Mittlerweile haben es die regelmäßigen Leser erkannt – ich bin kein Freund von Bring Your Own Device (BYOD) – trotz der Tatsache, dass unsere Lösung datomo Mobile Device Management derzeit eine der besten Lösungen ist, mit dem Thema sicher umzugehen. Und trotz der Tatsache, dass wir in Kürze eine wichtige Neuerung für die datomo Mobility Suite präsentieren werden, die das Thema BYOD noch besser absichert. Der Grund meiner Gegnerschaft ist ganz einfach. Es gibt – selbst bei Anwendung der bestmöglichen Schutzstrategie – Restrisiken, die den Einsatz von privaten Endgeräten unkalkulierbar machen.
Heute widme ich mich dem Thema Keylogging. Was ist Keylogging? Für denjenigen, der die gute Erklärung zu Keyloggern auf Wikipedia nicht lesen möchte, hier die kurze Erklärung. Keylogging im Bereich von Smartphones und Tablets ist das softwarebasierte Abfangen der (Tastatur)-Eingaben auf dem Gerät. Für diesen Zweck gibt es mittlerweile ein breites Angebot für Android und iOS. Google liefert für “Keylogger Android” aktuell 7,6 Millionen Einträge und für “Keylogger iPhone” 14,7 Millionen. Das von mir oben eingebundene Video eines ganz normalen Anwenders zeigt, dass es weder besonderer Fähigkeiten noch spezieller Ausbildung bedarf derartige Software auf den Geräten zu installieren – einzige Voraussetzung ist, dass die Geräte gejailbreakt oder gerootet sein müssen. Was dies ist, habe ich in einem anderen Artikel für Rooting erklärt, die Wirkung von Jailbreak ist analog.
Die besondere Bedeutung bei BYOD ergibt sich aus der Tatsache, dass sich eine wesentliche Denkrichtung (Wobei Denkrichtung kein wirklich passendes Wort ist
)derzeit in Richtung Containerization entwickelt. Containerization bedeutet, dass man den schützenswerten Firmeninhalt in einer eigenständigen Applikation (Container) auf dem mobilen Gerät präsentiert, die wiedrum durch Passwort(e) und Verschlüsselung geschützt ist. Grundsätzlich erscheint dies als geeignete Lösung für das Thema.
Aber an dieser Stelle kommt nun das Problem des Keylogging in das Blickfeld. Wenn der Applikationscontainer nun auf einem gejailbreakten oder gerooteten Gerät läuft, auf dem zugleich ein Keylogger läuft, löst sich das Sicherheitskonzept sofort in Luft auf – das Passwort ist offen und auch alle Texteingaben im Container werden natürlich mitgeschnitten. Vor diesem Hintergrund erstaunt es mich immer wieder, wenn “IT-Experten” verkünden, das man mit Containerisation das Problem von Jailbreak und Rooting im Griff habe. Das ist einfach nur völlig falsch.
Womit wir beim Thema Mobile Device Management (MDM) sind. Damit kann ich sicher den Jailbreak und das Rooting der Geräte ausschließen. Defacto ergibt sich daraus aber eine Nutzungseinschränkung, die ein Anwender mir gegenüber kürzlich als “Enteignung” bezeichnete. Rechtlich ist diese Sicht der Dinge vermutlich angreifbar, vom Erlebnis des Anwenders beschreibt sie allerdings genau sein Empfinden.
Deshalb: BYOD löst längst nicht alle Probleme so elegant wie es die Protagonisten der Ideologie (Sorry, des Konzepts) vorgeben!
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