Mai192015

Mobile Device Manage­ment — Vor­sicht vor US-​Anbietern

Ein Kom­men­tar von Klaus Düll in Mobile Busi­ness 5.15

Die aktu­elle Aus­gabe von Mobile Busi­ness 5.15 befasst sich in einem Schwer­punkt­thema mit Device Manage­ment und der Frage der Stand­ort­vor­teile deut­scher MDM-​Hersteller. In die­sem Zusam­men­hang erschien in die­sem Heft ein Kom­men­tar von Klaus Düll, dem Geschäfts­füh­rer der Pre­tioso GmbH zum Thema der Aus­wahl eines MDM-​Anbieters.

In dem Inter­view „Vor­sicht vor US-​Anbietern– Kurz­kom­men­tar von Klaus Düll, Geschäfts­füh­rer der Pre­tioso GmbH über die MDM-​Anbieterwahl“ betont er die Risi­ken für deut­sche Unter­neh­men, auf US-​amerikanische MDM-​Anbieter zurück­zu­grei­fen und begrün­det diese wie folgt:

„Deut­sche Unter­neh­men müs­sen auf euro­päi­sche MDM-​Anbieter set­zen, die garan­tiert kei­nen Bezug in die USA haben. Hin­ter­grund hier­für ist, dass US-​Anbieter mit ihren Lösun­gen den Export Admi­nis­tra­ti­ons Regu­la­ti­ons (EAR) unter­lie­gen. In den EAR ist fest­ge­legt, dass Pro­dukte mit Ver­schlüs­se­lun­gen grö­ßer als 56 Bit der Export­kon­trolle unter­lie­gen. Es gibt kein US Pro­dukt mit Ver­schlüs­se­lung, das nicht der Export­kon­trolle unter­liegt. Die Durch­füh­rung die­ser Export­kon­trolle unter­liegt der Geheim­hal­tung, oft durch­ge­setzt durch soge­nannte Natio­nal Secu­rity Let­ter (NSL), die den NSL-​Empfängern unter hoher Strafe ver­bie­ten, über die unter Bezug gestell­ten Maß­nah­men und Ver­fah­ren zu spre­chen. Inso­fern kann und darf keine US-​Firma dar­über spre­chen, wie sie die EAR erfüllt, ob sie die Ver­schlüs­se­lung offen­le­gen musste, ob eine Back­door instal­liert wer­den musste usw.

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Mai082015

datomo MDM Update 3.18.3 — Geräte-​und Benut­zer­ver­wal­tung jetzt auch auf neuer GUI

Bevor wir das Major Release 3.19 ver­öf­fent­li­chen stel­len wir Ihnen hier das neue Update zur Ver­sion 3.18.3 vor, das sich im Wesent­li­chen auf Ver­bes­se­run­gen und Erwei­te­run­gen der Funk­tio­nen auf der neuen GUI, die dem datomo MDM vor­ge­schal­tet ist, bezieht.

In die­sem Update haben wir Anpas­sun­gen an der neuen GUI vor­ge­nom­men und Funk­tio­nen der Gerä­te­ver­wal­tung sowie der Benut­zer­ver­wal­tung imple­men­tiert. In einem der nächs­ten Updates wer­den dann wei­tere Funk­tio­nen aus datomo MDM auch für die neue GUI ange­bo­ten wie z.B. der Remote Zugriff und die Anwendungsverwaltung.

datmo MDM neue GUI

Fol­gende Ver­bes­se­run­gen und Funk­tio­nen sind für die neue GUI hin­zu­ge­fügt worden:

  • Neues Design der Anmeldeseite
  • Mög­lich­keit zur Geräteeinbindung
  • Funk­tio­nen der Geräteverwaltung
  • Neues Design der Funktionsleiste
  • Neues Design der Benutzerverwaltung

Wei­tere Details fin­den Sie im neuen datomo GUI-​Guide, der unse­ren Kun­den ab sofort zur Ver­fü­gung steht.

Wenn Sie Fra­gen zu datomo Mobile Device Manage­ment haben, dann for­dern Sie hier unser aus­führ­li­ches Whi­te­pa­per an oder for­dern Sie direkt hier Ihre Test­stel­lung von datomo Mobile Device Manage­ment an. Tes­ten Sie kos­ten­los 30 Tage die kom­plette Funk­ti­ons­viel­falt von datomo MDM und über­zeu­gen Sie sich von der Sicher­heit und den her­aus­ra­gen­den Fea­tures die­ser deut­schen MDM Lösung.

Mai062015

Vor­rats­da­ten­spei­che­rung — Die andere Seite

Die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung ist eine akute Bedro­hung – nicht nur für die bür­ger­li­chen Grund­rechte, son­dern auch für den Wirt­schafts­stand­ort Deutschland.

