Bring Your Own Device (BYOD) — Was Men­schen und Mit­ar­bei­ter dar­über wirk­lich denken

Wer die­sen Blog regel­mä­ßig liest — und das wer­den erfreu­li­cher­wei­se immer mehr Leser, im August über 20 % mehr als im Juli, kon­kret 625 wie­der­keh­ren­de Besu­cher — weiss, dass ich seit vie­len Mona­ten gegen den unse­li­gen BYOD-Hype anschrei­be. Im Juni habe ich des­halb begon­nen in dem für mich erreich­ba­ren Rah­men Men­schen gezielt und sys­te­ma­tisch nach ihrer Mei­nung zu Bring Your Own Device zu befragen.

Da es kei­nen Sinn hat, ganz nor­ma­le Men­schen zu fra­gen, was sie von BYOD hal­ten, weil die­se gar nicht wis­sen, was BYOD ist, habe ich drei Fra­gen ent­wi­ckelt, die sehr leicht erken­nen las­sen, ob das The­ma BYOD für die Men­schen, die ich gefragt habe, wich­tig ist. Ich habe vom Müll­fah­rer bis zum Mana­ger unter­schied­li­che Men­schen gefragt, in Arzt­pra­xen, in der Apo­the­ke — ein­fach über­all dort, wo ich hin­ge­kom­men bin. Da ich in jun­gen Jah­ren ein­mal Sta­tis­tik und Markt­for­schung stu­diert habe, weiss ich natür­lich, dass mei­ne klei­ne Befra­gung nicht reprä­sen­ta­tiv war und ist. Sie gibt aber ein inter­es­san­tes Stim­mung­bild wie­der, nach­dem ich in die­ser Woche mei­ne drei­hun­ders­te klei­ne Befra­gung abge­schlos­sen habe. Da mir das Gan­ze Spass macht und man dabei auch net­te Gesprä­che führt, füh­re ich auch wei­ter­hin die­se Befra­gun­gen durch.

Mei­ne Fra­gen sind:

  1. Stel­len Sie sich vor, Sie dür­fen frei wäh­len. Ent­we­der stellt die Fir­ma Ihnen ein Mobil­te­le­fon kos­ten­los, um Fir­men­ge­sprä­che zu füh­ren, Emails zu lesen und im Inter­net zu sur­fen oder Sie dür­fen ihr per­sön­li­ches Mobil­te­le­fon für alle die­se Din­ge in der Fir­ma ver­wen­den und Sie erhal­ten einen Kos­ten­zu­schuss von der Fir­ma zu Ihrem Mobil­te­le­fon. Ent­schei­den Sie sich für das Fir­men­ge­rät oder neh­men Sie ihr eige­nes Tele­fon für die Firma?
  2. Wenn die Fir­ma Ihnen die kom­plet­ten Mobil­te­le­fon­kos­ten erstat­ten wür­de und im Gegen­zug ver­lan­gen wür­de, dass Sie von der Fir­ma gewünsch­ten Sicher­heits­ein­stel­lun­gen auf Ihrem pri­va­ten Mobil­te­le­fon zustim­men, z.B. Spie­le und Face­book zu ver­bie­ten — wür­den Sie unter die­sen Bedin­gun­gen der Fir­ma die Sicher­heits­ein­stel­lun­gen auf Ihrem pri­va­ten Tele­fon erlauben?
  3. Wür­den Sie ein Fir­men­te­le­fon pri­vat nut­zen, wenn die Fir­ma Ihnen dies aus­drück­lich erlaubt, damit kei­ne Kos­ten für Sie ver­bun­den wären und das Gerät den Sicher­heits­vor­schrif­ten der Fir­ma entspricht?

