Black­ber­ry Balan­ce, Bring Your Own Device (BYOD), PUOCE und Roa­ming — das kann teu­er wer­den!

Bring Your Own Device (BYOD) ist eine Schi­mä­re, die mit der Rea­li­tät in Unter­neh­men — Gott sei Dank — nur wenig Schnitt­stel­len hat. Die­se Erkennt­nis setzt sich immer stär­ker durch und das ist auch gut so. Neben den vie­len evi­den­ten Nach­tei­len, die offen­kun­dig sind und die wir hier im Blog in vie­len Bei­trä­gen in der Ver­gan­gen­heit bespro­chen haben — Sie fin­den die­se im Bereich Alles zu BYOD — spricht ein prag­ma­ti­scher Kos­ten­ge­sichts­punkt in sehr vie­len Anwen­dungs­fäl­len gegen Bring Your Own Device (BYOD).

Und die­ser Nach­teil gilt in nahe­zu iden­ti­scher Form für das sinn­vol­le­re Kon­zept zur pri­va­ten Nut­zung von mobi­len End­ge­rä­ten, dass unter dem Begriff PUOCE dis­ku­tiert wird, was Pri­va­te Use Of Com­pa­ny Equip­ment bedeu­tet. Hier kann das Unter­neh­men zwar die Sicher­heits­ri­si­ken und die recht­li­chen Beden­ken bei pri­va­ter Nut­zung ver­nünf­tig adres­sie­ren, die Kos­ten­ri­si­ken sind aber auch bei die­sem Kon­zept nicht voll­stän­dig aus­zu­schlie­ßen.

Wir spre­chen hier vom für vie­le Unter­neh­men sehr rele­van­ten Punkt der Roa­ming-Kos­ten, die sehr schnell fünf­stel­li­ge Bill-Shocks aus­lö­sen kön­nen. Dies ist im Kern natür­lich kein The­ma, was durch BYOD ver­ur­sacht wird, beim BYOD-Ansatz aber eine ganz eige­ne Dyna­mik erhält und selbst von der im Grund­ge­dan­ken char­mant wir­ken­den Lösung Black­Ber­ry Balan­ce, die pri­va­te und geschäft­li­che Berei­che auf dem Smart­pho­ne tren­nen soll, nicht abge­fan­gen wer­den kann.

Black­Ber­ry Balan­ce trennt die Berei­che auf dem Smart­pho­ne in einen pri­va­ten Bereich und einen geschäft­li­chen Bereich, wie wir­kungs­voll dies wirk­lich geschieht und ob hier nicht mehr Sicher­heit ver­spro­chen wird als im End­ef­fekt erreicht wer­den kann soll an die­ser Stel­le nicht dis­ku­tiert wer­den. Das Kern­pro­blem von Black­Ber­ry Balan­ce und allen ande­ren Kon­zep­ten, die die Tren­nung geschäft­li­cher und pri­va­ter Nut­zung in Aus­sicht stel­len, sind sehr schnell die Kos­ten.

Wäh­rend die Kos­ten im jewei­li­gen Hei­mat­land des Anwen­ders oft kein Argu­ment sind, was gegen die pri­va­te Nut­zung geschäft­li­cher Mobil­funk­ver­trä­ge spricht, tritt das Kos­ten­ri­si­ko bei Nut­zung der geschäft­li­chen Mobil­funk­ver­trä­ge im pri­va­ten Kon­text sehr schnell in den Mit­tel­punkt einer Risi­ko­be­trach­tung. Im Kern kann man die der­zeit dis­ku­tier­ten Nut­zungs­an­sät­ze im Rah­men von BYOD und PUOCE auf fol­gen­de Sze­na­ri­en ver­dich­ten:

  • Das Unter­neh­men zahlt einen Fix­kos­ten­zu­schuss zu den Mobil­funk­kos­ten, der Mit­ar­bei­ter ist Inha­ber des Mobil­funk­ver­tra­ges und des Smart­pho­nes
  • Das Unter­neh­men zahlt einen pro­zen­tua­len Zuschuss zu den Mobil­funk­kos­ten, der Mit­ar­bei­ter ist Inha­ber des Mobil­funk­ver­tra­ges und des Smart­pho­nes
  • Das Unter­neh­men stellt dem Mit­ar­bei­ter eine SIM-Kar­te für das Smart­pho­ne des Mit­ar­bei­ters zur Ver­fü­gung, die die­se® im pri­va­ten Smart­pho­ne nut­zen darf
  • Das Unter­neh­men gestat­tet dem Mit­ar­bei­ter (ggf. mit Restrik­tio­nen) die pri­va­te Nut­zung des vom Unter­neh­men bereit­ge­stell­ten Smart­pho­nes

