Wäre ich doch nicht zum Briefkasten gegangen! Dann hätte ich am Sonntag wenigstens nicht gesehen, dass mich die Bild-Zeitung aus Anlass ihres völlig unwesentlichen 60. “Geburtstages” mit einer Gratisausgabe zugespamt hat. So ein Mist, jetzt muss außer dem Aufkleber “Keine Wochenblätter” noch ein Aufkleber “Keine Bild” her. Und der unsympathische Chefredakteur grinst mich gegelt schmierig von der Titelseite an. Was für ein Tag! Beim Entsorgen fällt mir zu allem Überfluss das Schmutzblatt noch auseinander. Grrrr. Und was sehe ich da? Meine so hoch verehrte Firma Telekom gönnt sich eine halbe Seite!
Da wird der zukünftige Kunde dann gleich einmal frontal verarscht, Sorry, falsch informiert, denn die Aussage: “Besser geht nicht” hat mit der Realität rein gar nichts zu tun, ob eine solche Werbung unlauterer Wettbewerb ist oder an Betrug grenzt, mögen Juristen beurteilen! Da wird für 54,95 € bei 24 Monaten doch ganz großzügig das Samsung Galaxy S3 für 1 Euro angeboten. Wenn man sich statt dessen die Congstar-Flat holt, zahlt man 24x 29,99 €, kann jederzeit kündigen und spart beim Bereitstellungspreis auch noch einmal 4,95 €. Für Laien: congstar und Telekom sind 1:1 vergleichbar, denn beide nutzen das Netz der Telekom. Congstar ist lediglich der Billiganbieter der Telekom.
Rechnen wir mal nach: Bei der Telekom 1.318,80 € in 24 Monaten plus 1 Euro für das Telefon. Bei Congstar 719,76 € in 24 Monaten – ohne knebelnde Vertragslaufzeit. Die Differenz sind zarte 599,04 € und ein wesentlich besserer Tarif bei Congstar – z.B. 500 MB Surfvolumen statt popeligen 200 MB! Und das Samsung Galaxy S3 kriegt man Stand heute im Internet für 535,99 € frei Haus. Macht einen Unterschied von 63,05 €! Zusammen mit dem Bereitstellungspreis und dem 1 € für das Telefon sind dies 69,00 € Unterschied! Bester Preis!!! Besser geht nicht! Mehr lügen kann man nicht, Telekom. Da ist o2 schon richtig niedlich mit seiner Anzeige!

Denn da kann man erst gar nicht die Tarifbedingungen vernünftig lesen, warum auch, es besteht ja die Gefahr, dass jemand nachrechnet.
Vodafone biedert sich an mit “60 Jahre Bild, 60 Tage geschenkt”. Zumindest ist dies ein transparentes und leicht kontrollierbares Angebot, wenngleich man hiermit natürlich auch keinen günstigen Tarif erlangen kann.
Mich hat erstaunt, dass Vodafone überhaupt einen so starken Preisnachlass auslobt. Tun die massiven Netzprobleme schon weh? Klar, Rabatte sind natürlich günstiger als ein vernünftiger Netzausbau, Qualität kommt bei den Carriern ja immer mehr unter die Räder und der Kunde sowieso zuletzt.
Fast müsste man nach der Durchsicht dieses nicht erbetenen abstoßenden “Geschenkes” E-Plus toll finden –zumindest verballern die nicht Millionen für irreführende Werbung und machen nicht auch noch die völlig überflüssige Bild-Zeitung unnötig reich.
Ich habe aber die Gelegenheit genutzt meine eigene schwarze Liste von Anbietern, die kein Mensch braucht (denn wer in der Bild-Zeitung wirbt, zählt für mich automatisch dazu) zu komplettieren. Wen haben wir denn da noch außer den wie immer peinlichen Carriern?
- An erster Stelle die nicht minder peinliche Deutsche Post, die ihr völlig überflüssiges Angebot meinpaket.de mit drei Anzeigen, davon eine ganzseitig, bewirbt.
- Der komplett überflüssige Media-Markt ist natürlich auch ganzseitig vertreten, Werbung von dieser Ekel-Firma passt gut hierher.
- Der viel zu teure Autokonzern aus Wolfsburg leistet sich mal eben zwei Anzeigen, klar der deutsche Michel, der deutsche Autos fahren will, zahlt es ja später artig zurück.
- Was dazu führt, dass Opel auch sein Geld verbrennt – wenn man nix hat, gibt es sich ja auch viel leichter aus!
- Lidl, das Paradies der Arbeitsbedingungen des deutschen Einzelhandels, ist ebenfalls schlank ganzseitig vertreten, um Pepsi-Cola zu verramschen – Geiz ist geil, das wissen wir doch.
- Der Bezahl-Sender Sky hat auch genug Geld für Werbung in der Gratis-Bild, was ihn aber bestimmt auch in der Zukunft nicht zum Fliegen bringen wird.
- C&A haut eine ganze Seite raus – ich wusste gar nicht, dass es die noch gibt!
- Haribo enttäuscht mich echt – eine halbe Seite. Das werde ich dann mal nicht mehr kaufen. Schade.
- Und ATU hat sich leider auch ins Abseits geschossen, so daß wir dort auch nicht mehr hinfahren.
Ich kenne die Preise für die Werbung in dieser Gratis-Bild nicht. Es dürften Millionen sein. Was hätten die inserierenden Firmen Sinnvolles mit dem Geld machen können – mir fallen tausende Verwendungen ein. Aber so weiß ich wenigstens, wo und was ich nicht mehr kaufen werde, insofern ordnet die eklige Geschenk-Bild auch mein Weltbild. Und bei den Netzbetreibern hat es mein schon nicht mehr zu verschlechterndes Bild von diesen eindrucksvoll untermauert.
Last, but not least. Der auf der Skala der unsympathischsten Deutschen ganz weit oben rangierende Chefredakteur der Bild-Zeitung Kai Diekmann möge hoffentlich in den USA bleiben, wo es ihn laut Spiegel Online hinzieht. Dort werden Hohlredner ganz schnell abgestraft. Und hier braucht ihn niemand.
Dieser Beitrag hatte wirklich wenig mit Mobility zu tun. Aber ich musste meiner Seele Luft machen, nachdem ich die Quadratur von Schrottqualität in den Händen hielt – Netzbetreiber x Bild! Beide vereint eines tagtäglich – sie verarschen die Menschen in unerträglicher Form. Was meinen Sie?
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Danke für den Hinweis, ist gefixt. Auf Basis der genannten Zahlen sind es sogar rund 35 Millionen. Da bleibt ganz schön was über für das Schmutzblatt.
Jupp. Gemäß der internen Bild-Präsentation kostete
1/1-Seite 4,0 Mio Eur
1/2-Seite 2,2 Mio Eur
1/4-Seite 1,3 Mio Eur
Da kam also gut was zusammen (beim schnellen Durchblättern bin ich auf knapp über 30 Mio Eur gekommen).
Der Link zur Akismet-Datenschutzerklärung fehlt übrigens.
Den Schmerz hätte man sich nicht geben müssen: http://www.campact.de/bild/ml1/mailer. Dennoch erquickliche Anmerkungen zum bundesdeutschen Leistungs-Schaufenster. Danke für die Aufheierung an einem trüben Morgen.