Vor­rats­da­ten­spei­che­rung, das klang einst wie die Lösung für fast jedes Pro­blem bei der Auf­klä­rung von Ver­bre­chen. Die Nach­ver­fol­gung von Akti­vi­tä­ten im Inter­net oder von sons­ti­ger Tele­kom­mu­ni­ka­tion sollte es Poli­zei­be­hör­den ermög­li­chen, Täter schnel­ler zu fas­sen und ihnen Betei­li­gun­gen an Straf­ta­ten bes­ser und schnel­ler nach­wei­sen zu kön­nen. Doch schon seit den ers­ten öffent­li­chen Über­le­gun­gen for­mierte sich ebenso ein Wider­stand. Sowohl von Seite der Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­bie­ter, wel­che die zusätz­li­chen Kos­ten selbst zu tra­gen hat­ten als auch von Bür­ger­recht­lern, wel­che einen unzu­mut­bar gro­ßen Ein­schnitt in die Pri­vat­sphäre der Betrof­fe­nen, also aller Bür­ger, befürch­te­ten. Man kann nach Jah­ren der Debatte und den unter­schied­lichs­ten Geset­zes­lö­sun­gen von einem Sieg der Kri­ti­ker spre­chen. Spä­tes­tens mit dem EuGH Urteil vom 14. April 2014 (Akten­zei­chen C-​293/​12 und C-​594/​12), wel­ches die EU – Richt­li­nie 2006/​24/​EG zwar als grund­sätz­lich ver­ein­bar mit den Euro­päi­schen Grund­rech­ten bezeich­net, wurde sie jedoch in ihrer Ver­hält­nis­mä­ßig­keit ver­ur­teilt. Somit war die beste­hende Vor­rats­da­ten­spei­che­rung inner­halb der EU-​Mitgliedsländer gekippt1.

Eben­falls ange­merkt in der Urteils­be­grün­dung wurde, dass eine erheb­li­che Gefahr des unbe­rech­tig­ten Zugangs zu die­sen Daten bestehe. Hier­bei hatte man wohl noch im Hin­ter­kopf, dass es sich dabei um per­sön­li­che Daten ein­zel­ner Per­so­nen han­deln würde, jedoch trifft die­ser Satz schon den Kern des­sen, was als wei­tere Gefahr von der Vor­rats­da­ten­spei­che­rung aus­geht. Diese Gefahr fand bis­her nicht so pro­mi­nent Platz in den Argu­men­ta­tio­nen der Kri­ti­ker, ist aber gerade für den Wirt­schafts­stand­ort Deutsch­land von größ­ter Rele­vanz. Es geht hier­bei um die Mög­lich­keit auch geschäft­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­ons­da­ten in der Form von Meta­da­ten gezielt von den Siche­run­gen der Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­bie­ter abzuschöpfen.

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Apr302015

Whats­App vs. Threema – ein Ver­gleich zum Thema Datenschutz

Whats­App ist heut­zu­tage in aller Munde. Durch die Mög­lich­keit, den Chat­dienst mit Dateien wie Fotos, Videos und Sprach­nach­rich­ten zu schmü­cken, bekommt die App viel Zuspruch und lässt die Nut­zer­zahl enorm stei­gen. Schein­bar anonym bewegt man sich im gro­ßen Raum des World Wide Web und meint, seine sen­si­blen Daten nur mit selbst aus­ge­wähl­ten Kon­takt­per­so­nen aus­zu­tau­schen. Gerade im Zeit­al­ter des Inter­nets machen sich die wenigs­ten Gedan­ken über die Siche­rung der Pri­vat­sphäre. Whats­App zählt aktu­ell mehr als 600 Mil­lio­nen Nut­zer. Gegrün­det wurde Whats­App Inc. im Jahre 2009 von dem ukrainisch-​us-​amerikanischen Unter­neh­mer Jan Koum und dem us-​amerikanischen Pro­gram­mie­rer Brian Action. Am 19. Februar 2014 wurde Whats­App für 19 Mil­li­ar­den US Dol­lar an Face­book Inc. ver­kauft. Nun­mehr lie­gen die Ver­fü­gungs­rechte bei die­sem. Face­book, Whats­App und Google sind wohl die bes­ten Bei­spiele für US-​amerikanisch ent­wi­ckelte Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­dien. Was dies bedeu­tet, sollte jeder ver­stän­dige Mensch seit den Ent­hül­lun­gen von Edward Snow­den und den Umgang mit Big Data ver­stan­den haben. Ist es da nicht rat­sam, über Daten­schutz nachzudenken?

