Seit gefühlt einem Jahr versuchen die Carrier neue Geschäftsfelder aufzubauen, da sie erkennen, dass in ihrem klassischen Geschäft die Erträge dramatisch erodieren. So versuchen sie sich alle an vielerlei, von dem sie durchgängig wenig bis keine Ahnung haben. Da wird versucht, Cloud-Services wie Microsoft 365 an Geschäftskunden loszuschlagen (Wen interessiert schon Sicherheit hierbei?), da werden unausgegorene virtuelle TK-Anlagen promotet (Wer braucht schon funktionierende Schnittstellen und Integrationen mit seiner IT-Landschaft?), da wird den Kabelnetzbetreibern Konkurrenz gemacht, indem Entertain-Angebote das ohnehin überlastete Internet zusätzlich verstopfen und manches mehr.
Wie groß muss Not und Elend sein, wenn man sich verzweifelt auf jedes Thema stürzt, was irgendwie entfernt zu einem passen könnte? Warum soll ein Kunde, der tagtäglich erlebt, dass die Netzqualität der Carrier sich immer mehr verschlechtert, ausgerechnet einen Carrier mit einer Dienstleistung beauftragen, die regelmäßig nicht zu seiner Kernkompetenz gehört? Anscheinend glauben die Carrier, dass es genug Kunden gibt, die zu dumm sind zu erkennen, dass ein Anbieter, der sein Kerngeschäft noch nicht einmal im Griff hat, eine ganz schlechte Wahl für Produkte und Dienstleistungen ist, die er vor kurzer Zeit noch nicht einmal kannte.
Das Thema Mobile Device Management (MDM) ist auch eines der Themen, auf das sich die Carrier in den letzten Monaten “stürzen”, oft im Zusammenhang mit dem Hype-Thema Bring Your Own Device (BYOD). Wir merken das auch daran, dass viele Besucher zu uns kommen, die nach diesem Thema in Zusammenhang mit Carrier-Namen suchen. Dies zeigt mir, dass es offenkundig immer noch Anwender gibt, die glauben, dass Carrier Probleme lösen können und noch nicht verstanden haben, dass die Carrier regelmäßig Teil der Anwender-Probleme sind und fast nie Teil der Lösung.
Die Carrier erbringen eine Dienstleistung, die zunehmend ein Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge ist – Mobilfunk hat mittlerweile dieselbe Bedeutung wie Strom, Gas und Wasser. Ich zähle zu den Menschen, die die Privatisierung dieser Bereiche immer mit großer Skepsis gesehen haben – welchen Nutzen hat die Gesellschaft davon, dass diese Dienstleistungen privat erbracht werden? Keinen. Denn gäbe es die Bundesnetzagentur nicht, würde der Wildwuchs auf diesen Märkten in Unendliche wachsen – insofern funktionieren die Märkte in diesem Bereich genausowenig wie bei vielen Banken, wo Übervorteilung der Kunden die Regel und Problemlösung für den Kunden die Ausnahme ist.
Allerdings gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Anbietern von Strom, Gas und Wasser und den Carriern. Strom, Gas und Wasser werden hierzulande performant, zuverlässig und mit hoher Qualität geliefert. Die Produkte der Carrier werden hingegen von Monat zu Monat schlechter, von Qualität kann leider keine Rede sein. Statt ins Netz ausreichend zu investieren werden lieber Dividenden an Aktionäre gezahlt und wer glaubt, dass die Carrier effizient organisiert sind und sich hieraus ein Vorteil gegenüber staatlicher Erbringung ableiten läßt, irrt gewaltig. Jede gut geführte Behörde (Ja, die gibt es!) ist dem aufgeblasenen Missmanagement im Bereich der Carrier um Welten überlegen.
Wer nun ernsthaft überlegt, bei einem Carrier etwas anderes als Mobilfunk (also die reine Leitung) einzukaufen, muss sich die Frage stellen lassen, warum er überhaupt darüber nachdenkt. Im Kern ist ein solcher Gedanke genauso absurd, als wenn man beim Stromverkäufer anruft, wenn man im Büro zwei zusätzliche Steckdosen braucht. Jeder Mensch – auch der technisch unbegabteste – weiss, dass es für solche Dienstleistungen Elektriker gibt. Bei etwas exponential Komplexerem trauen dieselben Menschen dann aber einem Dienstleister, der häufig sein Kernprodukt noch nicht einmal performant liefert, zu, für ihn völlig fremde Bereiche wie zum Beispiel MDM qualitativ hochwertig liefern zu können. Da wäre es doch deutlich sinnvoller, dem Weihnachtsmann den Auftrag zu erteilen!
In der letzten Woche war ich als Consultant bei einem Unternehmen, wo wir das Consulting der gesamten Mobility verantworten. Es war ein Verkäufer von einem der Carrier anwesend, der einen technischen Consultant des Carriers dabei hatte und der über die Verlängerung eines Rahmenvertrages sprechen wollte. Den technischen Consultant hatte er dabei, weil er erkennbar noch nicht einmal Grundkenntnisse von den zu besprechenden Themen One-Number– und MDM-Konzepte hatte. Nach wenigen Minuten war auch unserem Kunden klar, dass der Kompetenzlevel des technischen Consultants den des Verkäufers nur sehr überschaubar überstieg. Selten habe ich in 75 Minuten eine so hohe Dosis halb richtiger oder ganz und gar falscher Informationen erhalten. Unser Kunde meinte am Ende nur: “Die gingen ja gar nicht!” Recht hat er – und leider ist dies eher die Regel als die Ausnahme.
Also: Wenn Sie sich mit Themen wie TK-Anlagen, One-Numbering, Software, MDM und anderem beschäftigen müssen oder wollen, fragen Sie bitte Experten. Und diese finden Sie nur selten bis nie bei den Carriern. Wenn Sie Fragen zur Mobility haben, fragen Sie uns bitte auch und vergleichen Sie die Qualität und Kompetenz der erhaltenen Antworten. Wir sind sicher, dass Sie danach unseren Slogan “Wir haben die Antwort – Garantiert!” besser verstehen. Empfehlen Sie diesen Artikel bitte auch auf Google, Twiiter und Facebook weiter, damit anderen auch überflüssige Gespräche mit Carriern erspart werden können.
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Hallo Klaus,
sehr interessante Beiträge. Gibt es einen regelmässigen Verteiler?
danke
Thomas