Das Kern­pro­blem ist in der Tat­sa­che begrün­det, dass weder Black­Ber­ry Balan­ce noch ande­re Tech­no­lo­gien und Kon­zep­te die pri­va­ten und geschäft­li­chen Kos­ten auf einer SIM-Kar­te tren­nen kön­nen. Es sprengt den Rah­men die­ses Bei­tra­ges alle denk­ba­ren Sze­na­ri­en, die für ein Unter­neh­men ein Kos­ten­ri­si­ko dar­stel­len, durch­zu­de­kli­nie­ren. Eini­ge weni­ge Bei­spie­le:

  • Beim Fix­kos­ten­zu­schuss ist ein Mit­ar­bei­ter — ver­ständ­li­cher­wei­se — nicht dazu bereit ggf. erfor­der­li­che (hohe) Roa­ming­kos­ten zu über­neh­men, er wird also sein Gerät im Aus­land nicht dienst­lich nut­zen (wol­len)
  • Beim pro­zen­tua­len Zuschuss kann das­sel­be Sze­na­rio ent­ste­hen oder alter­na­tiv — wenn die­ser aus Mit­ar­bei­ter­sicht attrak­tiv ist — eine unver­häl­nis­mä­ßig hohe pri­va­te Nut­zung
  • Bei der Bereit­stel­lung einer SIM-Kar­te durch das Unter­neh­men fällt sehr schnell jede Schran­ke bei der Aus­lands­nut­zung, die Kos­ten kön­nen explo­die­ren
  • Bei der Gestat­tung der pri­va­ten Nut­zung des Unter­neh­mens­ge­rä­tes explo­die­ren die Kos­ten oft auch sehr schnell, da bei­spiels­wei­se das mobi­le Sur­fen von vie­len Mit­ar­bei­tern gar nicht als Kos­ten­ri­si­ko wahr­ge­nom­men wird

Wie so oft im Leben gibt es kei­ne durch­gän­gig ver­nünf­ti­ge Stra­te­gie die­sen Risi­ken zu begeg­nen.

Natür­lich kann man über den Netz­be­trei­ber die Nut­zung im Aus­land limi­tie­ren — aber genau dies wol­len und kön­nen vie­le Unter­neh­men bei­spiels­wei­se bei Ser­vice­tech­ni­kern nicht. Hier haben Unter­neh­men regel­mä­ßig hohe drei- oder vier­stel­li­ge Mobil­funk­rech­nun­gen, die sie nicht zusätz­lich noch mit pri­va­ten Mobil­funk­kos­ten ‘auf­bla­sen’ wol­len.

Natür­lich kann man durch den Ein­satz von SIM-Kar­ten von Anbie­tern des jewei­li­gen Ziel­lan­des in vie­len Sze­na­ri­en Kos­ten redu­zie­ren. Die Ver­bin­dun­gen ins Hei­mat­land sind bei die­sen Kon­zep­ten aber regel­mä­ßig teu­er, so dass auch hier hohe pri­va­te Kos­ten in vie­len Fäl­len die Begleit­erschei­nung des Kon­zep­tes sind.

Ein eben­falls oft nicht bedach­ter Nach­teil beim Zulas­sen pri­va­ter Nut­zung wird viel­fach über­se­hen. Bei zuläs­si­ger pri­va­ter Nut­zung ist die Aus­wer­tung der Ein­zel­ver­bin­dungs­nach­wei­se in den aller­meis­ten Fäl­len nicht mehr zuläs­sig, das Fern­mel­de­ge­heim­nis schließt dies — rich­ti­ger­wei­se — aus. Inso­fern sind die Kon­troll­mög­lich­kei­ten für das Unter­neh­men limi­tiert. Wir emp­feh­len des­halb PUO­CE-Kon­zep­te regel­mä­ßig nur dann, wenn ent­we­der das Roa­ming kom­plett ver­bo­ten oder die Kos­ten welt­weit zuver­läs­sig gede­ckelt wer­den kön­nen. Das zwei­te ist nicht in allen Län­dern und mit allen Netz­be­trei­bern mög­lich.

Inso­fern spre­chen gegen BYOD und die pri­va­te Nut­zung dienst­li­cher Smart­pho­nes nicht nur die oft unauf­lös­ba­ren recht­li­chen Beden­ken und Sicher­heits­ri­si­ken. Auch die Kos­ten­ri­si­ken ste­hen jedem Pri­vat­nut­zungs­kon­zept sehr schnell im Weg. Inso­fern gilt in den aller­meis­ten Fäl­len wei­ter­hin unser Rat: Fin­ger weg von BYOD. Und wenn die Aus­lands­nut­zung nicht ohne Kos­ten­ri­si­ko sicher­ge­stellt wer­den kann gilt auch: Fin­ger weg von PUOCE.