Die Nut­zung des WhatsApp-​Service setzt die Zustim­mung zu den Nut­zungs­be­din­gun­gen und Daten­schutz­hin­wei­sen vor­aus. Zu den frag­wür­digs­ten Bevoll­mäch­ti­gun­gen gehö­ren unter ande­rem, dass Bil­der, Videos, Adress­bü­cher, Kon­ver­sa­tio­nen und Loka­li­sie­run­gen gespei­chert und ver­kauft wer­den dür­fen, ohne dass man dar­über infor­miert wird. Den meis­ten Anwen­dern dürfte auch nicht bekannt sein, dass Whats­App Such­ma­schi­nen­be­trei­bern wie Google, Bing oder Yahoo gestat­tet, Indi­zes der Whats­App Benut­zer zu erzeu­gen. Durch die Daten­aus­wer­tung von Whats­App und damit ein­her­ge­hend von Face­book kann man für jeden Nut­zer ein ziem­lich genaues Ver­hal­tens­pro­fil erstel­len, ganz egal, wie viele Infor­ma­tion man preis­gibt. Denn mit die­sen Daten­sam­mel­me­tho­den sind Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ströme in einem ganz ande­ren Maß­stab ana­ly­sier­bar, näm­lich unheim­lich prä­zise. Diese sind dann für zahl­rei­cher Unter­neh­men und ihre geziel­ten Mar­ke­tin­gin­ter­es­sen sehr nütz­lich. Je nach Bran­che kön­nen diese ihre Kon­di­tio­nen anglei­chen. Bei­spiels­weise hat eine Bank gro­ßes Inter­esse an die­sen Daten­men­gen und damit an dem Ver­hal­tens­mus­ter sei­ner Kun­den, um dar­auf auf­bau­end ihre Zin­sen auf Kre­dite anzu­pas­sen. Erwirbt eine Bank diese Daten, so kann sie einer Fami­lie, die bei­spiels­weise einen Haus­kre­dit auf­neh­men möchte, höhere Zin­sen auf Grund­lage der trans­pa­ren­ten Infor­ma­tio­nen über das Kauf– oder Spar­ver­hal­ten der Kun­den berechnen.

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Apr272015

Kom­fort vs. Sicher­heit — Alter­na­ti­ven zu aktu­el­len Sozia­len Netzwerken

Bereits 85 Web­sites, die unter dem Begriff „sozia­les Netz­werk“ gehand­habt wer­den, besit­zen jeweils über eine Mil­lion Mit­glie­der; sech­zehn davon je über 100 Mil­lio­nen1. Das größte und bekann­teste, face­book, hat seit der in den Medien viel­fach dis­ku­tier­ten Hürde von einer Mil­li­arde akti­ver Nut­zern (im Okto­ber 2012) zwi­schen­zeit­lich schon wei­tere 400 Mil­lio­nen hin­zu­ge­won­nen. Zu Beginn die­ses Kom­men­tars sind 3.102.507.000 Men­schen welt­weit online2; damit besit­zen über 44% aller Men­schen mit Inter­net­zu­gang auch einen Account bei face­book. Bei die­ser Masse an Nut­zern stellt sich bei beim Thema social net­wor­king nicht mehr die Frage des ob, son­dern des wie. All diese Men­schen sind von den Daten­schutz­richt­li­nien diese US-​Konzerns betrof­fen und haben ihnen mehr oder weni­ger bewusst zuge­stimmt, obwohl seit des­sen Grün­dung viele Pro­bleme und nega­tive Schlag­zei­len bekannt wur­den, die ich auf­grund all­ge­mei­ner Bekannt­heit nur kurz wie­der­ho­len möchte:

So koope­riert Face­book zum Bei­spiel mit der US-​Amerikanischen Geheim­dienst­be­hörde NSA, die laut dem Whist­leb­lo­wer Edward Snow­den direk­ten Zugriff auf alle hin­ter­leg­ten Daten haben. Diese wer­den von der Behörde auch zur Ras­ter­fahn­dung „gegen Ter­ro­ris­mus“ ein­ge­setzt. Die „pri­va­ten Nach­rich­ten“ wer­den sys­te­ma­tisch nach Schlag­wör­tern durch­sucht und bei Über­ein­stim­mung mit Straf­tats­ver­dacht­pro­fi­len an die Behör­den wei­ter­ge­lei­tet3. Bei der Benut­zung der Funk­tion, die Personen-​Kontaktdaten eines Smart­pho­nes mit den Infor­ma­tio­nen der gleich­na­mi­gen Benut­zer auf Face­book zu syn­chro­ni­sie­ren (Bil­der, Web­adres­sen) wer­den alle Kon­takt­da­ten, die im Smart­pho­nes des Benut­zers gespei­chert sind, auf Facebook-​Servern gespei­chert.4 Diese wer­den dar­über nicht benach­rich­tigt (was prak­tisch gegen das Recht der infor­mel­len Selbst­be­stim­mung ver­stößt). Allein durch diese Funk­tion, dem Zukauf von Whats­App und der oben abge­schätz­ten Ver­brei­tungs­rate kann davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass Face­book inzwi­schen Infor­ma­tio­nen über so gut wie jeden Men­schen besitzt und ver­mut­lich wei­tere Daten sam­meln wird, ob er will oder nicht.

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