Regelmäßige Leser dieses Blogs wissen, dass ich von Social Networks nichts und von Facebook noch weniger als nichts halte. Trotzdem unterhalten wir aus genau diesem Grund unsere Facebook-Seite, weil wir nur so Facebook-Nutzer über die Nachteile und Gefahren von Facebook informieren können.
Vorgestern trat der unsympathischste Mensch der IT-Community, Mark Zuckerberg, vor die Öffentlichkeit und verkündete, dass Facebook ab sofort über eine Suchfunktion verfügt – zumindest in den USA. Ich will an dieser Stelle nicht auf die neue Funktion an sich eingehen, dies kann an vielen Stellen im Netz nachgelesen werden.
Vordergründig werden bei dieser Suchfunktion vielleicht sogar Datenschutzaspekte aus Sicht von Facebook eingehalten. Allerdings entspricht die Sicht von Facebook auf das Thema Datenschutz in keiner Weise dem deutschen und europäischen Recht.
Vor diesem Hintergrund ist eine Diskussion zu diesem Thema im Netz entbrannt, die konträr geführt wird. Hierbei fiel mir besonders auf, dass ein besonders dünner Kommentar zum Thema in der Süddeutschen erschienen ist – Warum die Facebook-Suche eine Chance ist. Varinia Bernau versteigt sich in diesem Kommentar sogar zu der sehr missverständlichen Aussage “Mark Zuckerberg betont Datenschutz“. Sie relativiert dies zwar, kommt aber zu dem Ergebnis, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Dies ist richtig, im vorliegenden Fall muss man sich aber die Frage stellen: “Um welchen Preis?”
Der Preis ist, dass man mit jeder Suche, die man auf Facebook startet, Facebook wesentliche Daten liefert – selbst wenn Facebook hundertprozentig Datenschutz respektieren würde. Man begibt sich durch die neue Facebook-Suche noch stärker in die Abhängigkeit und Kontrolle von Facebook. Facebook will dies – vollkommen klar! Aber will man dies selbst? Noch ist Zeit umzukehren.
Deutlich differenzierter setzt sich der Beitrag Facebook-Suchfunktion entsetzt Datenschützer! mit Facebook’s neuen Segnungen auseinander, denn hier kommen die deutschen Datenschützer zu Wort, die die neue Funktion unisono ablehnen. Recht haben sie, diese Ablehnung ist alternativlos. Denn Facebook hat in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass man die Rechte der Nutzer auf Datenschutz ignoriert und mit Füßen tritt.
Wer Zweifel daran hat kann dies beim Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig Holstein nachlesen. Der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert hat heute genau vor einem Monat Verfügungen gegen die Klarnamenpflicht auf Facebook erlassen und Facebook verpflichtet pseudonyme Konten zuzulassen. Wer am gesamten Vorgang interessiert ist, kann die Pressemitteilung ULD erlässt Verfügungen gegen Facebook wegen Klarnamenpflicht des ULD lesen.
Facebook ignoriert die Verfügung bis auf den heutigen Tag! Deshalb ist die Einführung der Suchfunktion eine schlechte Nachricht, denn Facebook hat noch nie Recht und Gesetz akzeptiert und anerkannt, Facebook und sein unsympathischer Gründer Zuckerberg meinen über dem Gesetz zu stehen und eigene Spielregeln in Kraft setzen zu können – mit Hilfe der Kraft des Faktischen. Genau deswegen muss Facebook tagtäglich in die Schranken gewiesen werden. Danke, Thilo Weichert!
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