Black iSam­Win Droid­Ber­ry — das wär’s doch! Gedan­ken zum Gerä­te-Over­kill

Wenn ich in den letz­ten Wochen so in die Time­li­ne der von uns abon­nier­ten Inhal­te sehe, über­kommt mich immer mehr die Lan­ge­wei­le. Natür­lich haben wir Infor­ma­tio­nen rund um mobi­le The­men abon­niert, aber das was ich lese ist fast nur noch ein kon­stan­ter Strom lang­wei­li­ger, oft­mals gehyp­ter News zu oft noch lang­wei­li­ge­rer Hard­ware.

Die Smart­pho­ne-Indus­trie hat in den 6–7 Jah­ren ihres Bestehens in der Qua­li­tät noch längst nicht mit der Auto­mo­bil­in­dus­trie gleich­ge­zo­gen. Wür­de die Auto­mo­bil­in­dus­trie so feh­ler­an­fäl­li­ge Pro­duk­te lie­fern wie die Her­stel­ler von Smart­pho­nes und die Netz­be­trei­ber, wären die Stand­strei­fen der Auto­bah­nen dicht mit aus­ge­fal­le­nen Fahr­zeu­gen gefüllt.

Im Anbie­ten sinn­lo­ser Fea­tures und Pro­duk­t­ei­gen­schaf­ten haben die Smart­pho­ne- und Tablet-Her­stel­ler aber die Auto­mo­bil­in­dus­trie mitt­ler­wei­le um Licht­jah­re hin­ter sich gelas­sen. Was bei den Autos schon seit vie­len Jah­ren fehlt — sinn­vol­le Dif­fe­ren­zie­rung — haben sich die Mobi­li­ty-Her­stel­ler ein­drucks­voll abge­schaut.

Ich bin vie­le Jah­re BMW gefah­ren, was kei­ne schlech­ten Autos sind. Aller­dings sind die Fea­tures eines BMW’s völ­lig aus­tausch­bar, ein BMW läßt sich in 99 % der all­täg­li­chen Fahr­si­tua­tio­nen nicht anders oder bes­ser bedie­nen als ein Mer­ce­des, VW, Ford, Vol­vo oder oder oder. Alle brin­gen mich sicher von A nach B und alle in etwa in der­sel­ben Zeit, denn die Zeit, wo man in Deutsch­land Autos am Limit bewe­gen konn­te, sind lan­ge vor­bei.

Inso­fern ist es mitt­ler­wei­le kom­plett egal, was man für ein Auto fährt. Man wird bei der Beschaf­fung nur regel­mä­ßig ärger­lich, wenn man weiss, dass die­sel­ben Autos in den USA oft weni­ger als die Hälf­te kos­ten. Und die deut­schen Her­stel­ler machen in den USA kei­ne Zusatz­ge­schäf­te, sie zocken nur in Deutsch­land beson­ders ab. Vor die­sem Hin­ter­grund ist das ein­zi­ge Dif­fe­ren­zie­rungs­merk­mal, das ver­bleibt, der Preis. Vor einem Jahr habe ich mit BMW final und für immer abge­schlos­sen. Die BMW Nie­der­las­sung Ham­burg woll­te von mir für einen 318 td, wahr­lich kein spek­ta­ku­lä­res Auto, 399 € im Monat haben. Der sehr sym­pa­thi­sche loka­le Vol­vo-Händ­ler Krüll ver­lang­te bei leicht bes­se­ren Kon­di­tio­nen weni­ger als zwei Drit­tel davon für einen Vol­vo V60, von der Grö­ße mit einem 5er ver­gleich­bar.

Mit der Erwar­tung weni­ger als bei BMW zu erhal­ten über­nahm ich den V60, das Auto ist tat­säch­lich aber deut­lich bes­ser als ein 3er BMW und unter­schei­det sich auch noch dra­ma­tisch im Kun­den­dienst. Wäh­rend man bei BMW für die Lauf­zeit des Lea­sing­ver­tra­ges ein­mal kom­plett ver­ges­sen ist — 3 Mona­te vor Ablauf des Ver­tra­ges wird man vom BMW-Ver­käu­fer regel­mä­ßig wie­der voll­ge­schleimt — ist dies bei Vol­vo Krüll kom­plett anders. Der Ver­käu­fer hat sich mitt­ler­wei­le in einem Jahr schon drei­mal bei mir gemel­det und sich erkun­digt, ob ich zufrie­den bin und er irgend­wie behilf­lich sein kann. „For­get BMW” ist die ein­fa­che Mes­sa­ge!

Was hat all dies nun mit Smart­pho­nes zu tun?

Sehr viel wie ich fin­de.

Denn auch bei Smart­pho­nes fin­det aktu­ell ein tech­ni­scher Over­kill der über­flüs­sigs­ten Fea­tures statt, wöchent­lich erscheint ein Dut­zend oder mehr neue Gerä­te, deren Unter­schied­lich­keit — oft selbst im Design — so mar­gi­nal ist, dass die Unter­schie­de zur Bedeu­tungs­lo­sig­keit ver­kom­men.

