stel­ler Beden­ken, daß Hua­wei für die chi­ne­si­sche Regie­rung Spio­na­ge betreibt. 😉

        1. Hal­lo Fleisch­wolf,

          Black­Ber­ry ist ganz tief ver­strickt — das zeigt doch das Inter­view mit Lazari­dis. Black­Ber­ry wäre in diver­sen ara­bi­schen und asia­ti­schen Län­dern ohne Kon­troll­mög­lich­keit nie­mals zuge­las­sen wor­den, das haben die jewei­li­gen Regie­run­gen unmiss­ver­ständ­lich kom­mu­ni­ziert. Das Pro­blem von Black­Ber­ry scheint sei­ner­zeit gewe­sen zu sein, dass die Ame­ri­ka­ner sei­ner­zeit nicht woll­ten, dass die Tech­no­lo­gie die­sen Län­dern offen­ge­legt wird.

          Black­Ber­ry braucht auf den PRISM-Lis­ten über­haupt nicht auf­zu­tau­chen, da die Tech­no­lo­gie bis­her alles über die NOCs von RIM gerou­tet hat und dort hat man Zugriff auf alles — vom BB-Mes­sen­ger bis zum Mail­traf­fic. Beach­tung soll­te auch fin­den, dass BB10 inner­halb weni­ger Wochen vom US Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um zuge­las­sen wur­de! Launch 30.01.13, Zulas­sung 03.05.13! Das geht nur, wenn man sich sehr gut ver­steht und die Tech­no­lo­gie dem US Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um tief­ge­hend bekannt ist.

          BB10 basiert auf QNX, was ame­ri­ka­ni­sche Kriegs­flug­zeu­ge, Rake­ten und ande­res Mili­tär­ge­rät steu­ert und ist somit qua­si Teil der ame­ri­ka­ni­schen Armee. Was so ver­wo­ben ist bedarf bei PRISM kei­ner Erwäh­nung, Black­Ber­ry ist qua­si Teil der ame­ri­ka­ni­schen Armee.

          Fire­fox OS und Ubun­tu Mobi­le wer­den die Situa­ti­on bei den Betriebs­sys­te­men (hof­fent­lich) ver­bes­sern. Und Hua­wei ist kein Freund der Ame­ri­ka­ner, was im Kern für die Fir­ma spricht. Aber Spio­na­ge für Chi­na ist auch nicht die Alter­na­ti­ve, die mir vor­schwebt.

          Wir wer­den uns ein­mal Hua­wei mit Custom ROM anse­hen. Es bleibt span­nend!

  5. Das sind ja nun nicht wirk­lich posi­ti­ve Infos, so kom­pri­miert im Über­blick.
    Okay, was ist denn dann die siche­re Alter­na­ti­ve (falls es eine sol­che über­haupt geben kann)???
    Andro­id ganz sicher nicht. Und auch das hier so oft posi­tiv her­vor­ge­ho­be­ne Apple-Sys­tem wohl auch kaum?!?

    1. Doch, ganz sicher Andro­id. Ent­we­der, indem man Sam­sung-Gerä­te sicher macht, oder durch die noch bes­se­re Vari­an­te des Custom-ROM, die für das zukünf­ti­ge Hoch­si­cher­heits-Smart­pho­ne des Bun­des gewählt wur­de.

      Apple ganz sicher auch nicht mehr seit die­ser Woche, da auch Apple seit letz­tem Herbst durch das PRISM-Pro­gramm kom­pro­mit­tiert ist. Dazu mehr in einem sepa­ra­ten Bei­trag am Wochen­en­de.

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