App­Test — Con­tai­nerlö­sung Touch­down von Nitro­desk auf iPho­ne und iPad

Ich habe in der letz­ten Woche die Soft­ware Touch­down für iOS von Nitro­desk aus­gie­big auf mei­nen eige­nen Gerä­ten selbst getes­tet. Nicht im Rah­men unse­res App­Au­dit son­dern so, wie es jede® Anwender(in) tut indem er oder sie eine Lösung benutzt und dabei Erfah­run­gen sam­melt.

Regel­mä­ßi­ge Leser wer­den jetzt viel­leicht erstaunt sein, dass aus­ge­rech­net ich als aus­ge­wie­se­ner Kri­ti­ker von Con­tai­ner-Kon­zep­ten anfan­ge Con­tai­ner-Lösun­gen zu tes­ten. War­um?

Zum einen bin ich mitt­ler­wei­le sehr oft von Lesern gebe­ten wor­den einen sol­chen Bei­trag zu schrei­ben, zum ande­ren haben mich eini­ge „Tests” dazu ange­regt, die die Nach­tei­le von Con­tai­nerlö­sun­gen gezielt aus­blen­den bzw. gar nicht the­ma­ti­sie­ren. Denn Con­tai­ner­kon­zep­te haben eini­ge sys­tem­be­ding­te Nach­tei­le, die tech­no­lo­gisch nicht oder nur schwer umgan­gen wer­den kön­nen.

Was bie­tet nun Touch­down auf iOS?

Zuerst ist man ver­stimmt, dass es auf iOS kei­ne 30-tägi­ge Test­ver­si­on gibt wie dies für Andro­id im Goog­le Plays­to­re ange­bo­ten wird. Beim Kau­fen wun­dert man sich dann, war­um eine App mit gerin­ge­rem Funk­ti­ons­um­fang als bei Andro­id mit 17,99 € auch noch 2 € mehr kos­tet. Nun denn …

Der Erwerb der App berech­tigt den Anwen­der die App sowohl auf dem iPho­ne als auch auf dem iPad zu ver­wen­den, auf bei­den Gerä­ten ist der Down­load wie immer pro­blem­los. Die Apps für iPho­ne und iPad unter­schei­den sich deut­lich und sind jeweils für die jewei­li­ge Screen­auf­lö­sung opti­miert.

Nach dem erst­ma­li­gen Start erscheint sofort der Bild­schirm zur Ein­ga­be der Exchan­ge-Zugangs­da­ten (Touch­down kann aus­schließ­lich mit Exchan­ge ein­ge­setzt wer­den). Die­se Ein­ga­ben kön­nen auch auto­ma­tisch von einem Sys­tem für Mobi­le Device Manage­ment über­mit­telt wer­den wie bei­spiels­wei­se datomo Mobi­le Device Manage­ment, was die Inbe­trieb­nah­me für den Anwen­der deut­lich erleich­tert.

Ich habe Touch­down mit mei­nem eige­nen Email-Account getes­tet um genau ein­schät­zen und ver­glei­chen zu kön­nen wie sich die Lösung „anfühlt”. Die initia­le Syn­chro­ni­sa­ti­on mit den Vor­ein­stel­lun­gen des Con­tai­ners dau­ert deut­lich län­ger als bei der Ori­gi­nal-Apple Active-Sync-Anbin­dung, im Fal­le mei­nes Accounts über eine Stun­de am WLAN. Ich habe den Pro­zess auch über das Mobil­funk­netz getes­tet.

Im Gegen­satz zur nati­ven Lösung von Apple funk­tio­nier­te der Sync von Touch­down mit EDGE-Ver­bin­dung nicht, bei meh­re­ren Ver­su­chen gelang mir kein kom­plet­ter Sync, es waren stets nur Tei­le in die ein­zel­nen Berei­che über­tra­gen wor­den. Mit UMTS dau­er­te der Sync etwa dop­pelt so lan­ge wie am WLAN, das Netz war in bei­den Fäl­len Tele­kom. Für einen mobi­len Anwen­der ist dies eine deut­li­che Ver­schlech­te­rung gegen­über der nati­ven Lösung von Apple.

Wenn man die erst­ma­li­ge Syn­chro­ni­sie­rung erfolg­reich abge­schlos­sen hat, kann man die ein­zel­nen Berei­che der App auf­ru­fen und nut­zen. Touch­down ist mit sei­ner gra­fi­schen Umset­zung sehr gut gelun­gen, sowohl auf dem iPho­ne als auch auf dem iPad. Das ist gelun­gen, das ist schön und mit bes­se­rem Screen­de­sign kann man einen Con­tai­ner für Mails, Kon­tak­te, Ter­mi­ne, Noti­zen und Datei­en nicht bau­en. Ich habe mich regel­recht gefreut als ich das ers­te Mal die Mail­lis­te sah, deren Ansicht hier im Arti­kel abge­bil­det ist. Und ich habe mich auf Test und Benut­zung gefreut.