  • iPho­ne 5 — so what, unhand­li­cher und teu­rer, braucht kein Mensch
  • iPad 4 — schnel­le­rer Pro­zes­sor. Mir war der im iPad 2 und 3 nie zu lang­sam.
  • iPad mini — leich­ter und ange­neh­mer zu benut­zen. Aber nötig?
  • Goog­le Nexus 7 — mit allen Nach­tei­len von Andro­id. Das 1500ste Tablet?
  • Goog­le Nexus 10 — auch mit allen Nach­tei­len von Andro­id. das 2000ste neue Tablet?
  • Goog­le Nexus 4 — schnel­ler, höher wei­ter — wer braucht das?
  • Win­dows Pho­ne 8 in ver­schie­de­nen Fla­vours — hat das jemand ver­misst bis­her?
  • Und … Und … Und …

Die Mate­ri­al­schlacht bei Smart­pho­nes und Tablets erhebt Belang­lo­sig­kei­ten in den Rang von News, die dann die o.a. Time­li­ne zumüllen. Selbst stern, Spie­gel, Focus und ande­re an sich seriö­se Ange­bo­te ras­ten völ­lig aus, wenn Sie auf einer der mit „Pres­se­kon­fe­renz” meis­tens falsch bezeich­ne­ten Mar­ke­ting-Ver­kün­dun­gen der Her­stel­ler sit­zen und im Minu­ten­takt Mar­gi­na­li­en als News ver­kün­den. Die­se Kako­pho­nie wird noch von Blogs und oft selbst ernann­ten Exper­ten unter­malt — was für ein Müll ist das eigent­lich?

Die Kern­dif­fe­ren­zie­rung ist auch in die­sem Markt mitt­ler­wei­le der Preis. Rich­tig gro­ße Unter­schie­de gibt es nicht mehr, rich­tig schlech­te Pro­duk­te auch nicht. Vor die­sem Hin­ter­grund kann und muss gel­ten: Geld zählt!

Also iden­ti­sche Ver­hält­nis­se wie in der Auto­in­dus­trie?

Nein, nicht ganz. Denn wenn „Geld zählt” gel­ten wür­de, wäre Apple bedeu­tungs­los. Die Pro­duk­te sind (zu) teu­er, der Her­stel­ler ist arro­gant, die Garan­tie­zeit (rechts­wid­rig) kür­zer als bei ande­ren Anbie­tern und man­ches mehr stört noch. Und trotz­dem ver­kau­fen sich die Pro­duk­te wie geschnit­ten Brot, sind in vie­len Markt­be­rei­chen unum­strit­te­ner Markt­füh­rer. Also muss es ja doch wohl einen Unter­schied geben?

Ja, den gibt es — lei­der. Denn die­ser Unter­schied begrün­det den Vor­sprung von Apple, den die Fir­ma auch mit Hau­en und Ste­chen ver­tei­digt -> Patent­kla­gen. Ein iPho­ne, iPad oder iPod packen Sie aus und allein das Aus­pa­cken ist schon eine sinn­li­che Erfah­rung. Ver­glei­chen Sie das mal mit der Befrei­ung eines Sam­sung Gala­xy S3 aus sei­nem Papp­kar­ton, die dage­gen nur pein­lich wirkt. Und wenn Sie eine iPho­ne, iPad oder iPod aus­ge­packt haben fan­gen Sie ein­fach an es zu bedie­nen.

Das kann jeder sofort — ein 7‑jähriger genau­so wie ein 77-jäh­ri­ger. Das ist intu­ti­tiv, alles funk­tio­niert auf Anhieb, Mel­dun­gen und Hin­wei­se sind ver­ständ­lich. Ergo­no­mie kann man mit drei Buch­sta­ben beschrei­ben — iOS. Ver­glei­chen Sie das ein­mal mit einem in der Bedie­nung gera­de­zu chao­ti­schen Sam­sung Gala­xy S3. Da kommt kein 7‑jähriger mit klar. Und erst Recht kein 77-jäh­ri­ger. Natür­lich wer­den mir Techies und Freaks an die­ser Stel­le ein­wer­fen, dass das S3 total toll zu bedie­nen ist. Das stimmt für die­se Men­schen bestimmt auch. Aber wir mer­ken tag­täg­lich im Umgang mit Anwen­dern und Kun­den, dass Andro­id von der Benut­zer­freund­lich­keit noch Lich­jah­re hin­ter iOS ist, da lie­gen wah­re Gala­xi­en dazwi­schen.

Und das ist auch der Grund, war­um Mil­lio­nen von Men­schen mehr Geld aus­ge­ben. Und nicht auf tech­ni­sche Daten sehen. Sie wol­len ihr Gerät intui­tiv bedie­nen und Sie wol­len kei­nen Stress bei der Benut­zung erle­ben. Solan­ge dies so bleibt — und aktu­ell sehe ich kei­ne ernst­haf­ten Lösungs­an­satz für gute Ergo­no­mie bei Andro­id, Black­Ber­ry und Win­dows Pho­ne 8 — ist der mobi­le Markt doch nicht mit dem Auto­mo­bil­markt ver­gleich­bar. Denn dort gibt es nichts mit Apple Ver­gleich­ba­res.

Inso­fern bleibt nur zu hof­fen, dass Apple schnells­tens Kon­kur­renz erwächst, denn guter Wett­be­werb belebt das Geschäft.

Wenn Sie ande­re Fra­gen zu Smart­pho­nes haben, fra­gen Sie uns bit­te. Wir haben die Ant­wort — Garan­tiert! Wenn Ihnen die­ser Bei­trag gefällt, emp­feh­len Sie ihn Ihren Freun­den und Bekann­ten bit­te auf Twit­ter, Face­book oder Goog­le. Beant­wor­ten Sie bit­te auch unse­re 3 Fra­gen am Ende des Arti­kels. Vie­len Dank dafür!


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