Ich lese die­se Fra­gen immer genau mit die­sem Wort­laut vor. Bei Rück­fra­gen lese ich die Fra­ge erneut vor. Ich gebe kei­ne wei­te­ren Erklä­run­gen und beant­wor­te kei­ne Rück­fra­gen. Mich inter­es­siert auch die Mei­nung unse­rer Leser. Bit­te beant­wor­ten Sie die­se Fra­gen auch — unter dem Arti­kel gibt es die Möglichkeit.

Die Ergeb­nis­se sind erstaun­lich ein­deu­tig bei bis­her 300 Befragten:

  • Bei Fra­ge 1 ent­schie­den sich 283 der Befrag­ten für das Fir­men­ge­rät — 94,3%
  • Bei Fra­ge 2 wür­den 237 der Befrag­ten der Fir­ma die Nut­zung ver­weh­ren — 79,0%
  • Bei Fra­ge 3 wür­den 289 der Befrag­ten das Fir­men­te­le­fon pri­vat nut­zen — 96,3%

Auch wenn die Ergeb­nis­se nicht reprä­sen­ta­tiv sind, zei­gen Sie doch ganz ein­deu­tig, dass BYOD für die Men­schen und Mit­ar­bei­ter weder attrak­tiv noch über­haupt rele­vant oder gar beden­kens­wert ist. Ganz im Gegen­teil, das Gegen­kon­zept PUOCE (Pri­va­te Use Of Com­pa­ny Equip­ment) fin­det das Inter­es­se der Men­schen, fast jeder der Befrag­ten wür­de ein Tele­fon zu PUO­CE-Kon­di­tio­nen haben wollen.

Das Ergeb­nis zeigt, dass BYOD ein von der Lebens­wirk­lich­keit der Men­schen völ­lig los­ge­lös­tes Kon­zept ist, wie so vie­le ande­re Din­ge, die sich die völ­lig über­flüs­si­gen Con­sul­tants von Gart­ner aus­ge­dacht haben. Scot A. Tur­ban hat dies vor eini­gen Mona­ten wun­der­bar im Bei­trag BYOD Bring Your Own Device — Eine der dümms­ten Ideen aller Zei­ten von Gart­ner, For­res­ter und Vor­stän­den auf den Punkt gebracht. Wenn über­haupt Inter­es­se für BYOD in Unter­neh­men besteht, ist dies vom C‑Level und eini­gen weni­gen Tech Geeks getrie­ben. Min­der­hei­ten kön­nen aber nicht die Basis für grund­le­gen­de Unter­neh­mens­kon­zep­te sein.

Dies wur­de auch dem Teil­neh­mer­kreis eines gro­ßen deut­schen Han­dels­un­ter­neh­mens in die­ser Woche klar, als ich mit die­sen mobi­le The­men unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung von BYOD dis­ku­tier­te. Am Ende der Ver­an­stal­tung brach­te es ein Teil­neh­mer her­vor­ra­gend auf den Punkt — BYOD ist eine Min­der­hei­ten-Ver­an­stal­tung, die das Unter­neh­men nicht braucht. Genau so ist es! Für die­ses Unter­neh­men bedeu­tet das aller­dings jetzt ‘Zurück auf Los!’, die bis­he­ri­gen Gedan­ken führ­ten in die fal­sche Rich­tung. Aber es ist immer noch bes­ser, dies recht­zei­tig vor der Ein­füh­rung von BYOD zu erken­nen als in der Fir­ma den BYOD-Buf­fer-Over­flow herbeizuführen.

Wenn Sie ande­re Fra­gen zu mobi­len The­men haben — fra­gen Sie uns bit­te. Wir haben die Ant­wort — Garan­tiert! Las­sen Sie bit­te auch Ihre Freun­de und Bekann­ten wis­sen, wie weit BYOD an der Lebens­wirk­lich­keit vor­bei­geht und emp­feh­len Sie die­sen Bei­trag des­halb auf Goog­le, Twit­ter oder Face­book weiter.

Und ver­ges­sen Sie bit­te nicht die Fra­gen unter dem Arti­kel selbst zu beant­wor­ten. Vie­len Dank!


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