Doch die Ernüch­te­rung folgt bei der Anwen­dung sehr rasch. Die Anwen­dung beherrscht kei­nen Push, alle Daten müs­sen per Pull abge­holt wer­den. Dies bedeu­tet, dass die Anwen­dung erst nach dem Öff­nen des Con­tai­ners damit beginnt die Daten mit dem Exchan­ge-Account abzu­glei­chen. Mal schnell die Mails che­cken? Mit Touch­down lei­der Fehl­an­zei­ge! Der Abgleich dau­ert oft 5–10 Minu­ten, bei EDGE-Ver­bin­dung schei­tert die Lösung oft völ­lig, bei GPRS-Ver­bin­dung schei­tert sie immer.

Hier­durch ist Touch­down für Anwen­der, die eine per­for­man­te Mail­ver­bin­dung benö­ti­gen, unge­eig­net. Dies wird noch deut­li­cher, wenn man Touch­down mit der nati­ven Apple-Mai­lapp ver­gleicht. Ich habe bei­de Lösun­gen (Apple Mai­lapp und Touch­down) am sel­ben Post­fach betrie­ben. Selbst bei geöff­ne­ter Touch­down-App wur­de die Nach­richt immer Minu­ten spä­ter als in der Ori­gi­nal-App gepullt, meis­tens mehr als 5 Minu­ten spä­ter.

Da Touch­down nicht im Hin­ter­grund arbei­tet dach­te ich mir, dass ich die App dann halt ein­fach ein­mal im Vor­der­grund lau­fen las­se. Gesagt getan. Womit ich nicht gerech­net hat­te war, dass mein Akku nach 2 Stun­den leer ist. Ohne Tele­fo­nie­ren, ohne wei­te­re Nut­zung. Die App hat­te den Akku in rund 2 Stun­den ein­mal ent­leert! Das geht über­haupt nicht und ist inak­zep­ta­bel.

Auf den Punkt gebracht: Touch­down ist wun­der­schön gemacht — aber lei­der kom­plett unbrauch­bar für den Busi­ness-Ein­satz. Dies ist nicht über­ra­schend, wenn man die Sys­te­ma­tik von iOS ver­stan­den hat. Ein Con­tai­ner-Kon­zept kann auf iOS nicht funk­tio­nie­ren, da Apple dafür ent­schei­den­de Funk­tio­nen nicht unter­stützt — ganz bewusst. Apple will kei­ne Con­tai­ner und betrach­tet das eige­ne Ange­bot als Opti­mum — nicht ganz zu Unrecht.

Vor die­sem Hin­ter­grund sind die ande­ren Män­gel von unter­ge­ord­ne­ter Bedeu­tung. Die Noti­fi­zie­rungs­funk­tio­nen, die sehr zahl­reich vor­han­den sind ein­schließ­lich einer Flash­funk­ti­on, funk­tio­nie­ren nicht sta­bil. Die App stürzt immer wie­der ab. Die Dar­stel­lung von Umlau­ten ist oft feh­ler­haft. Beim Arbei­ten in Emails ist flüs­si­ges Arbei­ten oft nicht mög­lich, da die App nach den meis­ten Aktio­nen an den Beginn der Lis­te zurück­springt. Und und und …

Nicht ver­ges­sen sein soll, dass die sehr gut gemach­te Optik sehr gut an das Ori­gi­nal erin­nert — und auch dies ist ein Pro­blem. Ein nicht IT-affi­ner Benut­zer kann hier­durch sehr schnell ver­wech­seln in wel­cher Mail­um­ge­bung er gera­de arbei­tet, was zu pein­li­chen Situa­tio­nen und Sicher­heits­ri­si­ken füh­ren kann.

Zuletzt: Touch­down läuft auch auf iOS 5 (5.1.1 getes­tet) und auch feh­ler­frei auf gejail­b­re­ak­ten Gerä­ten, ledig­lich die PIN-Sper­re des Con­tai­ners funk­tio­niert nach einem Jail­b­reak nicht mehr.

Gut gedacht, schlecht gemacht ist das abschlie­ßen­de Fazit. Con­tai­ner sind nicht nur aus grund­sätz­li­chen Grün­den frag­wür­dig, der Touch­down-Con­tai­ner ist oft schlicht nicht benutz­bar. Und das ist für eine Busi­ness-Tool voll­kom­men inak­zep­ta­bel!

Wenn Sie ande­re Fra­gen zu Con­tai­nern haben, fra­gen Sie uns bit­te. Wir haben die Ant­wort — Garan­tiert! Las­sen Sie auch Ihre Freun­de und Bekann­ten die Nach­tei­le von Con­tai­nern erfah­ren und emp­feh­len Sie die­sen Ari­kel auf Twit­ter, Face­book und Goog­le wei­ter. Letz­te Bit­te: Beant­wor­ten Sie unse­re Fra­gen am Ende des Arti­kels. Vie­len Dank!


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