MDM-Essentials – Ersetzt App Wrapping und Mobile Application Management (MAM) die Nutzung von Mobile Device Management?

„Was ist denn das nun schon wieder?“ fragte Mitte des Monats genervt ein Teilnehmer in einem Consulting-Projekt, als einer der Teilnehmer sich dazu aufschwang die ‚Konzepte‘ Mobile Application Management (MAM) und App Wrapping als das Allheilmittel für das Thema Bring Your Own Device (BYOD) anzupreisen. Meine Bitte um eine Erklärung, warum dies so sei, wurde mit dem eher dürren Hinweis beantwortet, dass man dadurch geschäftliche und private Daten sauber trennen könne, was natürlich genauso wenig wie bei Containerisation-Konzepten funktioniert und deshalb auch nicht stimmt.

Insofern ist die Antwort auf die Frage in der Überschrift ganz einfach „Nein!“. Doch der Reihe nach.

Es stimmt, dass sowohl Mobile Application Management (MAM) als auch App Wrapping ihren Startpunkt in den Wurzeln der unseligen Bring-Your-Own-Device-Diskussion haben. Den Apologeten des BYOD war relativ schnell klar, dass BYOD-Konzepte gewaltige Sicherheitsprobleme aufwerfen. Die noch viel gravierenderen Datenschutzprobleme bleiben im Kernland dieser gefährlichen und falschen Diskussion sowieso außen vor – Datenschutz hat in den USA dieselbe tertiäre Bedeutung wie in China oder Russland.

Nachdem die Befürworter des BYOD anerkennen mussten, dass Sicherheit und BYOD eine in etwa gleich große Schnittmenge wie Nord- und Südpol haben, verfolgten diese ‚Experten‘ kurze Zeit den MDM-Ansatz, was im Kern gar nicht falsch war – auch private Geräte kann man problemlos sicher managen. Recht schnell wurde den BYOD-Fans dann aber klar, das sicher gemanagte private Geräte von den Anwendern nicht gewollt werden – der Spassfaktor eines solchen Gerätes ist deutlich niedriger als der eines Gerätes, auf dem der Anwender unbeschränkt alles tun und lassen kann.

Kaum ein Anwender – jedenfalls aus der Gruppe derjenigen, die bis 10 zählen können 😉 – ist bereit sich sein privates Smartphone von der Firma  – aus auch noch so begründeten Zwängen – sicher und damit nur eingeschränkt benutzbar managen zu lassen.

Dumm gekommen! Jetzt hatte Gartner – in erster Linie für die Firma Good – den Geist aus der Flasche geprügelt und nun stand man ohne Lösung da, die man den Nutzern von privaten Endgeräten in Unternehmen anbieten konnte.

Im Gegenteil! Man hatte ein vollständig unbeherrschbares Szenario namens Bring Your Own Device in die Welt posaunt und stellte nun fest, dass dieses Konzept nur Nachteile hat. Macht man alle Schleusen auf und managt die Geräte nicht, verstößt man als Unternehmen gegen sämtliche Sicherheitsanforderungen, managt man die Geräte sicher, enteignet man die Besitzer faktisch. Das Thema Datenschutz lassen wir an dieser Stelle einmal ganz außen vor, denn die deutschen und europäischen Datenschutzgesetze sind der Sargnagel jedes BYOD-Konzeptes – und das ist gut so! Insofern hat BYOD sowieso nichts in Deutschland verloren.

Was macht ein intelligenter Mensch in einer solchen Situation? Richtig – sie oder er beerdigt das Konzept in aller Stille und wendet sich neuen Aufgaben zu.

Was macht Gartner – im Gleichklang mit vielen anderen kompetenzfreien Consulting-Buden – an dieser Stelle? Man erfindet neue Konzepte, die niemand braucht und die im Kern noch gefährlicher als das unselige Bring Your Own Device sind. Mobile Application Management, App Wrapping und – oft damit verbunden – Geo-Fencing erblickten das Licht der Welt und bilden den Treibstoff für ‚BYOD 2.0‘.

In die Welt werden solche Konzepte von kompetenzfreien Consultants der einschlägigen Groß-Consulter getragen, oft ohne von diesen verstanden oder sogar hinterfragt worden zu sein. Wir haben eine neue Sau – wir treiben sie durch’s IT-Village.

Damit Sie zukünftig diesen Schweinetreibern der IT nicht wehrlos ausgeliefert sind, erklären wir Ihnen in dieser Woche in einer Reihe von Beiträgen, warum MAM nicht funktioniert, das App Wrapping in vielen Situationen schlicht illegal ist und wieso Geo-Fencing oft mehr Wunsch als Wirklichkeit ist. Stay tuned!

Wenn Sie andere Fragen zur Mobility haben oder glauben, dass unser Knowhow auch Sie – wie viele andere deutsche Mittelständler und große Unternehmen rasch weiterbringen kann – sprechen Sie uns bitte an. Wir antworten umgehend. Falls Sie glauben, dass auch Ihre Freunde und Bekannten einen Vorteil haben, wenn Sie die Nachteile von Mobile Application Management (MAM), App Wrapping und Geo-Fencing erfahren, empfehlen Sie diesen Beitrag bitte auf Google, Twitter oder Facebook weiter. Wir danken Ihnen dafür und freuen uns darüber.


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