Wenn Sie ande­re Fra­gen zur Mobi­li­ty und pri­va­ter Nut­zung in Unter­neh­men haben, fra­gen Sie uns bit­te. Wir bera­ten vie­le Unter­neh­men aus dem Mit­tel­stand und der Indus­trie ganz­heit­lich beim Betrieb ihrer mobi­len Infra­struk­tu­ren und freu­en uns, wenn wir dies zukünf­tig auch bei Ihnen tun dür­fen. Wenn Sie mei­nen, dass die­ser Bei­trag auch für Ihre Freun­de und Bekann­ten inter­es­sant ist freu­en wir uns eben­falls, wenn Sie ihn auf Twit­ter, Face­book oder Goog­le wei­ter­emp­feh­len. Und beant­wor­ten Sie bit­te unse­re Fra­gen am Ende des Bei­tra­ges. Vie­len Dank!


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Ein Kommentar

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  1. Zu den Kos­ten: Flat­rate? Roa­ming deak­ti­vie­ren?
    + Nut­zungs­ver­trag zwi­schen AG und AN, der die pri­va­te Nut­zung im Aus­land aus­schließt.
    Steu­er­recht­lich ist das alles unbe­denk­lich. Schön zusam­men­ge­tra­gen und gut nach­zu­le­sen: http://​www​.scholz​-steu​er​.de/​i​n​d​e​x​.​p​h​p​/​s​t​e​u​e​r​i​n​f​o​r​m​a​t​i​o​n​e​n​-​1​7​/​i​t​e​m​s​/​h​a​n​d​y​g​e​s​t​e​l​l​u​n​g​-​a​n​-​m​i​t​a​r​b​e​i​t​e​r​-​s​t​e​u​e​r​n​-​u​n​d​-​s​o​z​i​a​l​a​b​g​a​b​e​n​-​s​p​a​r​e​n​.​h​tml

    Ein noch wich­ti­ger Punkt WÄRE die GEZ gewe­sen. Da wir aber seit Anfang 2013 den auf einen Haus­halt bezo­ge­nen, pau­scha­len „Rund­funk­bei­trag” in Deutsch­land haben, schei­det die­se Hür­de auch aus.

    Das ein­zig wirk­li­che Pro­blem bei der Auto­ri­sie­rung der pri­va­ten Nut­zung von Fir­men-Mobil­ge­rä­ten ist das Fern­mel­de­ge­heim­nis.
    Man müss­te aus­schlie­ßen kön­nen, dass der AG Kennt­nis über die pri­vat emp­fan­ge­nen E‑Mails/​Nachrichten/​Internetdaten usw. erlan­gen kann. Nur dann unter­liegt der AG nicht dem Fern­mel­de­ge­setz und kann auch beru­higt die Kon­trol­le über den geschäft­li­chen Teil der Fir­men-Mobil­ge­rä­te behal­ten.

    Die tech­ni­schen Vor­aus­set­zung im Tele­fon bie­ten mei­nes Wis­sens aktu­ell nur die Black­ber­ry OS 10 Gerä­te mit dem hier auch erwähn­ten „Black­Ber­ry Balan­ce”.

    Es schei­tert aber wie­der dar­an, dass nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kann, dass der AG beim Abfra­gen von Ver­bin­dungs­da­ten (vom Pro­vi­der) nicht auch jene Daten­ver­bin­dun­gen sieht, die aus der pri­va­ten Nut­zung des AN stam­men.
    Der AG müss­te gänz­lich auf die Ver­bin­dungs­kon­trol­le ver­zich­ten um dem Fern­mel­de­ge­setz nach­zu­kom­men. Das will aber natür­lich kein AG, des­we­gen unter­sagt der AG übli­cher­wei­se die pri­va­te Nut­zung.

    Dual-SIM wäre da noch ein The­ma, um auch auf Ver­bin­dungs­ebe­ne eine kla­re Tren­nung zu haben — nicht nur lokal auf dem End­ge­rät. Aus­ge­rech­net damit kön­nen die Black­Ber­ry OS 10 Gerä­te aber natür­lich nicht die­nen.

    Eine sehr ver­flix­te Ange­le­gen­heit.

    Mein Arbeit­ge­ber rollt momen­tan neue End­ge­rä­te aus, unter­sagt aber die pri­va­te Inter­net­nut­zung. Daher beschäf­tig­te ich mich gera­de etwas mit dem The­ma und ver­zweif­le an mei­nem neu­en Black­Ber­ry Z10, wel­ches ich nun qua­si völ­lig unter­for­dert las­sen muss.

    LG

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